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  • Die Geschichte der Apostel
  • Apg 8,30ff

60Dann sank er auf die Knie

und rief laut:

"Herr, rechne ihnen diese Schuld nicht an!"

Mit diesen Worten starb er.

81Saulus war völlig einverstanden

mit der Hinrichtung von Stephanus.

Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass in Jesus Gott selbst den Menschen begegnet.
Das Leben ohne Gott und damit gegen seinen Willen.
Jüdischer Name von Paulus, der in der Apostelgeschichte vor dessen Bekehrung gebraucht wird. Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus v. a. unter den Heiden bekannt machte.

30Philippus lief hin

und hörte,

wie der Mann laut im Buch des Propheten Jesaja las.

Philippus fragte:

"Verstehst du eigentlich,

was du da liest?"

In der damaligen Zeit war es üblich, laut zu lesen. So konnte Philippus hören, was der Äthiopier las.
Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.
Er wirkte um 700 v.Chr. als Prophet und verkündete den Menschen den Willen Gottes.

31Der Eunuch sagte:

"Wie soll ich es verstehen,

wenn mir niemand hilft?"

Und er bat Philippus:

"Steig auf

und setz dich zu mir!"

Ursprünglich ein kastrierter, d. h. künstlich zeugungsunfähig gemachter Mann. Oft ein hoher Hofbeamter.

32An der Stelle, die er gerade las, stand:

"Er ertrug alles,

ohne zu klagen –

wie ein Schaf,

das zum Schlachten geführt wird,

und wie ein Lamm,

das beim Scheren keinen Laut von sich gibt.

33Er wurde zutiefst erniedrigt,

doch das Urteil gegen ihn wurde aufgehoben.

Wer wird je seine Nachkommen zählen können?

Denn sein Leben wurde von der Erde weg

zum Himmel emporgehoben."

34Der Eunuch fragte Philippus:

"Bitte sag mir,

von wem spricht der Prophet hier –

von sich selbst

oder von einem anderen?"

35Philippus nahm die Frage auf.

Ausgehend von dem Wort aus Jesaja,

verkündete er ihm die Gute Nachricht von Jesus.

Griechisch "euangelion"; häufig mit "Evangelium" wiedergegeben. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff: "Gute Botschaft", "Gute Nachricht".
Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua.

36Als sie auf der Straße weiterfuhren,

kamen sie an einer Wasserstelle vorbei.

Der Eunuch sagte:

"Sieh doch,

dort ist eine Wasserstelle.

Spricht etwas dagegen,

dass ich getauft werde?"

Taufen bedeutet vom Wortsinn her "in Wasser eintauchen". Die Handlung steht zeichenhaft für das Abwaschen von Schuld.

37[…]

Einige jüngere Handschriften fügen hinzu: "Philippus sagte: 'Wenn du von ganzem Herzen glaubst, kann es geschehen.' Der Eunuch antwortete: 'Ich glaube, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist.'"

38Er befahl, den Wagen anzuhalten.

Beide, Philippus und der Eunuch,

stiegen ins Wasser,

und Philippus taufte ihn.

39Als sie aus dem Wasser herausstiegen,

wurde Philippus vom Geist des Herrn fortgenommen.

Der Eunuch sah ihn nicht mehr.

Aber er setzte seinen Weg voller Freude fort.

Bezeichnung für Gott. Sie bringt zum Ausdruck, dass er allen menschlichen Herrschern und allen Göttern, die von anderen Völkern verehrt wurden, unendlich überlegen ist.
Durch ihn wirkt Gott in dieser Welt.

40Philippus fand sich in Aschdod wieder.

Von dort zog er weiter bis nach Cäsarea.

Unterwegs verkündete er in allen Städten die Gute Nachricht.

Stadt in Judäa an der Mittelmeerküste, ca. 45 km westlich von Jerusalem.
Hafenstadt am Mittelmeer in der nördlichen Scharonebene im heutigen Israel. Hauptstadt der römischen Provinz Judäa. Die Ausgrabungen von Cäsarea Maritima. Pilatusinschrift aus Cäsarea Maritima. Die erste christliche Mission Die Reisen des Paulus – 2. Reise Die Reisen des Paulus – 3. Reise Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom

Die Gute Nachricht kommt zu den Heiden: Petrus als Missionar und die erste Missionsreise von Paulus

Die Berufung des Saulus

Saulus wird Christ

91Saulus verfolgte immer noch die Jünger des Herrn

und drohte ihnen mit Gefängnis und Hinrichtung.

Er ging zum Obersten Priester

In der Apostelgeschichte Kreis von Männern und Frauen, die an Jesus glauben (Christen).
Er hatte die Aufsicht über alles, was den Tempel, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf.

2und bat um eine schriftliche Vollmacht

für die Synagogen in Damaskus.

Dort wollte er die Anhänger des neuen Weges aufspüren.

Er wollte sie, Männer wie Frauen, festnehmen

und nach Jerusalem bringen.

Eine der ältesten Kurzbezeichnungen für das, was im Namen von Jesus verkündet und von den Christen als Grundlage und Richtschnur ihres Lebens angenommen wurde.
Versammlungsstätte jüdischer Gemeinden. Blick auf die Ruine der Synagoge von Kafarnaum. Die Synagoge von Kafarnaum aus dem 4. Jahrhundert.
Bedeutende Handelsstadt am Rand der syrischen Wüste. Hannaniashaus in der Stadt Damaskus. Raum im Haus des getauften Paulus. Der Mittlere Osten – Oberflächengestalt Die erste christliche Mission Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom
Die Stadt Jerusalem war religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. Luftaufnahme von Jerusalem. Die Jerusalemer Altstadt mit dem Tempelberg von der Dominus-Flevit-Kirche aus gesehen. Eingang zur Grabeskirche in Jerusalem. Panoramabild: Blick vom Ölberg auf die Stadt Jerusalem. Geburt, Kindheit und Taufe von Jesus Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Das Auftreten von Jesus nach dem Johannesevangelium Die erste christliche Mission Die Reisen des Paulus – 1. Reise Die Reisen des Paulus – 2. Reise Die Reisen des Paulus – 3. Reise Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom Plan der Stadt Jerusalem zur Zeit von Jesus.

3Auf dem Weg nach Damaskus,

kurz vor der Stadt,

umstrahlte ihn plötzlich ein Licht vom Himmel.

Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt "Himmel" den Bereich, in dem Gott wohnt.

4Er stürzte zu Boden

und hörte eine Stimme,

die zu ihm sagte:

"Saul, Saul, warum verfolgst du mich?"

5Er fragte:

"Wer bist du, Herr?"

Die Stimme antwortete:

"Ich bin Jesus,

den du verfolgst.

6Doch jetzt steh auf

und geh in die Stadt.

Dort wirst du erfahren,

was du tun sollst."

7Den Männern, die Saulus begleiteten,

verschlug es die Sprache.

Sie hörten zwar die Stimme,

doch sie sahen niemand.

8Saulus erhob sich vom Boden.

Er öffnete die Augen,

aber er konnte nichts sehen.

Seine Begleiter nahmen ihn an der Hand

und führten ihn nach Damaskus.

9Drei Tage lang war Saulus blind.

Er aß nichts und trank nichts.

10In Damaskus lebte ein Jünger namens Hananias.

Dem erschien der Herr

und sprach ihn an:

"Hananias!"

Hananias antwortete:

"Hier bin ich, Herr!"

11Der Herr sagte:

"Steh auf!

Geh in die Gerade Straße

und frage im Haus von Judas

nach Saulus aus Tarsus.

Sieh doch!

Er ist dort und betet.

Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. Einfaches Familienhaus zur Zeit von Jesus. Dach eines größeren Hauses mit einer umgebenden Schutzmauer. Schematischer Grundriss eines Vierraumhauses
Hauptstadt der römischen Provinz Zilizien. Heimatstadt des Apostels Paulus. Die Grundmauern des Paulusbrunnens in Tarsus. Der Mittlere Osten – Oberflächengestalt Die erste christliche Mission Die Reisen des Paulus – 2. Reise

12In einer Erscheinung

hat er einen Mann namens Hananias gesehen.

Der kam zu ihm

und legte ihm die Hände auf,

damit er wieder sehen konnte."

Zeichen dafür, dass lebensspendende Kraft auf jemanden übertragen wird.

13Hananias antwortete:

"Herr, ich habe schon viel

von diesem Mann gehört.

Er hat deinen Heiligen in Jerusalem

viel Böses angetan.

Heilig ist in der Bibel alles, was zu Gott gehört und mit ihm in Verbindung steht.

14Und jetzt ist er mit einer Vollmacht

von den führenden Priestern hierhergekommen.

Er soll alle festnehmen,

die deinen Namen anrufen."

Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte.
Der Name steht in biblischer Zeit für den Träger des Namens selbst. Wer im Namen von jemand handelt, handelt nicht nur in seinem Auftrag oder mit seiner Vollmacht. Durch ihn handelt vielmehr der Auftraggeber selbst.

15Aber der Herr sagte zu ihm:

"Geh nur hin!

Denn gerade ihn habe ich mir

als Werkzeug gewählt.

Er soll meinen Namen bekannt machen –

vor den Heiden und ihren Königen

wie vor dem Volk Israel.

In der Bibel die Menschen aus den Völkern, die nicht an den Gott von Israel glauben.
Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk.

16Ich werde ihm zeigen,

wie viel er leiden muss,

weil er sich zu mir bekennt."

17Da machte sich Hananias auf den Weg

und ging in das Haus.

Er legte Saulus die Hände auf

und sagte:

"Saul, Bruder,

der Herr hat mich gesandt –

Jesus, der dir auf dem Weg hierher erschienen ist.

Du sollst wieder sehen können

und mit dem Heiligen Geist erfüllt werden."

18Sofort fiel es Saulus wie Schuppen von den Augen

und er konnte wieder sehen.

Er stand auf

und ließ sich taufen.

19Dann aß er etwas

und kam wieder zu Kräften.

Saulus verkündet Jesus in Damaskus

19Danach verbrachte Saulus einige Zeit

bei den Jüngern in Damaskus.

20Er verlor keine Zeit

und verkündete in den Synagogen:

"Jesus ist der Sohn Gottes."

Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt.

21Alle, die das hörten,

waren sehr erstaunt

und sagten:

"Das ist doch der Mann,

der in Jerusalem die Leute verfolgt hat,

die sich zu Jesus bekennen.

Ist er nicht sogar gekommen,

um sie auch hier festzunehmen

und vor die führenden Priester zu bringen?"

22Aber Saulus ließ sich nicht beirren

und stürzte die Juden in Damaskus

in völlige Verwirrung.

Denn er wies nach,

dass Jesus der Christus ist.

Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt.
Wörtlich "der Gesalbte". Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen.

23Das ging längere Zeit so.

Da reifte bei den Juden der Entschluss,

Saulus zu töten.

24Aber der erfuhr von ihrem Plan.

Die Juden ließen sogar die Stadttore

Tag und Nacht bewachen,

um ihn ganz sicher festnehmen zu können.

25Doch die Jünger verhalfen ihm zur Flucht.

Sie ließen ihn bei Nacht

in einem Korb die Stadtmauer hinunter.

Saulus in Jerusalem. Seine Abreise nach Tarsus

26Saulus kehrte nach Jerusalem zurück.

Dort wollte er sich den Jüngern anschließen.

Aber sie hatten alle Angst vor ihm.

Sie konnten nicht glauben,

dass er wirklich ein Jünger geworden war.

27Da nahm sich Barnabas der Sache an

und brachte ihn zu den Aposteln.

Er erstattete ihnen Bericht:

Wie Saulus auf dem Weg den Herrn gesehen hatte.

Wie der Herr mit ihm geredet hatte.

Und wie Saulus dann in Damaskus

unerschrocken im Namen von Jesus aufgetreten war.

Wörtlich "Ausgesandter". Jemand, der mit einem bestimmten Auftrag zu einem Adressaten geschickt wird.

28Von da an ging Saulus

bei den Aposteln in Jerusalem ein und aus.

Zusammen mit ihnen trat er nun auch hier

unerschrocken im Namen des Herrn auf.

29Aber vor allem führte er Streitgespräche mit den Griechen,

doch die wollten ihn umbringen.

Gemeint sind griechisch sprechende Juden.

30Als die Brüder das erfuhren,

brachten sie Saulus nach Cäsarea.

Von dort schickten sie ihn weiter nach Tarsus.

Wörtlich "Bruder"; das griechische Wort für Bruder bezeichnet sowohl männliche als auch weibliche Mitglieder der christlichen Gemeinde.

Petrus als Missionar

Eine Zeit der Ruhe für die Gemeinde

31Die Gemeinde in ganz Judäa, Galiläa und Samarien

erlebte nun eine Zeit des Friedens.

Ihr Glaube wurde immer fester

und sie lebte ganz nach dem Willen des Herrn.

Der Heilige Geist stand ihr bei

und verhalf ihr zu ständigem Wachstum.

Der südliche Teil des Landes, in dem das Volk Israel lebte. Geburt, Kindheit und Taufe von Jesus Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Das Auftreten von Jesus nach dem Johannesevangelium Die erste christliche Mission Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom
Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene. Das Land der Bibel Geburt, Kindheit und Taufe von Jesus Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Das Auftreten von Jesus nach dem Johannesevangelium Die erste christliche Mission
Die Bewohner der Provinz Samaria. Geburt, Kindheit und Taufe von Jesus Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Das Auftreten von Jesus nach dem Johannesevangelium Die erste christliche Mission
Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft.
"Glaube(n)" meint das tiefe Vertrauen auf Gott.

Petrus in Lydda: Die Heilung von Äneas

32Damals besuchte Petrus alle Gemeinden.

Er kam auch zu den Heiligen,

die in Lydda wohnten.

"Petrus" ist die griechische Übersetzung des aramäischen Namens "Kefas". Beides bedeutet "Fels". Es ist der Beiname des Apostels Simon.
Bezeichnung für die Anhänger von Jesus Christus.
Ort in der Scharon-Ebene, südöstlich von Joppe. Die erste christliche Mission

33Dort traf er einen Menschen namens Äneas,

der seit acht Jahren gelähmt

und bettlägerig war.

34Petrus sagte zu ihm:

"Äneas, Jesus Christus heilt dich.

Steh auf

und mach dein Bett!"

Im selben Augenblick konnte Äneas aufstehen.

35Alle Bewohner von Lydda und der Scharon-Ebene

sahen den Geheilten.

Da nahmen sie Jesus als ihren Herrn an.

Fruchtbares Küstengebiet südlich des Karmel.

Petrus in Joppe: Die Auferweckung von Tabita

36In Joppe lebte eine Jüngerin namens Tabita

– der Name heißt auf Griechisch Dorkas.

Sie hatte viele gute Werke getan

und den Armen durch reiche Gaben geholfen.

Der griechische Name Dorkas bedeutet "Gazelle".
Stadt an der Mittelmeerküste Samariens, südlich von Cäsarea. Die erste christliche Mission

37Damals, als Petrus in Lydda war,

wurde sie krank und starb.

Man wusch sie

und bahrte sie im oberen Stockwerk auf.

38Lydda lag nahe bei Joppe.

Als die Jünger hörten,

dass Petrus sich dort aufhielt,

schickten sie zwei Männer zu ihm.

Die baten ihn:

"Verlier keine Zeit.

Komm so schnell wie möglich zu uns!"

39Petrus brach sofort auf

und ging mit ihnen.

Als er in Joppe ankam,

führten sie ihn hinauf ins obere Stockwerk.

Dort drängten sich alle Witwen aus der Gemeinde um ihn.

Weinend zeigten sie ihm ihre Untergewänder und Mäntel.

Die hatte Dorkas für sie gemacht,

als sie noch unter ihnen lebte.

Witwen gehören zur Zeit der Bibel zu den Personen, für die das Mose-Gesetz besonderen Schutz forderte.
Kurz- oder langärmeliges Hemdkleid, das unter dem Mantel getragen wurde. Wohlhabendere Menschen trugen oft ein zweites Hemd als Untergewand.
Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. Wanderer mit Mantel, Stab und Sandalen.

40Petrus schickte sie alle hinaus.

Er kniete nieder

und betete.

Dann wandte er sich der Toten zu

und sagte:

"Tabita, steh auf!"

Da öffnete sie die Augen.

Als sie Petrus sah,

setzte sie sich auf.

In biblischer Zeit gibt es verschiedene Haltungen, die Menschen beim Beten einnehmen (z.B. Liegen, Knien, Stehen). Verschiedene Gebetshaltungen auf einer alten ägyptischen Skizze
Reden des Menschen mit Gott.

41Er gab ihr die Hand

und half ihr hoch.

Dann rief er die Heiligen und die Witwen herein

und zeigte ihnen,

dass Tabita lebte.

42Das wurde in ganz Joppe bekannt,

und viele Menschen kamen zum Glauben an den Herrn.

43Petrus blieb noch einige Tage in Joppe

bei einem gewissen Simon, einem Gerber.

Der Hauptmann Kornelius hat eine Erscheinung

101In Cäsarea lebte ein Mann namens Kornelius.

Er war ein Hauptmann

der sogenannten Italischen Kohorte.

Lateinisch: "Centurio". Militärischer Rang im römischen Heer; der Führer einer Hundertschaft. Römischer Hauptmann.
Hundertschaft, Teil einer Legion, die in Italien aus freigelassenen Sklaven gebildet worden war.

2Kornelius war ein frommer Mann,

der mit seiner ganzen Hausgemeinschaft

an den Gott Israels glaubte.

Er half den Armen im Volk durch großzügige Gaben

und betete regelmäßig zu Gott.

Immer wieder fühlten sich Heiden vom jüdischen Glauben angesprochen und schlossen sich den örtlichen Synagogen an. In anderen Übersetzungen werden sie als "Gottesfürchtige" bezeichnet.
Zur Zeit von Jesus trafen sich die Juden mehrmals am Tag zum gemeinsamen Gebet. Die frühen Christen übernahmen diesen Brauch.

3Eines Nachmittags,

ungefähr um die neunte Stunde,

hatte Kornelius eine Erscheinung.

Ganz deutlich sah er einen Engel Gottes.

Der trat bei ihm ein

und sagte:

"Kornelius!"

15:00 Uhr.
Das Wort "Engel" kommt vom griechischen "angelos" und bedeutet "Bote/Gesandter" Gottes.

4Erschrocken starrte Kornelius den Engel an

und fragte:

"Was willst du, Herr?"

Der Engel antwortete:

"Gott hat deine Gebete

und deine Gaben für die Armen

mit Wohlgefallen aufgenommen –

wie Weihrauch,

der zu ihm emporsteigt.

"wie " ist erklärender Zusatz. Dahinter steht die Vorstellung, dass die und Gaben für die Armen wie der Duft von , das beim verbrannt wird, zu Gott aufsteigen.

5Darum schicke jetzt einige Männer nach Joppe.

Sie sollen einen gewissen Simon zu dir bitten,

der auch Petrus genannt wird.

6Er ist zu Gast bei dem Gerber Simon,

dessen Haus direkt am Meer liegt."

7Dann verließ ihn der Engel wieder,

der mit ihm gesprochen hatte.

Kornelius rief zwei seiner Bediensteten

und einen frommen Soldaten

aus seiner Leibwache.

Die Soldaten, die ihm persönlich zur Verfügung standen.
Das griechische Wort für "Diener" bezeichnet Männer und Frauen, die für einen Herrn arbeiteten und in dessen Haus lebten.

8Er erklärte ihnen,

was sie zu tun hatten,

und schickte sie nach Joppe.

Petrus hat eine Erscheinung

9Es war am nächsten Tag um die sechste Stunde.

Die Männer waren noch unterwegs,

hatten Joppe aber schon fast erreicht.

Petrus stieg auf das Dach,

um zu beten.

12:00 Uhr.
Dächer bestanden zur Zeit des Neuen Testaments aus mehreren Lagen Reisig und Putz.

10Da bekam er Hunger

und bat um etwas zu essen.

Während das Essen zubereitet wurde,

hatte er eine Erscheinung.

11Er sah den Himmel offen.

Daraus kam ein Behältnis herab.

Es sah aus wie ein großes Leinentuch,

das an seinen vier Ecken zur Erde hinuntergelassen wurde.

12Darin befanden sich alle möglichen Arten von Vierbeinern.

Dazu auch Tiere, die über die Erde kriechen,

und Vögel des Himmels.

Unter den Tieren waren also sowohl reine als auch unreine Tiere, die von frommen Juden nicht gegessen werden durften.

13Eine Stimme sprach zu ihm:

"Steh auf, Petrus!

Schlachte und iss!"

14Aber Petrus erwiderte:

"Auf gar keinen Fall, Herr!

Denn ich habe noch nie

etwas Unvorschriftsmäßiges oder Unreines gegessen."

Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen.

15Da forderte ihn die Stimme ein zweites Mal auf

und sagte:

"Was Gott rein gemacht hat,

das sollst du nicht unvorschriftsmäßig nennen!"

Gemeint sind die Vorschriften der jüdischen Speisegesetze z.B. aus 3 Mose/Levitikus 11.

16Noch ein drittes Mal wurde Petrus aufgefordert.

Gleich danach wurde das Tuch

wieder in den Himmel hinaufgezogen.

Die Boten des Kornelius bei Petrus in Joppe

17Petrus rätselte noch darüber,

was die Erscheinung bedeuten sollte,

die er gerade gehabt hatte.

Sieh doch,

da kamen die Männer,

die Kornelius gesandt hatte.

Sie hatten sich bis zum Haus von Simon durchgefragt

und standen jetzt am Tor.

18Lautstark erkundigten sie sich:

"Ist Simon, der auch Petrus genannt wird,

hier zu Gast?"

19Petrus grübelte immer noch über die Erscheinung.

Da sagte der Heilige Geist zu ihm:

"Sieh doch,

da sind drei Männer,

die dich suchen.

20Steh auf,

geh hinunter

und mach dich mit ihnen auf den Weg!

Du brauchst keine Bedenken zu haben,

denn ich habe sie geschickt!"

21Petrus ging hinunter

und sagte zu den Männern:

"Seht doch,

ich bin der,

den ihr sucht.

Was wollt ihr von mir?"

22Sie antworteten:

"Hauptmann Kornelius hat von einem heiligen Engel

den Auftrag bekommen,

dich in sein Haus zu bitten.

Er hält Gottes Gebote

und glaubt an den Gott Israels.

Beim ganzen jüdischen Volk

genießt er hohes Ansehen.

Er braucht deinen Rat."

23Da ließ Petrus die Männer herein

und nahm sie als Gäste auf.

Am nächsten Morgen machte sich Petrus

mit den Männern auf den Weg.

Auch einige Brüder aus Joppe gingen mit.

Petrus bei Kornelius in Cäsarea

24Einen Tag später trafen Petrus und seine Begleiter

in Cäsarea ein.

Kornelius erwartete sie schon.

Er hatte auch seine Verwandten

und engsten Freunde zu sich eingeladen.

25Als Petrus ins Haus eintreten wollte,

kam Kornelius ihm entgegen.

Ehrfürchtig fiel er vor Petrus auf die Knie.

26Aber der zog ihn hoch

und sagte:

"Steh auf!

Ich bin auch nur ein Mensch."

27Während er sich mit Kornelius unterhielt,

betrat er das Haus.

Dort fand er all die Leute vor,

die herbeigekommen waren.

28Petrus sagte zu ihnen:

"Ihr wisst ja:

Einem Juden ist es nicht erlaubt,

Umgang mit einem Fremden zu haben

oder ihn zu Hause aufzusuchen.

Aber Gott hat mir gezeigt,

dass man keinen Menschen

unvorschriftsmäßig oder unrein nennen darf.

Gemeint sind Heiden, die nicht zum Volk Israel gehören, aber im Land leben.

29Deshalb bin ich eurer Einladung

ohne Widerspruch gefolgt.

Aber jetzt möchte ich gerne wissen,

warum ihr mich eingeladen habt."

30Kornelius antwortete:

"Es war vor drei Tagen, genau zur gleichen Zeit –

um die neunte Stunde.

Ich betete gerade in meinem Haus.

Sieh doch,

da stand plötzlich ein Mann vor mir,

der ein strahlend weißes Gewand trug.

31Er sagte:

'Kornelius, dein Gebet ist erhört worden.

Gott hat deine Gaben für die Armen

mit Wohlgefallen aufgenommen.

32Schicke also jemanden nach Joppe

und lass Simon zu dir bitten,

der auch Petrus genannt wird.

Er ist zu Gast im Hause des Gerbers Simon am Meer.'

33Da habe ich sofort nach dir geschickt.

Schön, dass du gekommen bist.

Jetzt sind wir alle hier vor Gott versammelt,

um zu hören,

was der Herr dir aufgetragen hat."

Petrus verkündet im Haus des Kornelius die Gute Nachricht

34Petrus begann zu sprechen:

"Jetzt begreife ich wirklich,

dass Gott nicht auf die Person sieht!

35Wer ihn ehrt

und nach seinen Geboten handelt,

den nimmt Gott an –

ganz gleich aus welchem Volk er stammt.

36Das entspricht dem Wort,

das Gott dem Volk Israel gesandt hat.

Er hat ihm die Gute Nachricht verkündet,

dass er durch Jesus Christus

Frieden auf die Erde gebracht hat.

Und Jesus Christus ist Herr über alle Menschen!

Hier wird auf Lukas 2,14 angespielt.

37Ihr wisst doch,

was im ganzen jüdischen Land geschehen ist:

Alles begann in Galiläa,

nachdem Johannes dort zur Taufe aufgerufen hat.

Gemeint ist im weitesten Sinne das Gebiet, in dem die Juden lebten. Es schließt Judäa und Galiläa ein.
Untertauchen im Wasser als Zeichen für das Abwaschen von Schuld. Wer sich von Johannes taufen ließ, bekannte: Ich will von meinem falschen Weg umkehren und nach Gottes Geboten leben.
Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor.

38Damals hat Gott Jesus von Nazaret

mit dem Heiligen Geist gesalbt

und ihm Kraft geschenkt.

Wo immer Jesus hinkam,

tat er Gutes.

Er heilte alle,

die der Teufel in seiner Gewalt hatte.

Denn Gott stand ihm bei.

Der Ort, in dem Jesus vermutlich aufgewachsen ist. Zu seiner Zeit war Nazaret ein kleines und unbedeutendes Dorf. Panoramabild: Blick auf die heutige Stadt Nazaret. Blick auf die heutige Stadt Nazaret. Geburt, Kindheit und Taufe von Jesus Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Das Auftreten von Jesus nach dem Johannesevangelium Die erste christliche Mission
Eine Salbung wurde durch Einreiben oder Begießen des Kopfes und Leibes mit Öl (Olivenöl) vorgenommen.
Der Gegenspieler Gottes. Sein Ziel ist das Verderben der Menschen.

39Und wir sind Zeugen für alles,

was er im jüdischen Land

und in Jerusalem getan hat.

Zuletzt hat man ihn an den Pfahl gehängt

und umgebracht.

Gemeint ist das Kreuz. Wer gehängt wurde, galt als verflucht.

40Aber Gott hat ihn am dritten Tag auferweckt

und ihn als Lebenden auftreten lassen –

Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben bei Gott in seinem Reich.

41allerdings nicht vor dem ganzen Volk,

sondern vor Zeugen,

die Gott im Voraus bestimmt hat.

Diese Zeugen sind wir.

Wir haben mit ihm gegessen und getrunken,

nachdem er vom Tod auferstanden war.

die Apostel, d.h. die zwölf Jünger, die Jesus während seines Wirkens begleitet hatten.

42Uns hat Gott auch beauftragt,

dem Volk zu verkünden

und zu bezeugen:

Gott hat Jesus zum Richter

über die Lebenden und die Toten eingesetzt.

43Ebenso bezeugen alle Propheten von Jesus:

Durch die Macht seines Namens

wird allen Menschen,

die an ihn glauben,

ihre Schuld vergeben."

Heiden empfangen den Heiligen Geist und werden getauft

44Während Petrus noch redete,

kam der Heilige Geist auf alle herab,

die ihm zuhörten.

45Es waren auch Glaubende jüdischer Herkunft anwesend,

die mit Petrus dorthin gekommen waren.

Sie waren sehr erstaunt,

dass die Gabe des Heiligen Geistes

auch über Heiden ausgegossen wurde.

46Sie hörten nämlich,

wie die Versammelten in fremden Sprachen redeten

und Gott priesen.

Darauf sagte Petrus zu seinen Begleitern:

Das durch den Heiligen Geist bewirkte Reden in einer fremden, dem Sprecher vielleicht völlig unbekannten Sprache oder auch in einer völlig unbekannten Ausdrucksweise.

47"Wer kann diesen Menschen jetzt noch

das Wasser für die Taufe verweigern?

Sie haben doch genau wie wir

den Heiligen Geist empfangen!"

48Er ordnete an,

sie im Namen von Jesus Christus zu taufen.

Danach baten sie Petrus,

noch einige Tage bei ihnen zu bleiben.

Petrus rechtfertigt sich in Jerusalem

111Die Apostel und die Brüder in Judäa hörten,

dass auch die Heiden

das Wort Gottes angenommen hatten.

Die Botschaft, dass Jesus der Christus ist.

2Als Petrus nun nach Jerusalem zurückkehrte,

warfen ihm die Brüder jüdischer Herkunft vor:

3"Du bist zu Fremden gegangen

und hast sogar mit ihnen gegessen."

Wörtlich heißt es in Vers 3: "Du bist zu Leuten gegangen, die nicht sind". Gemeint sind , die nicht zum Volk gehören, aber im Land leben.

4Da erzählte ihnen Petrus alles der Reihe nach:

5"Ich war in der Stadt Joppe

und betete.

Plötzlich hatte ich eine Erscheinung.

Ein Behältnis kam von oben herab.

Es sah aus wie ein großes Leinentuch,

das an seinen vier Ecken

vom Himmel hinuntergelassen wurde.

Es kam direkt zu mir.

6Gespannt schaute ich hinein.

Da sah ich die Vierbeiner der Erde,

zahme und wilde,

dazu die Kriechtiere und die Vögel des Himmels.

7Ich hörte eine Stimme,

die zu mir sagte:

'Steh auf, Petrus!

Schlachte und iss!'

8Ich erwiderte:

'Auf gar keinen Fall, Herr!

Noch nie ist etwas Unvorschriftsmäßiges oder Unreines

in meinen Mund gekommen.'

9Da erklang die Stimme aus dem Himmel ein zweites Mal:

'Was Gott rein gemacht hat,

das sollst du nicht unvorschriftsmäßig nennen!'

10Dies wiederholte sich noch ein drittes Mal.

Dann wurde alles

wieder in den Himmel hinaufgezogen.

11Und sieh doch,

in demselben Augenblick standen drei Männer

vor dem Haus, in dem wir waren.

Sie waren aus Cäsarea zu mir geschickt worden.

12Der Heilige Geist sagte zu mir:

'Geh mit ihnen!

Du brauchst keine Bedenken zu haben.'

Die sechs Brüder hier begleiteten mich.

So kamen wir zum Haus des Mannes,

der nach mir geschickt hatte.

13Der berichtete uns von dem Engel,

den er gesehen hatte –

wie er plötzlich in seinem Haus stand

und sagte:

'Schicke jemanden nach Joppe

und lass Simon zu dir bitten,

der Petrus genannt wird.

14Der wird dir eine Botschaft bringen,

durch die du gerettet wirst

zusammen mit deiner ganzen Hausgemeinschaft.'

15Ich hatte noch kaum begonnen zu reden,

da kam der Heilige Geist

auf die dort Versammelten herab –

genau so,

wie es am Anfang bei uns war.

16Ich erinnerte mich,

was der Herr gesagt hatte:

'Johannes hat mit Wasser getauft.

Aber ihr werdet mit dem Heiligen Geist getauft werden.'

Das Zitat stammt aus Apostelgeschichte 1,5.

17Auch sie sind zum Glauben

an Jesus Christus, den Herrn, gekommen.

Und Gott hat ihnen die gleiche Gabe geschenkt

wie damals uns.

Wenn das so ist:

Sollte ich Gott etwa daran hindern?"

18Als die Apostel und die anderen das hörten,

beruhigten sie sich.

Sie priesen Gott

und sagten:

"Gott hat also auch den Heiden den Weg gezeigt,

sich von Grund auf zu ändern.

Auch sie können nun das wahre Leben finden!"

Leben in Gottes Reich und in unmittelbarer Gemeinschaft mit ihm.

Die aus Griechenland zugezogenen Christen in Antiochia

In Antiochia wird eine Gemeinde gegründet

19Während der Verfolgung

nach dem Tod von Stephanus

hatte sich die Gemeinde im Land zerstreut.

Dabei kamen die Flüchlinge bis nach Phönizien,

Zypern und Antiochia.

Zunächst verkündeten sie die Botschaft Gottes

nur unter den Juden.

Gemeint ist die Verfolgung, die in Apostelgeschichte 8,1 beschrieben wird.
Schmaler Küstenstreifen zwischen Libanon und Mittelmeer. Rekonstruktion eines Tarschischschiffes. Phönizische Münzen. Die erste christliche Mission Die Reisen des Paulus – 3. Reise
Insel im östlichen Mittelmeer. Blick über Nordzypern, eine Insel im östlichen Mittelmeer. Der Mittlere Osten – Oberflächengestalt Die erste christliche Mission Die Reisen des Paulus – 1. Reise Die Reisen des Paulus – 2. Reise Die Reisen des Paulus – 3. Reise Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom
Hauptstadt der römischen Provinz Syrien. Die Pauluskirche in Antiochia am Orontes. Der Mittlere Osten – Oberflächengestalt Die erste christliche Mission Die Reisen des Paulus – 1. Reise Die Reisen des Paulus – 2. Reise Die Reisen des Paulus – 3. Reise

20Zu den Flüchtlingen gehörten Männer aus Zypern und Zyrene.

Als sie nach Antiochia kamen,

verkündeten sie auch den Griechen

die Gute Nachricht von Jesus, dem Herrn.

Gegend in Nordafrika, benannt nach der gleichnamigen Stadt.
Gemeint sind Menschen aus den Ländern rings um Israel, die keine Juden waren und Griechisch sprachen. Griechisch war im gesamten Osten des römischen Reichs gemeinsame Sprache.

21Der Herr stand ihnen bei.

Viele Menschen kamen zum Glauben

und nahmen Jesus als ihren Herrn an.

Wörtlich heißt es in Vers 21: "Viele Menschen kamen zum und wendeten sich dem zu."

22Das kam der Gemeinde in Jerusalem zu Ohren

und sie schickte Barnabas nach Antiochia.

23Als er dort eintraf

und sah,

was Gottes Gnade bewirkt hatte,

freute er sich.

Er bestärkte die Gemeinde in Antiochia in ihrem Vorsatz,

dem Herrn von ganzem Herzen treu zu bleiben.

Das Herz gilt als Sitz des Verstandes und des Willens und damit auch als Ort der Entscheidung über richtiges und falsches Handeln.
Gott wendet sich den Menschen liebevoll und ohne jede Vorbedingung zu.

24Denn Barnabas war ein tüchtiger Mann

mit unerschütterlichem Glauben,

der ganz vom Heiligen Geist erfüllt war.

So gewann die Gemeinde

eine große Zahl von Glaubenden hinzu.

25Dann zog Barnabas weiter nach Tarsus,

um Saulus aufzusuchen.

26Als er ihn getroffen hatte,

nahm er ihn mit nach Antiochia.

Ein ganzes Jahr lang waren sie gemeinsam

in der Gemeinde tätig.

Sie lehrten viele Menschen.

Hier in Antiochia wurden die Jünger

zum ersten Mal Christen genannt.

Bezeichnung für die Anhänger von Jesus Christus, die zunächst nur von Außenstehenden gebraucht wurde.

Die Gemeinde in Antiochia sammelt Geld für die Gemeinde in Jerusalem

27Zu dieser Zeit kamen Propheten

von Jerusalem nach Antiochia.

Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.

28Einer von ihnen hieß Agabus.

Mit einer Ankündigung,

die vom Heiligen Geist kam,

trat er vor die Gemeinde:

"Eine große Hungersnot

wird über die ganze Erde kommen!"

So geschah es dann auch

während der Regierungszeit von Klaudius.

Klaudius regierte zur Zeit von Paulus als Kaiser über das Römische Reich (41 n.–54 n. Chr.). Zeichnung einer Büste des römischen Kaisers Klaudius.

29Da beschlossen die Jünger in Antiochia,

die Brüder und Schwestern in Judäa zu unterstützen.

Jeder sollte so viel geben, wie er konnte.

Bei Lukas weiterer Kreis von Männern und Frauen, die Jesus auf seinem Weg begleiteten und von ihm lernten.

30Und so machten sie es.

Sie schickten ihre Gaben durch Barnabas und Saulus

zu den Ältesten der Gemeinde in Jerusalem.

Bezeichnung für ein Leitungsamt in frühchristlichen Gemeinden, das stets von älteren Männern ausgeübt wurde.

Herodes Agrippa I. verfolgt die Gemeinde in Jerusalem

Jakobus wird hingerichtet, Petrus gefangen genommen

121Um diese Zeit ging König Herodes

mit äußerster Grausamkeit

gegen einige Mitglieder der Gemeinde vor.

Ein Enkel von Herodes dem Großen. Er wird volkstümlich "Herodes" genannt, da er kurze Zeit (41–44 n.Chr.) das Reich seines Großvaters unter seiner Herrschaft vereinigte.

2Jakobus, den Bruder des Johannes,

ließ er enthaupten.

3Herodes merkte,

dass das bei den Juden Beifall fand.

Da ließ er auch Petrus verhaften,

und zwar während des Festes der Ungesäuerten Brote.

Erinnert an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Damals blieb keine Zeit, Sauerteigbrot zu backen, deshalb wird in dieser Festwoche nur ungesäuertes Brot gegessen.

4Nach seiner Verhaftung

ließ Herodes ihn ins Gefängnis werfen.

Die Bewachung übertrug er

vier Abteilungen von je vier Soldaten.

Nach dem Passafest

wollte er Petrus vor dem Volk öffentlich verurteilen.

Damit wurden die vier Nachtwachen abgedeckt, in die die Nacht eingeteilt war.
Jüdisches Fest, das jährlich im Frühjahr gefeiert wird und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert.

5So saß Petrus also streng bewacht im Gefängnis.

Aber die Gemeinde betete Tag und Nacht für ihn zu Gott.

Petrus wird aus dem Gefängnis befreit

6In der Nacht,

bevor Herodes ihn öffentlich verurteilen wollte,

schlief Petrus zwischen zwei der Soldaten.

Er war mit zwei Ketten an sie gefesselt.

Die beiden anderen Soldaten hielten vor der Zellentür Wache.

7Und sieh doch:

Der Engel des Herrn trat herein

und Licht erhellte den Raum.

Der Engel weckte Petrus mit einem Stoß in die Seite

und sagte:

"Schnell, steh auf!"

Dabei fielen Petrus die Ketten von den Händen ab.

8Der Engel sagte zu ihm:

"Binde dir den Gürtel um

und zieh deine Sandalen an!"

Petrus gehorchte.

Dann sagte der Engel:

"Wirf deinen Mantel über

und folge mir!"

Im Altertum lief die einfache Bevölkerung innerhalb des Hauses und in der Ortschaft in der Regel barfuß. Für Reisen und bei der Arbeit auf dem Feld trug man jedoch Sandalen. Eine Sandale aus der Zeit des Neuen Testaments. Römischer Soldat in Rüstung.

9Petrus folgte ihm nach draußen.

Er wusste nicht,

dass es Wirklichkeit war,

was er gerade mit dem Engel erlebte.

Er glaubte zu träumen.

10Sie gingen am ersten Wachposten vorbei

und auch am zweiten.

Dann kamen sie zu dem eisernen Tor,

das in die Stadt führte.

Das Tor öffnete sich von selbst vor ihnen.

Sie traten hinaus

und gingen bis zur nächsten Straße.

Dann war der Engel plötzlich verschwunden.

11Petrus fasste sich

und sagte:

"Es ist tatsächlich wahr –

der Herr hat seinen Engel gesandt.

Der hat mich aus der Hand des Herodes befreit.

Und er hat mich vor dem bewahrt,

was ich vom jüdischen Volk zu erwarten hatte."

12Als ihm das klar geworden war,

ging er zum Haus von Maria.

Sie war die Mutter von Johannes,

der auch Markus genannt wurde.

Viele aus der Gemeinde waren dort versammelt

und beteten.

13Petrus klopfte an das Hoftor.

Eine Dienerin kam,

um zu öffnen.

Ihr Name war Rhode.

14Sie erkannte Petrus an der Stimme.

Vor lauter Freude vergaß sie,

das Tor zu öffnen.

Sie lief zurück ins Haus

und meldete:

"Petrus steht vor dem Tor!"

15Die dort Versammelten sagten zu ihr:

"Du bist verrückt."

Doch sie blieb dabei.

Da hieß es:

"Dann ist es wohl sein Engel."

16Doch Petrus klopfte und klopfte.

Schließlich öffneten sie die Tür.

Als sie ihn sahen,

waren sie außer sich vor Freude.

17Petrus bat mit einer Handbewegung um Ruhe.

Dann erzählte er ihnen,

wie der Herr ihn aus dem Gefängnis geführt hatte.

Er sagte:

"Berichtet das auch Jakobus

und den anderen Brüdern!"

Dann verabschiedete er sich

und verließ die Stadt.

18Bei Tagesanbruch entstand große Aufregung

unter den Soldaten.

Sie fragten sich,

was wohl mit Petrus geschehen war.

19Denn jetzt wollte Herodes ihn holen lassen,

aber er war unauffindbar.

Da ließ Herodes die Wachposten verhören

und befahl,

sie zur Hinrichtung abzuführen.

Danach begab sich Herodes von Judäa nach Cäsarea.

Dort lag sein Regierungspalast.

Der Tod von Herodes Agrippa I.

20Damals lag Herodes im Streit

mit den Einwohnern von Tyrus und Sidon.

Gemeinsam schickten sie eine Abordnung zu ihm

und baten um Frieden.

Dabei konnten sie den königlichen Palastverwalter Blastus

als Fürsprecher gewinnen.

Die Einwohner von Tyrus und Sidon

waren nämlich auf Nahrungsmittel

aus dem Gebiet des Königs angewiesen.

Hafenstadt auf einer Insel, die der Mittelmeerküste des Landes der Bibel vorgelagert war. Der Mittlere Osten – Oberflächengestalt Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Die erste christliche Mission Die Reisen des Paulus – 3. Reise
Eine alte und bedeutende Hafenstadt in Phönizien. Der Mittlere Osten – Oberflächengestalt Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Die erste christliche Mission Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom

21Am festgesetzten Tag legte Herodes

seine königlichen Gewänder an.

Er nahm auf der Rednertribüne Platz

und hielt eine Ansprache an die Abordnung.

An dem Tag, an dem die Beilegung des Streits feierlich verkündet werden sollte.
Prächtiges, verziertes, langärmeliges Obergewand, das vor allem wohlhabende Leute anstelle des einfachen Hemdes trugen.

22Die Volksversammlung rief ihm zu:

"Da hören wir die Stimme Gottes

und nicht die eines Menschen!"

23Im selben Augenblick

schlug ihn der Engel des Herrn,

weil er nicht Gott die Ehre gab.

Er wurde von Würmern zerfressen

und starb.

sondern sich selbst als Gott verehren ließ. Der jüdische Historiker Josephus berichtet, dass Herodes Agrippa I. während eines öffentlichen Auftritts zusammenbrach und fünf Tage später starb.

24Das Wort Gottes aber breitete sich immer weiter aus.

25Barnabas und Saulus erfüllten in Jerusalem ihren Auftrag.

Dann kehrten sie nach Antiochia zurück.

Johannes Markus nahmen sie mit.

Den Auftrag, die Geldspende der Gemeinde in für die Gemeinde in zu überbringen, vgl. Apostelgeschichte 12,27-30.
Begleiter von Paulus und Barnabas auf der ersten Missionsreise.

Die erste Missionsreise von Barnabas und Paulus

Barnabas und Paulus werden für ihre Reise beauftragt

131In der Gemeinde von Antiochia

gab es eine Reihe von Propheten und Lehrern:

Barnabas,

Simeon, genannt Niger,

Lukius von Zyrene,

Manaën,

der gemeinsam mit dem Landesfürsten Herodes

erzogen worden war,

und Saulus.

Bezeichnung für ein Amt in frühchristlichen Gemeinden. Der Lehrer gibt die Überlieferung von Jesus weiter und lehrt die rechte Art und Weise zu leben.
Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa in der Zeit von 4 v.–39 n.Chr.

2Einmal fasteten sie für einige Zeit

und widmeten sich ganz dem Gebet vor dem Herrn.

Da sagte der Heilige Geist zu ihnen:

"Stellt mir Barnabas und Saulus für die Aufgabe frei,

zu der ich sie berufen habe."

Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken.

3Daraufhin fasteten sie noch einmal,

beteten,

legten ihnen die Hände auf

und ließen sie ziehen.

Rituelle Geste, bei der eine höherstehende Person einer anderen Person die Hände auf den Kopf legt und dadurch bestimmte Rechte überträgt, einen Nachfolger einsetzt oder eine Person für eine Aufgabe bestimmt.

Barnabas und Paulus auf Zypern: Die Begegnung mit dem Zauberer Barjesus

4Der Heilige Geist schickte Saulus und Barnabas

auf den Weg.

Sie begaben sich nach Seleuzia.

Von dort fuhren sie mit dem Schiff nach Zypern weiter.

Hafen von Antiochia am Orontes. Blick auf Seleuzia, den Hafen von Antiochia am Orontes. Die Reisen des Paulus – 1. Reise

5In Salamis angekommen,

verkündeten sie das Wort Gottes

in den jüdischen Synagogen.

Als Helfer hatten sie noch Johannes bei sich.

Hafen an der Ostküste Zyperns. Ruinen von Salamis, einer Hafenstadt an der Ostküste von Zypern. Die Reisen des Paulus – 1. Reise

6Dann reisten sie über die ganze Insel bis nach Paphos.

Dort trafen sie einen Juden namens Barjesus.

Der betrieb Zauberei

und war ein falscher Prophet.

Hafenstadt an der Südküste Zyperns. Blick auf Paphos. Die Reisen des Paulus – 1. Reise
Praktiken und Methoden, um Ereignisse, Menschen oder Gegenstände auf übernatürliche Art und Weise zu beeinflussen.

7Er gehörte zum Gefolge des Gouverneurs Sergius Paulus,

der ein gebildeter Mann war.

Der Gouverneur hatte Barnabas und Saulus

zu sich rufen lassen,

um die Botschaft Gottes zu hören.

Herrscher bzw. Befehlshaber einer Region oder Provinz, der im Auftrag des römischen Reiches oder des Kaisers dort regiert.

8Aber der Zauberer Elymas

– so hieß er auf Griechisch –

trat ihnen entgegen.

Er versuchte mit allen Mitteln zu verhindern,

dass der Gouverneur zum Glauben kam.

9Saulus,

der auch Paulus heißt,

nahm Elymas fest in den Blick.

Erfüllt vom Heiligen Geist,

Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte.

10sagte er:

"Du bist voll List und Tücke,

du Sohn des Teufels

und Gegner von allem,

was Gott will.

Willst du nicht endlich aufhören,

die klaren Anweisungen des Herrn zu verdrehen?

Wörtlich heißt es in Vers 10: "Gegner aller ".
Wörtlich heißt es in Vers 10: "Willst du nicht endlich aufhören, die geraden Wege des Herrn krumm zu machen?" Dabei handelt es sich um eine freie Anspielung auf Hosea 14,10.

11Jetzt sieh!

Der Herr wird dich bestrafen!

Du wirst blind sein

und eine Zeit lang die Sonne nicht mehr sehen!"

Sofort wurde Elymas in tiefste Dunkelheit getaucht.

Er tappte umher

und suchte jemanden,

der ihn an der Hand führte.

Wörtlich heißt es in Vers 11: "Die Hand des Herrn kommt über dich."

12Als der Gouverneur sah,

was geschehen war,

kam er zum Glauben.

Er war tief beeindruckt,

wie mächtig die Lehre des Herrn war.

Barnabas und Paulus in Antiochia in Pisidien: Paulus spricht in der Synagoge

13Paulus und seine Begleiter setzten mit dem Schiff

von Paphos nach Perge in Pamphylien über.

Dort trennte sich Johannes von ihnen

und kehrte nach Jerusalem zurück.

Stadt in Pamphylien an der südlichen Mittelmeerküste Kleinasiens. Die Ruinen des Marktplatzes in Perge in Pamphylien. Die Reisen des Paulus – 1. Reise
Gebiet an der Südküste Kleinasiens. Die Reisen des Paulus – 1. Reise Die Reisen des Paulus – 2. Reise Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom

14Paulus und Barnabas

zogen von Perge aus weiter

und kamen nach Antiochia in Pisidien.

Am Sabbat gingen sie dort in die Synagoge

und nahmen Platz.

Stadt in Kleinasien in der heutigen Türkei, Hauptstadt der römischen Provinz Pisidien. Antike Reste aus Antiochia in Pisidien. Die Reisen des Paulus – 1. Reise
Der letzte Tag der jüdischen Woche. An diesem Tag wird Gottesdienst gefeiert und keine Arbeit verrichtet.

15Nach der Lesung aus dem Gesetz und den Propheten

ließen die Synagogenleiter ihnen sagen:

"Ihr Brüder,

wenn ihr ein ermutigendes Wort für das Volk habt,

dann sprecht!"

Zur Zeit von Paulus eine gebräuchliche Bezeichnung für die Heilige Schrift.
Er ist für die Ordnung in der Synagoge und den richtigen Ablauf des Gottesdienstes am Sabbat verantwortlich. Der Synagogenleiter ist ehrenamtlich tätig.

16Da stand Paulus auf,

bat mit einer Handbewegung um Ruhe

und sagte:

"Ihr Männer von Israel

und ihr anderen, die ihr an den Gott Israels glaubt,

hört her!

Angesprochen sind die Männer als Repräsentanten der Familie oder der Gemeinde. Es ist aber davon auszugehen, dass auch viele Frauen und Kinder anwesend und ebenfalls angesprochen waren.
Wörtlich heißt es in Vers 16: "Ihr Männer von Israel und ihr ".

17Der Gott unseres Volkes,

der Gott Israels,

hat unsere Vorfahren erwählt.

Er hat sie zu einem großen Volk gemacht,

während sie als Fremde im Land Ägypten lebten.

Mit starker Hand

hat er sie aus Ägypten herausgeführt.

Land am Nil, eine der ältesten Stätten menschlicher Kultur.

18Vierzig Jahre lang ertrug er ihr Verhalten,

während sie durch die Wüste zogen.

Die ständige Auflehnung der Israeliten gegen Gott.
Im Land der Bibel gibt es mehrere Wüsten- oder Steppengebiete, z.B. die Wüste Juda, die sich östlich und südöstlich von Jerusalem erstreckt. Wüste bei Jericho. Panoramabild: Wüste Juda. Geburt, Kindheit und Taufe von Jesus Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Das Auftreten von Jesus nach dem Johannesevangelium

19Er unterwarf im Land Kanaan sieben Völker

und gab das Land den Israeliten zum Erbbesitz.

Die Unterwerfung der Völker im Land wird in 5 Mose/Deuteronomium 7,1 berichtet.
Das Gebiet zwischen Jordansenke und Mittelmeer bis hinauf nach Sidon.
Der Anteil jedes einzelnen Israeliten am gesamten Land eines Stammes. Er kann nicht veräußert werden, da er sonst dem Gesamteigentum des Stammes verloren geht.

20Das dauerte insgesamt 450 Jahre.

Dann gab Gott dem Volk Israel Richter

bis zur Zeit des Propheten Samuel.

Gerechnet von dem Zeitpunkt, als die Vorfahren der Israeliten nach Ägypten gekommen waren.
Führer des Volkes Israel in der Zeit zwischen der Inbesitznahme des Landes und der Einsetzung von König Saul.
Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.
Alttestamentlicher Prophet und Richter im 11. Jh v. Chr, in der Übergangszeit zum Königtum.

21Von da an wollten sie einen König haben.

Und Gott gab ihnen Saul, den Sohn von Kisch

aus dem Stamm Benjamin.

Saul regierte vierzig Jahre lang.

Israelitischer Heerführer und erster König in Israel.

22Dann setzte Gott ihn wieder ab

und erhob David zu ihrem König.

Von ihm hat Gott bezeugt:

'Ich habe David ausgewählt,

den Sohn von Isai.

Er ist ein Mann nach meinem Herzen.

Er wird in allem so handeln,

wie ich es will.'

Das Zeugnis Gottes über steht in Psalm 89,21 und in 1 Samuel 13,14.
David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v.Chr.).

23Nun hat Gott einen Nachkommen Davids

als Retter zu Israel gesandt

– genau wie er es versprochen hat.

Dieser Retter ist Jesus.

24Bevor er auftrat,

hat Johannes dem ganzen Volk Israel verkündet:

'Lasst euch taufen!

Ändert euer Leben!'

Hier wird auf Lukas 3,3 verwiesen.

25Als Johannes am Ende seines Wirkens stand,

sagte er zu den Leuten:

'Was denkt ihr,

wer bin ich?

Ich bin nicht der,

für den ihr mich haltet!

Seht doch,

der kommt nach mir.

Ich bin nicht einmal wert,

ihm die Sandalen von den Füßen loszubinden.'

26Ihr Brüder,

ihr Nachkommen Abrahams

und auch ihr |panderen, |&z]

die ihr an den Gott Israels glaubt:

Wir sind es,

denen Gott

die Botschaft von dieser Rettung gesandt hat.

Wörtlich heißt es in Vers 26: "Ihr Brüder, Nachkommen und alle ".
Stammvater des Volkes Israel. Sein Name bedeutet "Vater einer großen Menge".

27Die Bewohner von Jerusalem

und ihre führenden Männer

haben nicht erkannt,

wer Jesus war.

Sie haben ihn zum Tod verurteilt.

Dadurch haben sie die Ankündigungen der Propheten

in Erfüllung gehen lassen,

die an jedem Sabbat vorgelesen werden.

28Sie fanden nichts,

wofür Jesus den Tod verdient hätte.

Dennoch forderten sie von Pilatus seine Hinrichtung.

Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n.Chr. Pilatusinschrift aus Cäsarea Maritima. Plan der Stadt Jerusalem zur Zeit von Jesus.

29Damit hatten sie alles getan,

was in den Heiligen Schriften

über Jesus vorhergesagt ist.

Danach nahmen sie ihn von dem Pfahl ab

und legten ihn ins Grab.

Für das Judentum zur Zeit von Jesus die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind.
Tote wurden in Israel zur Zeit des Alten und Neuen Testaments meist in Grabkammern bestattet, die in den Felsen hineingehauen waren. Ein Felsengrab bei der Ortschaft Betfage. Das Gartengrab in Jerusalem. Seitenansicht eines Rollsteingrabs. Innenansicht eines Einzelgrabs. Grundriss eines Gemeinschaftsgrabs.

30Aber Gott hat ihn vom Tod auferweckt.

31Viele Tage hindurch

zeigte Jesus sich seinen Begleitern,

die mit ihm von Galiläa

nach Jerusalem hinaufgezogen waren.

Die sind jetzt seine Zeugen vor dem Volk.

32Und wir verkünden euch nun die Gute Nachricht:

Was Gott unseren Vorfahren versprochen hat,

33das hat er in Erfüllung gehen lassen –

und zwar für uns, ihre Nachkommen.

Er hat Jesus vom Tod auferweckt,

wie es ja auch im zweiten Psalm steht:

'Du bist mein Sohn,

heute habe ich dich gezeugt.'

Das Zitat stammt aus Psalm 2,7. Gemeint ist: Durch die Auferstehung von ist in Erfüllung gegangen, was Gott versprochen hatte. Jetzt ist es sichtbar geworden. s ist der Nachkomme , der als Retter zum Volk gekommen ist.

34Gott hat Jesus vom Tod auferweckt

und nicht zugelassen,

dass sein Körper verwest.

Davon hatte Gott gesprochen,

als er sagte:

'Ich will euch geben,

was ich David versprochen habe:

das unvergängliche Heil.'

Das Zitat steht in Jesaja 55,3.

35Darum heißt es auch an einer anderen Stelle:

'Du lässt nicht zu,

dass dein treuer Diener verwest.'

Das Zitat stammt aus Psalm 16,10.

36David starb nach Gottes Willen,

nachdem er sein Leben lang

den Menschen seiner Zeit gedient hatte.

Er wurde bei seinen Vorfahren bestattet

und sein Leib verweste.

Im Land der Bibel wurden die Toten außerhalb der Ortschaften begraben, da die Grabstätten als unrein galten.

37Aber derjenige,

den Gott auferweckt hat,

dessen Leib verweste nicht.

38Ihr Brüder,

das sollt ihr wissen:

Durch Jesus wird euch

die Vergebung eurer Schuld angeboten.

Das Gesetz des Mose hatte nicht die Kraft,

euch vor Gott gerecht zu machen.

Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose.
Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament.
Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes.

39Aber durch Jesus wird jeder, der glaubt,

vor Gott als gerecht dastehen.

40Gebt also Acht,

dass es nicht so kommt,

wie es bei den Propheten vorhergesagt ist:

Das Zitat stammt aus der griechischen Übersetzung von Habakuk 1,5.

41'Schaut her, ihr Spötter!

Wundert euch

und geht zugrunde.

Denn in euren Tagen handle ich so,

wie ihr es nicht erwartet.

Ihr könntet es nicht glauben,

wenn man euch davon erzählen würde.'"

Sie nehmen die Botschaft von Jesus und dem Heil, das er bringt, nicht an, sondern machen sich über sie lustig.

42Als Paulus und Barnabas die Synagoge verließen,

bat man sie:

"Erzählt uns am nächsten Sabbat noch mehr

von dieser Sache."

43Die Versammlung löste sich auf.

Viele Juden und Leute,

die zum Judentum übergetreten waren

und an den Gott Israels glaubten,

folgten Paulus und Barnabas.

Die beiden sprachen ausführlich mit ihnen.

Sie redeten ihnen zu,

sich ganz auf die Gnade Gottes zu verlassen.

Wörtlich heißt es in Vers 43: "Viele ".
Wörtlich heißt es in Vers 43: "Viele und folgten und Barnabas."

Barnabas und Paulus in Antiochia in Pisidien: Paulus wendet sich den Heiden zu

44Am folgenden Sabbat

kam fast die ganze Stadt zusammen,

um die Botschaft vom Herrn zu hören.

45Als die Juden sahen,

wie groß die Menge war,

wurden sie eifersüchtig.

Ständig widersprachen sie dem,

was Paulus sagte,

und spotteten darüber.

46Aber Paulus und Barnabas ließen sich nicht einschüchtern

und sagten:

"Ihr wart die Ersten,

denen wir das Wort Gottes verkünden mussten.

Aber ihr wollt nichts davon wissen.

Ihr habt euch selbst davon ausgeschlossen,

das ewige Leben zu empfangen.

Seht doch,

deshalb wenden wir uns jetzt an die Heiden.

47So hat es uns der Herr aufgetragen:

'Ich habe dich zum Licht für die Heiden gemacht.

Du sollst die Rettung zu allen Menschen bringen –

bis ans Ende der Welt.'"

Das Zitat stammt aus Jesaja 49,6. Im Lukasevangelium wird dieses Wort auf bezogen, vgl. Lukas 2,32. Hier wird es dann mit seinen Boten, insbesondere mit , in Verbindung gebracht.

48Als die Heiden das hörten,

freuten sie sich

und priesen den Herrn für dieses Wort.

Und alle,

die für das ewige Leben bestimmt waren,

kamen zum Glauben.

49Die Botschaft vom Herrn

verbreitete sich in der ganzen Gegend.

50Aber die Juden hetzten die Leute in der Stadt

gegen Paulus und Barnabas auf –

die vornehmen Frauen,

die an den Gott Israels glaubten,

ebenso wie die angesehensten Männer der Stadt.

Sie veranlassten,

dass man gegen die beiden vorging.

Deshalb mussten sie das Gebiet der Stadt verlassen.

Wörtlich heißt es in Vers 50: "Aber die Juden hetzten die vornehmen gottesfürchtigen Frauen und die angesehensten Männer der Stadt auf".

51Die beiden schüttelten den Staub von ihren Füßen

als Warnung für die Bewohner.

Dann zogen sie weiter nach Ikonion.

Vgl. das Wort von in Lukas 9,5 und Lukas 10,10-11.
Eine zeichenhafte Handlung, die den Abbruch der Beziehungen und die Überantwortung an Gottes Gericht zum Ausdruck bringt.
Bedeutendste Stadt der Region Lykaonien im heutigen Zentralanatolien. Der Mittlere Osten – Oberflächengestalt Die Reisen des Paulus – 1. Reise Die Reisen des Paulus – 2. Reise

52Aber die Jünger,

die sie in Antiochia gewonnen hatten,

wurden von Freude erfüllt

und der Heilige Geist kam auf sie herab.

Paulus und Barnabas in Ikonion

141In Ikonion gingen Paulus und Barnabas

wieder in die jüdische Synagoge.

Sie sprachen dort genauso,

wie sie es auch in Antiochia getan hatten.

Daraufhin kamen viele Leute zum Glauben,

Juden wie Griechen.

2Die übrigen Juden,

die sich nicht überzeugen lassen wollten,

stachelten die Heiden gegen die Brüder auf.

3Trotzdem blieben Paulus und Barnabas

noch längere Zeit dort.

Im Vertrauen auf den Herrn

verkündeten sie unerschrocken

die Botschaft von der Gnade Gottes.

Der Herr bestätigte die Botschaft,

indem er durch Paulus und Barnabas

Zeichen und Wunder geschehen ließ.

Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen.

4Da spalteten sich die Bewohner der Stadt in zwei Lager.

Die einen hielten zu den Juden,

die anderen zu den Aposteln.

5Schließlich planten die gegnerischen Heiden und Juden

samt ihren führenden Männern

einen Anschlag auf Paulus und Barnabas:

Sie wollten die beiden gewaltsam ergreifen

und sie steinigen.

Die Steinigung war eine Form der Todesstrafe.

6Aber Paulus und Barnabas erfuhren davon.

Sie flohen nach Lystra und Derbe,

zwei Städten in Lykaonien.

Stadt im Gebiet Lykaonien in Kleinasien. Blick auf das moderne Lystra in der Türkei. Die Reisen des Paulus – 1. Reise Die Reisen des Paulus – 2. Reise
Stadt in der römischen Provinz Galatien im Süden Kleinasiens, der heutigen Türkei. Blick auf die Stadt Derbe in der heutigen Türkei. Die Reisen des Paulus – 1. Reise Die Reisen des Paulus – 2. Reise Die Reisen des Paulus – 3. Reise
Gebiet im mittleren Kleinasien. Die Reisen des Paulus – 1. Reise

7Dort und in der weiteren Umgebung

setzten sie die Verkündigung der Guten Nachricht fort.

Paulus und Barnabas in Lystra

8In Lystra wohnte ein Mann,

der keine Kraft in seinen Beinen hatte.

Er war von Geburt an gelähmt

und hatte noch nie einen Schritt getan.

9Dieser Mann war unter den Zuhörern,

als Paulus redete.

Paulus blickte den Gelähmten an.

Er sah,

dass der Mann fest darauf vertraute,

geheilt zu werden.

10Da rief er laut:

"Stell dich auf deine Beine –

gerade und aufrecht!"

Da sprang der Gelähmte auf

und tat die ersten Schritte.

11Als die Leute sahen,

was Paulus getan hatte,

riefen sie auf Lykaonisch:

"Die Götter haben Menschengestalt angenommen

und sind zu uns herabgestiegen!"

12Sie nannten Barnabas Zeus

und Paulus Hermes,

weil er der Wortführer war.

Oberster Gott in der griechisch-römischen Religion, Beherrscher von Himmel und Erde sowie Vater der Götter.
In der griechisch-römischen Religion der Bote, der die Aufträge des obersten Gottes Zeus überbringt.

13Der Priester aus dem Zeustempel vor der Stadt

brachte Stiere und Blumenkränze zum Stadttor.

Zusammen mit den Leuten

wollte er den beiden Opfer darbringen.

Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch, Geschenke) für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer schafft Gemeinschaft mit Gott. In der Regel wird das Opfer auf einem Altar verbrannt. Schlachtung eines Tieres für das Opfer.

14Als die Apostel Barnabas und Paulus das hörten,

zerrissen sie ihre Kleider.

Sie stürzten sich in die Menge

und riefen:

15"Männer, was tut ihr da?

Wir sind doch Menschen genau wie ihr.

Wir verkünden euch die Gute Nachricht,

damit ihr euch von diesen nutzlosen Götzen abwendet.

Wendet euch dem lebendigen Gott zu!

Er hat Himmel, Erde und Meer geschaffen

mit allem, was darin ist.

Das Folgende sind Zitate aus der griechischen Übersetzung von Psalm 96,5 und Psalm 146,6.

16In den vergangenen Zeiten

ließ Gott alle heidnischen Völker

ihre eigenen Wege gehen.

17Und doch hat er sich auch ihnen

immer wieder deutlich zu erkennen gegeben –

durch all das Gute,

das er tut:

Vom Himmel her gibt er euch Regen

und lässt die Ernte reifen.

Er schenkt euch Nahrung

und erfüllt euer Herz mit Freude."

18Doch selbst mit diesen Worten

konnten Paulus und Barnabas

die Leute kaum davon abhalten,

ihnen Opfer darzubringen.

19Aber dann kamen Juden aus Antiochia und aus Ikonion.

Sie brachten die Menge auf ihre Seite

und steinigten Paulus.

Dann schleiften sie ihn aus der Stadt hinaus,

denn sie hielten ihn für tot.

20Doch als sich die Jünger um ihn drängten,

stand er auf

und ging in die Stadt zurück.

Am nächsten Tag machte er sich mit Barnabas

auf den Weg nach Derbe.

Paulus und Barnabas in Derbe -- Rückreise nach Antiochia und Besuche bei den Gemeinden

21In Derbe verkündeten Paulus und Barnabas

die Gute Nachricht

und konnten viele Jünger gewinnen.

Dann machten sie sich auf den Rückweg

und kamen über Lystra und Ikonion

schließlich nach Antiochia.

22Überall machten sie den Jüngern Mut

und ermahnten sie,

unbeirrt am Glauben festzuhalten:

"Nach Gottes Plan werden wir

durch große Not hindurch

schließlich in das Reich Gottes gelangen."

Wörtlich: Königsherrschaft Gottes.

23In jeder Gemeinde ließen sie Älteste wählen.

Dann beteten sie und fasteten.

So vertrauten sie die Gemeinden dem Herrn an,

an den sie nun glaubten.

24Dann zogen Paulus und Barnabas durch Pisidien

und kamen wieder nach Pamphylien.

Gebiet im mittleren Westen Kleinasiens. Die Reisen des Paulus – 1. Reise

25In Perge verkündeten sie das Wort Gottes.

Anschließend zogen sie zum Meer hinab nach Attalia.

Hafen in Pamphylien im Südwesten der heutigen Türkei. Blick auf den alten Hafen von Attalia. Die Reisen des Paulus – 1. Reise

26Von dort segelten sie nach Antiochia.

Hier waren sie ja für ihre Aufgabe

der Gnade Gottes anvertraut worden.

Und diese Aufgabe hatten sie nun erfüllt.

Die Aussendung von Barnabas und wird in Apostelgeschichte 13,1-3 erzählt.

27Nach ihrer Ankunft riefen sie die Gemeinde zusammen.

Sie berichteten,

was Gott durch sie getan hatte:

"Er hat den Heiden

die Tür zum Glauben geöffnet."

28Danach blieben Paulus und Barnabas

für längere Zeit bei den Jüngern dort.

Die Gute Nachricht auf dem Weg bis ans Ende der Erde

Die Versammlung in Jerusalem und die zweite Missionsreise von Paulus

Die Versammlung in Jerusalem

Der Anlass -- eine Streitfrage in Antiochia: Müssen Heidenchristen beschnitten werden?

151Da kamen einige Leute aus Judäa nach Antiochia.

Sie erklärten den Brüdern:

"Ihr müsst euch beschneiden lassen,

wie es nach Mose Vorschrift ist.

Sonst könnt ihr nicht gerettet werden."

Das Abtrennen der Vorhaut am männlichen Glied ist für Israel Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk.

2Das verursachte große Aufregung in der Gemeinde.

Und Paulus und Barnabas gerieten

mit den Männern in heftigen Streit.

Deshalb beschloss man,

Paulus, Barnabas und einige andere aus der Gemeinde

nach Jerusalem zu schicken.

Dort sollten sie die Streitfrage

den Aposteln und Gemeindeältesten vorlegen.

3Paulus, Barnabas und ihre Begleiter

wurden von der Gemeinde feierlich verabschiedet.

Dann reisten sie durch Phönizien und Samarien

und erzählten überall,

wie die Heiden den Glauben angenommen hatten.

Damit lösten sie bei allen Brüdern große Freude aus.

Die Versammlung in Jerusalem: Die Forderung der Pharisäer

4Als Paulus, Barnabas und ihre Begleiter

in Jerusalem ankamen,

wurden sie von der ganzen Gemeinde,

den Aposteln und den Gemeindeältesten empfangen.

Sie berichteten ausführlich,

was Gott durch sie bewirkt hatte.

5Aber einige von der Partei der Pharisäer,

die zum Glauben gekommen waren,

standen auf.

Sie forderten:

"Man muss diese Menschen beschneiden

und von ihnen verlangen,

das Gesetz des Mose zu befolgen!"

Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm.

Die Versammlung in Jerusalem: Die Rede des Petrus

6Daraufhin versammelten sich die Apostel

und die Gemeindeältesten,

um über diese Frage zu beraten.

7Dabei kam es zu einem heftigen Streit.

Da stand Petrus auf

und sagte zu ihnen:

"Ihr Brüder!

Ihr wisst doch,

dass Gott schon längst

hier bei euch die Entscheidung getroffen hat:

Durch meine Verkündigung

sollten die Heiden die Gute Nachricht hören

und zum Glauben kommen.

Gemeint ist die Kornelius-Geschichte, die in Apostelgeschichte 10 erzählt wird.

8Und Gott, der ja die Herzen kennt,

hat das selbst bestätigt:

Er hat nämlich auch ihnen den Heiligen Geist gegeben –

genauso wie uns.

9Er hat keinen Unterschied

zwischen uns und ihnen gemacht.

Durch den Glauben hat er ihre Herzen

von aller Schuld gereinigt.

10Warum fordert ihr Gott heraus

und legt den Jüngern ein Joch auf den Nacken?

Weder unsere Vorfahren noch wir selbst

waren stark genug,

ein solches Joch zu tragen!

Ein Holzbalken, der Tieren über den Nacken gelegt wird, um einen Wagen oder Pflug zu ziehen. Ochsengespann mit Joch und Pflug.

11Im Gegenteil:

Durch die Gnade des Herrn Jesus

werden wir gerettet –

wir genauso wie sie!

Davon sind wir überzeugt."

Die Versammlung in Jerusalem: Die Rede des Jakobus

12Da schwieg die ganze Versammlung

und hörte Barnabas und Paulus zu.

Sie berichteten von den Zeichen und Wundern,

die Gott durch sie

bei den Heiden vollbracht hatte.

13Als Paulus und Barnabas mit ihrem Bericht

zu Ende waren,

ergriff Jakobus das Wort:

"Ihr Brüder, hört mir zu!

14Simeon hat deutlich gemacht,

wie Gott selbst sich als Erster

den Heiden zugewandt hat.

Aus ihnen hat er ein Volk gebildet,

das zu ihm gehört.

Gemeint ist Simon Petrus.
Wörtlich heißt es in Vers 14: "Aus ihnen hat er ein Volk seines gebildet."

15Das stimmt mit den Worten der Propheten überein.

Dort heißt es:

Die folgende Schriftstelle ist ein freies Zitat aus Amos 9,11-12 und Jesaja 45,21-22.

16'Danach werde ich mich euch wieder zuwenden.

Ich werde die verfallene Hütte Davids wieder aufbauen.

Aus ihren Trümmern werde ich sie aufrichten

und sie neu erstehen lassen.

Nach dem Strafgericht.
Gemeint ist die Herrschaft der Dynastie Davids.

17Das werde ich tun,

damit alle Menschen,

die übrig geblieben sind,

mich, den Herrn, suchen –

auch die Heiden.

Sie sind ja mein Eigentum.

Das sage ich, der Herr.

Denn ich führe aus,

18was ich von jeher angekündigt habe.'

19Deshalb bin ich der Ansicht,

wir sollten die Heiden,

die sich Gott zuwenden,

nicht unnötig belasten.

Gemeint ist die Verpflichtung, das ganze jüdische Gesetz einzuhalten, einschließlich der Beschneidung.

20Wir sollten sie lediglich in einem Brief auffordern,

einige Dinge zu unterlassen,

die sie unrein machen:

Sie sollen keine Götzen verehren

und nicht mit Verwandten schlafen.

Und sie sollen kein Fleisch von Tieren essen,

die nicht ausgeblutet sind,

oder Blut zu sich nehmen.

Die hier aufgestellten Forderungen entsprechen den Regeln, die nach 3Mose/Levitikus 17-18 alle Menschen, die im Land leben – also auch die Fremden – erfüllen müssen.
Das Blut gilt als der Sitz des Lebens und gehört Gott, der alles Leben geschaffen hat. Da der Genuss von Blut für fromme Juden verboten ist, darf das Fleisch von nicht ausgebluteten Tieren nicht gegessen werden.
Im Blut ist nach biblischer Auffassung das Leben enthalten. Alles Blut gehört in besonderer Weise Gott, weil er allein Leben schaffen kann.

21Denn diese Vorschriften des Mose werden

seit vielen Generationen in allen Städten verkündet.

An jedem Sabbat werden sie

in den Synagogen vorgelesen.“

Die Versammlung in Jerusalem: Der Beschluss und der Brief nach Antiochia

22Darauf fassten die Apostel und die Gemeindeältesten

sowie die ganze Gemeinde einen Beschluss:

Sie wollten Männer aus ihrer Mitte wählen,

um sie zusammen mit Paulus und Barnabas

nach Antiochia zu schicken.

Die Wahl fiel auf Judas, genannt Barsabbas, und Silas,

die zu den führenden Männern unter den Brüdern gehörten.

23Den beiden gaben sie folgendes Schreiben mit:

"Die Apostel und die Gemeindeältesten,

eure Brüder.

An unsere Brüder in Antiochia, Syrien und Zilizien,

die aus den Heidenvölkern zu uns gestoßen sind.

Wir grüßen euch herzlich!

Ursprünglich eine geographische Bezeichnung für das Gebiet um Damaskus, zwischen dem Fluss Eufrat und der Nordgrenze Israels sowie zwischen dem Mittelmeer und der arabischer Wüste. Zur Zeit des Neuen Testaments schließt die römische Provinz Syrien auch Israel und Juda mit ein. Wüste bei Palmyra im Gebiet von Syrien. Geburt, Kindheit und Taufe von Jesus Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Die Reisen des Paulus – 2. Reise Die Reisen des Paulus – 3. Reise
Römische Provinz im Südosten Kleinasiens mit der Hauptstadt Tarsus. Der Mittlere Osten – Oberflächengestalt Die erste christliche Mission Die Reisen des Paulus – 2. Reise Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom

24Wie wir erfahren haben,

waren einige aus unserer Gemeinde bei euch.

Was sie euch sagten,

hat euch erschreckt

und zutiefst beunruhigt.

Dazu hatten sie von uns keinen Auftrag.

25Wir haben einstimmig beschlossen,

ausgewählte Männer zu euch zu schicken.

Sie kommen zusammen mit unseren geliebten Brüdern

Barnabas und Paulus.

26Es sind Männer, die für unseren Herrn Jesus Christus

ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben:

Wörtlich lautet der Vers 26: "Männern, die für den unseres ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben."

27Wir haben Judas und Silas zu euch geschickt.

Sie werden euch dasselbe auch noch mündlich mitteilen.

28Der Heilige Geist und zusammen mit ihm auch wir

haben nämlich beschlossen,

euch keine weiteren Lasten aufzubürden.

Nur die folgenden Dinge solltet ihr unbedingt beachten:

29Esst kein Fleisch von Tieren,

die als Opfer für Götzen geschlachtet wurden.

Nehmt kein Blut zu euch.

Verzehrt kein Fleisch von Tieren,

die nicht ausgeblutet sind,

und schlaft nicht mit Verwandten.

Wenn ihr dies vermeidet,

macht ihr alles richtig.

Und nun lebt wohl!"

Die Gesandschaft nach Antiochia

30Paulus, Barnabas und die beiden Abgesandten

wurden in Jerusalem feierlich verabschiedet

und gingen nach Antiochia.

Dort riefen sie die ganze Gemeinde zusammen

und übergaben den Brief.

31Er wurde vorgelesen,

und alle freuten sich über den ermutigenden Bescheid.

32Judas und Silas,

die beide selbst Propheten waren,

sprachen lange mit den Brüdern.

Sie machten ihnen Mut

und bestärkten sie im Glauben.

33Die beiden blieben noch einige Zeit dort.

Dann wurden sie von den Brüdern

mit Segenswünschen verabschiedet

und kehrten zu ihren Auftraggebern

nach Jerusalem zurück.

34[...]

Zahlreiche Handschriften fügen – wohl im Blick auf Apostelgeschichte 15,40 – hinzu: "Silas beschloss dazubleiben und Judas kehrte allein zurück."

35Paulus und Barnabas blieben in Antiochia.

Zusammen mit vielen anderen unterwiesen sie

die Gemeinde im Wort des Herrn

und verkündeten die Gute Nachricht.

Die zweite Missionsreise von Paulus

Paulus trennt sich von Barnabas und bricht zur zweiten Reise auf

36Nach einigen Tagen sagte Paulus zu Barnabas:

"Lass uns noch einmal alle Städte besuchen,

in denen wir das Wort des Herrn verkündet haben.

Wir wollen sehen,

wie es den Brüdern dort geht."

37Barnabas wollte auch Johannes Markus dabeihaben.

38Aber Paulus lehnte es ab,

ihn noch einmal mitzunehmen.

Er hatte sie ja in Pamphylien im Stich gelassen

und nicht weiter bei ihrer Arbeit unterstützt.

Vgl. Apostelgeschichte 13,13.

39Es kam zu einer heftigen Auseinandersetzung.

Schließlich trennten sich Paulus und Barnabas.

Barnabas nahm Markus mit

und segelte nach Zypern.

40Paulus wählte sich Silas zum Begleiter.

Die Brüder beteten,

dass die Gnade des Herrn ihn begleite.

Dann machte er sich auf den Weg.

41Er reiste durch Syrien und Zilizien

und bestärkte die Gemeinden im Glauben.

Paulus gewinnt Timotheus als Begleiter

161Paulus kam wieder nach Derbe und Lystra.

Sieh doch!

In Lystra lebte ein Jünger namens Timotheus.

Er war der Sohn einer Christin jüdischer Herkunft,

aber sein Vater war Grieche.

2Timotheus hatte einen guten Ruf

bei den Brüdern in Lystra und Ikonion.

3Paulus wollte Timotheus gerne

als Begleiter auf die Reise mitnehmen.

Aus Rücksicht auf die Juden in der Gegend

ließ er ihn beschneiden.

Denn alle wussten,

dass sein Vater Grieche war.

4Dann zogen Paulus und Timotheus von Stadt zu Stadt.

Sie teilten den Gemeinden mit,

was die Apostel und die Gemeindeältesten in Jerusalem

beschlossen hatten.

An diese Beschlüsse sollten sie sich halten.

5So wurden die Gemeinden im Glauben gestärkt,

und sie wuchsen von Tag zu Tag.

"Glaube(n)" meint das tiefe Vertrauen auf Gott.

Paulus in Troas

6Dann zogen Paulus und Timotheus weiter durch Phrygien

und das Gebiet von Galatien.

Denn der Heilige Geist hinderte sie daran,

die Botschaft in der Provinz Asien zu verkünden.

Gebiet im Hochland Zentralanatoliens. Die Reisen des Paulus – 2. Reise Die Reisen des Paulus – 3. Reise
Landschaft in Kleinasien, heute Zentralanatolien in der Türkei. Die Reisen des Paulus – 2. Reise Die Reisen des Paulus – 3. Reise
Die römische Provinz Asien (griechisch Asia) umfasste den westlichen Teil von Kleinasien (heute Türkei) mit der Hauptstadt Ephesus. Die Reisen des Paulus – 2. Reise Die Reisen des Paulus – 3. Reise Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom

7Als sie schon fast in Mysien waren,

wollten sie nach Bithynien weiterreisen.

Doch der Geist, durch den Jesus sie führte,

ließ das nicht zu.

Gebiet im Nordwesten Kleinasiens. Die Reisen des Paulus – 2. Reise
Landschaft im Nordwesten Kleinasiens auf dem Gebiet der heutigen Türkei. Die Reisen des Paulus – 2. Reise

8Also zogen sie durch Mysien

und stiegen zum Meer hinab nach Troas.

Hafenstadt am Ägäischen Meer im Nordwesten Kleinasiens. Blick auf den antiken Hafen von Troas. Der Mittlere Osten – Oberflächengestalt Die Reisen des Paulus – 2. Reise Die Reisen des Paulus – 3. Reise

9In der Nacht hatte Paulus eine Erscheinung.

Ein Mann aus Mazedonien stand vor ihm

und bat:

"Komm herüber nach Mazedonien

und hilf uns!"

Römische Provinz im Norden der griechischen Halbinsel; Hauptstadt: Thessalonich. Der Mittlere Osten – Oberflächengestalt Die Reisen des Paulus – 2. Reise Die Reisen des Paulus – 3. Reise Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom

10Gleich nachdem Paulus die Erscheinung gehabt hatte,

suchten wir nach einer Möglichkeit,

um nach Mazedonien zu gelangen.

Denn wir waren sicher:

Gott hatte uns dazu berufen,

den Menschen dort die Gute Nachricht zu verkünden.

Paulus in Philippi: Die Bekehrung von Lydia

11Von Troas aus setzten wir

auf dem kürzesten Weg nach Samothrake über.

Einen Tag später erreichten wir Neapolis.

Insel im äußersten Nordosten des Ägäischen Meeres. Die Reisen des Paulus – 2. Reise
Hafen von Philippi im östlichen Mazedonien. Die Reisen des Paulus – 2. Reise

12Von dort gingen wir nach Philippi.

Das ist eine bedeutende Stadt in diesem Bezirk Mazedoniens

und römische Kolonie.

In dieser Stadt blieben wir einige Zeit.

Stadt im Osten Mazedoniens. Hier gründete Paulus die erste christliche Gemeinde auf europäischem Boden. Die Reisen des Paulus – 2. Reise Die Reisen des Paulus – 3. Reise
Zur Zeit von Jesus stand der gesamte Mittelmeerraum und somit auch das Land der Bibel unter römischer Vorherrschaft. Das Kolosseum in Rom. Römischer Soldat in Rüstung. Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom
Eine Ansiedlung ehemaliger römischer Soldaten außerhalb Italiens, die das römische Bürgerrecht besaßen.

13Am Sabbat gingen wir

durch das Stadttor hinaus an den Fluss.

Wir nahmen an,

dass dort eine jüdische Gebetsstätte war.

Wir setzten uns

und sprachen zu den Frauen,

die an diesem Ort zusammengekommen waren.

Versammlungsort vergleichbar einer Synagoge, möglicherweise in einem Haus, vielleicht auch unter freiem Himmel.

14Unter den Zuhörerinnen

war auch eine Frau namens Lydia.

Sie handelte mit Purpurstoffen

und kam aus der Stadt Thyatira.

Lydia glaubte an den Gott Israels.

Der Herr öffnete ihr das Herz,

sodass sie die Worte des Paulus gerne aufnahm.

Intensiver roter Farbstoff, mit dem in der Antike Stoffe und Wolle gefärbt wurde. Purpur ist sehr kostbar und war hauptsächlich den Reichen und Mächtigen vorbehalten. Gehäuse der Purpurschnecke.
Stadt in der Region Lydien im Westen Kleinasiens.

15Sie ließ sich taufen

zusammen mit allen,

die in ihrem Haus lebten.

Danach bat sie:

"Wenn ihr überzeugt seid,

dass ich wirklich an den Herrn glaube,

dann kommt in mein Haus.

Ihr könnt bei mir wohnen!"

Und sie drängte uns förmlich dazu.

Alle Bewohner eines Hauses – sowohl die Familie des Hausherrn als auch die Diener.

Paulus in Philippi: Paulus treibt einen Wahrsagegeist aus und muss mit Silas ins Gefängnis

16Einmal, als wir zur Gebetsstätte gingen,

begegnete uns eine Dienerin.

Sie war von einem Geist besessen,

der wahrsagen konnte.

Und mit ihrer Wahrsagerei

brachte sie ihren Besitzern viel Geld ein.

Praktiken und Methoden, um zukünftige Ereignisse vorherzusagen oder gegenwärtig Verborgenes zu enthüllen, das der gewöhnlichen Wahrnehmung nicht zugänglich ist.
Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert. Drachme mit Abbildung von Tiberius und Drusus.

17Sie lief hinter Paulus und uns anderen her

und rief:

"Diese Leute sind Diener des höchsten Gottes.

Sie verkünden euch den Weg zur Rettung!"

18So ging das viele Tage.

Zum Schluss war Paulus so aufgebracht,

dass er sich umdrehte

und zu dem Geist sagte:

"Im Namen von Jesus Christus befehle ich dir:

Gib diese Frau frei!"

Im gleichen Augenblick ließ der Geist sie frei.

19Die Besitzer der Dienerin sahen,

dass damit auch ihre Hoffnung auf Gewinn verloren war.

Da packten sie Paulus und Silas

und schleppten sie zum Marktplatz

vor das Stadtgericht.

Zentraler Platz einer Stadt, auf dem Handel getrieben wird und auf dem Versammlungen und Gerichtsverfahren stattfinden. Blick auf den Marktplatz von Athen.
Die beiden Stadtobersten, die für die Rechtsprechung zuständig war.

20Sie führten die beiden den Stadtobersten vor

und sagten:

"Diese Menschen stiften Unruhe in unserer Stadt.

Sie sind Juden.

Leitender römischer Beamter, der als Mitglied des Stadtgerichts für die Rechtsprechung in einer römischen Kolonie zuständig ist.

21Sie wollen Bräuche einführen,

die wir als Römer weder annehmen

noch ausüben dürfen."

22Auch die Volksmenge ergriff gegen sie Partei.

Da ließen die Stadtobersten

Paulus und Silas die Kleider vom Leib reißen

und befahlen,

sie mit Ruten zu schlagen.

Ein dünnes Bündel Birkenzweige als Schlaginstrument.

23Nachdem man ihnen viele Schläge verabreicht hatte,

ließen sie die beiden ins Gefängnis werfen.

Dem Gefängniswärter wurde eingeschärft,

sie besonders gut zu bewachen.

24Befehlsgemäß brachte er sie

in die hinterste Zelle

und schloss ihre Füße in den Holzblock.

Schwerer Holzbalken mit zwei Löchern, in den die Beine eines Gefangenen eingespannt wurden, um eine Flucht zu verhindern.

Paulus in Philippi: Die Befreiung der Gefangenen und die Bekehrung des Gefängniswärters

25Um Mitternacht beteten Paulus und Silas

und sangen Gott Loblieder.

Die anderen Gefangenen hörten ihnen zu.

26Plötzlich gab es ein starkes Erdbeben,

das die Fundamente des Gefängnisses erschütterte.

Da sprangen alle Türen auf,

und die Ketten fielen von den Gefangenen ab.

27Der Gefängniswärter wurde

aus dem Schlaf gerissen.

Als er sah,

dass die Gefängnistüren offen standen,

zog er sein Schwert

und wollte sich töten.

Denn er dachte:

Die Gefangenen sind entflohen.

Unter einem Schwert hat man sich in biblischer Zeit einen zweischneidigen Kurzdolch vorzustellen. Zweischneidiger Kurzdolch. Römischer Soldat in Rüstung.

28Aber Paulus schrie laut:

"Tu dir nichts an!

Wir sind alle noch hier."

29Der Wärter rief nach Licht.

Er stürzte in die Zelle

und warf sich zitternd vor Paulus und Silas nieder.

30Dann führte er sie hinaus

und fragte:

"Ihr Herren,

was muss ich tun,

damit ich gerettet werde?"

Das griechische Wort meint göttliche Herren. Angesichts der Ereignisse hält der Gefängniswärter Paulus und Silas für Götter oder Götterboten.

31Sie antworteten:

"Glaube an den Herrn,

Jesus,

dann wirst du gerettet

und mit dir alle in deinem Haus."

32Und sie verkündeten ihm

und allen anderen in seinem Haus

das Wort des Herrn.

33Noch in derselben Nachtstunde

nahm der Wärter Paulus und Silas zu sich.

Er wusch ihnen die Wunden aus.

Dann ließ er sich umgehend taufen,

und mit ihm alle,

die in seinem Haus lebten.

Nach römischem Brauch wurde die Nacht in vier Abschnitte, sogenannte Nachtwachen, eingeteilt.

34Anschließend führte er die beiden in sein Haus hinauf

und lud sie zum Essen ein.

Die ganze Hausgemeinschaft freute sich,

dass sie zum Glauben an Gott gefunden hatte.

Paulus in Philippi: Entschuldigung der Richter und Abschied von Philippi

35Als es Tag geworden war,

schickten die Stadtobersten die Amtsdiener

und gaben dem Wärter die Anweisung:

"Lass diese Leute frei!"

Staatsbeamte, die den römischen Amtsträgern als Leibwache dienten.

36Der Gefängniswärter gab Paulus die Nachricht weiter:

"Die Stadtobersten haben mich angewiesen,

euch freizugeben.

Ihr dürft das Gefängnis verlassen.

Der Friede Gottes begleite euch!"

37Aber Paulus sagte zu den Amtsdienern:

"Man hat uns ohne ordentliches Gerichtsverfahren

öffentlich verprügeln lassen.

Dabei besitzen wir das römische Bürgerrecht!

Dann hat man uns ins Gefängnis geworfen.

Und jetzt will man uns heimlich abschieben?

Das kommt nicht infrage!

Die Stadtobersten sollen herkommen

und uns persönlich aus dem Gefängnis begleiten!"

38Die Amtsdiener meldeten das den Stadtobersten.

Die waren sehr erschrocken,

als sie erfuhren,

dass Paulus und Silas das römische Bürgerrecht besaßen.

Das Bürgerrecht beinhaltet verschiedene Rechte und Pflichten wie das Wahlrecht und die Verpflichtung zum Kriegsdienst. Römische Bürger durften nicht zu grausamen Hinrichtungsarten wie der Kreuzigung verurteilt werden.

39Sie kamen selbst

und entschuldigten sich.

Dann begleiteten sie die beiden aus dem Gefängnis

und baten sie,

die Stadt zu verlassen.

40Vom Gefängnis aus

gingen Paulus und Silas zu Lydia.

Dort trafen sie die Brüder

und machten ihnen Mut.

Dann verließen sie die Stadt.

Paulus in Thessalonich: Konflikt mit den Juden vor Ort

171Über Amphipolis und Apollonia

kamen Paulus und Silas nach Thessalonich.

Dort gab es eine jüdische Synagoge.

Küstenstadt im Südosten Mazedoniens. Die Reisen des Paulus – 2. Reise
Stadt in Mazedonien östlich von Thessalonich. Die Reisen des Paulus – 2. Reise
Hauptstadt der römischen Provinz Mazedonien am Ägäischen Meer. Die Reisen des Paulus – 2. Reise Die Reisen des Paulus – 3. Reise Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom

2Wie gewohnt ging Paulus dorthin.

An drei Sabbaten sprach er mit den Versammelten

über die Heiligen Schriften.

3Er legte sie aus

und wies dabei nach:

"Der Christus musste leiden

und danach vom Tod auferstehen.

Jesus, den ich euch verkünde, ist dieser Christus."

Gemeint ist die ganze Geschichte vom Leiden und Tod von , wie sie in Lukas 22,1-23,56 erzählt wird. Vgl. auch Markus 14,1-15,47; Matthäus 26,1-27,66.

4Einige Juden ließen sich überzeugen

und konnten für die Sache von Paulus und Silas

gewonnen werden.

Dazu kamen viele Griechen,

die an den Gott Israels glaubten.

Unter ihnen waren auch etliche einflussreiche Frauen.

5Die übrigen Juden missgönnten ihnen diesen Erfolg.

Sie holten sich eine Handvoll übler Kerle,

die auf dem Markt herumlungerten.

Mit deren Hilfe wiegelten sie das Volk auf

und brachten die ganze Stadt in Aufruhr.

Dann zogen sie zum Haus des Jason.

Sie waren auf der Suche nach Paulus und Silas,

um sie vor die Volksversammlung zu stellen.

Der Gastgeber von Paulus und Silas, vgl. Apostelgeschichte 17,7.

6Aber sie trafen die beiden nicht an.

Da schleppten sie Jason und einige Brüder

vor die Stadtobersten

und schrien:

"Diese Leute versetzen die ganze Welt in Aufruhr.

Und jetzt sind sie hier bei uns aufgetaucht!

7Jason hat sie bei sich aufgenommen.

Allesamt verstoßen sie gegen die Gesetze des Kaisers.

Sie behaupten nämlich,

dass ein anderer König ist –

Jesus!"

Gemeint ist der römische Kaiser. Das Land der Bibel gehörte zu dieser Zeit zum römischen Reich.

8Als die Stadtobersten und die Volksmenge das hörten,

waren sie empört.

9Jason und die anderen

mussten eine Kaution stellen,

dann ließ man sie wieder frei.

Paulus in Beröa

10Noch in derselben Nacht schickten die Brüder

Paulus und Silas nach Beröa.

Kurz nach ihrer Ankunft gingen sie

in die jüdische Synagoge.

Stadt in Mazedonien westlich von Thessalonich. Die Reisen des Paulus – 2. Reise Die Reisen des Paulus – 3. Reise

11In Beröa waren die Juden aufgeschlossener

als in Thessalonich.

Sie nahmen die Botschaft

mit großer Bereitwilligkeit auf.

Täglich überprüften sie an den Heiligen Schriften,

ob das, was Paulus sagte, auch stimmte.

12Viele von ihnen kamen zum Glauben,

darunter nicht wenige einflussreiche Griechen,

vor allem Frauen,

aber auch Männer.

13Die Juden von Thessalonich erfuhren,

dass Paulus nun in Beröa das Wort Gottes verkündete.

Also reisten sie ihm nach.

Auch hier versetzten sie die Leute in Unruhe

und hetzten sie gegen Paulus auf.

14Deshalb schickten die Brüder ihn schnell weiter,

hinunter zur Küste.

Silas und Timotheus blieben in Beröa.

15Seine Begleiter brachten Paulus bis nach Athen,

dann kehrten sie zurück.

Paulus gab ihnen die Anweisung

für Silas und Timotheus mit,

so schnell wie möglich nachzukommen.

Bedeutende Stadt an der Ostküste der Halbinsel Attika im heutigen Griechenland. Das geistige und kulturelle Zentrum des Landes. Blick auf den Marktplatz von Athen. Der Mittlere Osten – Oberflächengestalt Die Reisen des Paulus – 2. Reise

Paulus in Athen: Eine Stadt voller Götzenbilder

16Paulus wartete in Athen auf Silas und Timotheus.

Die Stadt war voller Götzenbilder.

Als Paulus das sah,

packte ihn der Zorn.

17Er sprach in der Synagoge zu den Juden

und zu denen, die an den Gott Israels glaubten.

Und jeden Tag redete er mit den Leuten,

die er zufällig auf dem Marktplatz antraf.

18Darunter waren auch epikureische und stoische Philosophen,

die mit ihm diskutierten.

Einige von ihnen bemerkten:

"Was will dieser Angeber eigentlich?"

Andere meinten:

"Er scheint irgendwelche fremde Gottheiten zu verkünden."

Denn Paulus verkündete die Gute Nachricht

von Jesus und von der Auferstehung.

Wörtlich heißt es in Vers 18: "Was will dieser Körnerpicker eigentlich". Der "Körnerpicker" ist ursprünglich ein Spatz, der auf der Straße Samenkörner aufpickt. "Körnerpicker" nannte man in Athen Menschen, die auf dem Markt Abfälle sammelten. Später, zur Zeit von , wurden damit auch Leute bezeichnet, die unzusammenhängende Wissensbrocken aufschnappten und gesammelt zum Besten gaben.
Die Zuhörer halten Jesus und die "Auferstehung" – auf Griechisch "Anastasis" – für ein Götterpaar.
Anhänger der philosophischen Schule des Epikur von Samos. Die Epikureer suchten den Weg zu einem glücklichen Leben. Sie vertraten die Meinung, dass der Mensch völlig selbstbestimmt und sein Leben nicht bereits vorherbestimmt ist.
Anhänger der philosophischen Schule der Stoa. Die Stoiker waren der Ansicht, dass die gesamte Welt von einer alles umfassenden Vernunft durchdrungen ist. Diese ist für die Stoiker gleichbedeutend mit Gott.

19Sie nahmen ihn mit zum Areopag

und fragten:

"Was ist das für eine neue Lehre,

die du da vertrittst?

Können wir mehr darüber erfahren?

Griechisch: "Areshügel". Zunächst Name eines im Westen der Akropolis gelegenen Hügel. Später Bezeichnung für den obersten Gerichtshof Athens, der ursprünglich dort tagte. Die Reisen des Paulus – 2. Reise

20Was du uns erzählst,

klingt in unseren Ohren sehr fremd.

Wir würden gerne wissen,

was es damit auf sich hat."

21Die Athener und auch die Fremden,

die dort lebten,

waren nämlich sehr neugierig.

Sie kannten keinen besseren Zeitvertreib,

als stets das Neueste in Erfahrung zu bringen

und es weiterzuerzählen.

Paulus in Athen: Paulus spricht vor dem Areopag

22Paulus trat in die Mitte des Areopags

und sagte:

"Ihr Männer von Athen!

Nach allem, was ich sehe,

seid ihr sehr religiöse Leute.

23Ich bin durch die Stadt gegangen

und habe mir eure heiligen Stätten angeschaut.

Dabei habe ich auch einen Altar gefunden,

auf dem stand:

'Für einen unbekannten Gott'.

Das, was ihr da verehrt,

ohne es zu kennen,

das verkünde ich euch.

Gemeint sind die Tempel und Götterbilder, von denen es in Athen sehr viele gab.
Eine Art Tisch oder Podest, an dem einer Gottheit die für sie bestimmten Gaben übereignet bzw. verbrannt wurden. Rekopnstruktion des Altars von Beerscheba.

24Es ist der Gott,

der die Welt geschaffen hat

und alles, was in ihr ist.

Er ist der Herr über Himmel und Erde.

Er wohnt nicht in Tempeln,

die von Menschenhand errichtet wurden.

Haus, in dem das Götzenbild aufbewahrt und verehrt wurde. Der Tempel gilt als der Wohnort des verehrten Gottes.

25Er ist auch nicht darauf angewiesen,

von Menschen versorgt zu werden.

Er selbst gibt uns ja das Leben,

die Luft zum Atmen

und alles, was wir zum Leben brauchen.

26Er hat aus einem einzigen Menschen

die ganze Menschheit hervorgehen lassen,

damit sie die Erde bewohnt.

Für jedes Volk hat er festgesetzt,

wie lange es bestehen

und in welchen Grenzen es leben soll.

27Er wollte,

dass die Menschen nach ihm suchen –

ob sie ihn vielleicht spüren

oder entdecken können.

Denn keinem von uns ist er fern.

28Durch ihn leben wir doch,

bewegen wir uns

und haben wir unser Dasein.

Oder wie es einige eurer Dichter gesagt haben:

'Wir sind sogar von seiner Art.'

Das Zitat stammt aus dem Gedicht 'Phainomena' des griechischen Dichters Aratas.

29Weil wir Menschen also von Gottes Art sind,

dürfen wir uns nicht täuschen:

Die Gottheit gleicht keineswegs

irgendwelchen Gebilden aus Gold, Silber oder Stein.

Die sind nur das Ergebnis menschlichen Könnens

und menschlicher Vorstellungskraft.

30Nun –

Gott sieht nachsichtig über die Zeiten hinweg,

in denen die Menschen ihn nicht gekannt haben.

Aber jetzt fordert er die Menschen auf

– alle und überall –,

ihr Leben zu ändern.

31Denn er hat einen Tag festgesetzt,

an dem er über die ganze Welt

ein gerechtes Gericht halten wird.

Und zwar durch den Mann,

den er dazu bestimmt hat.

Dass dieser Mann wirklich dafür bestimmt ist,

hat Gott allen Menschen

durch seine Auferweckung vom Tod bewiesen."

Gemeint ist das Gericht Gottes: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott auch der Richter, der an dem in Kürze erwarteten Ende der Zeit das Urteil über sie zu sprechen hat.

Paulus in Athen: Geteiltes Echo auf die Rede

32Als die Leute Paulus

von der Auferweckung vom Tod reden hörten,

lachten einige ihn aus.

Aber andere sagten:

"Darüber wollen wir ein andermal

mehr von dir hören!"

33So verließ Paulus die Versammlung.

34Einige Leute schlossen sich ihm an

und kamen zum Glauben.

Unter ihnen waren auch Dionysius aus dem Areopag,

eine Frau namens Damaris

und noch einige andere.

Paulus in Korinth

181Bald darauf verließ Paulus Athen

und ging nach Korinth.

Hauptstadt der Provinz Achaia, im Süden des heutigen Griechenland. Die Tribüne für den Richterstuhl (Bema) von Korinth. Die Reisen des Paulus – 2. Reise Die Reisen des Paulus – 3. Reise

2Dort traf er einen Juden namens Aquila

und seine Frau Priszilla.

Aquila stammte aus Pontus

und war erst kürzlich aus Italien gekommen.

Denn Klaudius hatte alle Juden

aus Rom ausweisen lassen.

Paulus schloss sich den beiden an.

Wahrscheinlich waren Priszilla und Aquila bereits Christen, als sie Paulus kennen lernten.
Die Ausweisung geschah wahrscheinlich 49 n. Chr. Auf den Erlass wird auch in außerbiblischen Schriften hingewiesen.
Gebiet im Nordosten Kleinasiens am Schwarzen Meer. Der Mittlere Osten – Oberflächengestalt Die Reisen des Paulus – 2. Reise
Das römische Kernland; das Gebiet des heutigen italienischen Festlands. Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom

3Und weil er dasselbe Handwerk ausübte wie sie,

blieb er bei ihnen.

Er arbeitete in ihrem Betrieb mit,

denn sie waren Zeltmacher von Beruf.

Handwerker, der in Tuchweberei, Zeltherstellung und Stoffhandel tätig ist.

4Jeden Sabbat sprach Paulus in der Synagoge

und versuchte, Juden und Griechen zu überzeugen.

5Als dann Silas und Timotheus

aus Mazedonien nachkamen,

konnte sich Paulus ganz der Verkündigung widmen.

Eindrücklich bezeugte er den Juden:

"Jesus ist der Christus!"

Silas und Timotheus brachten vielleicht eine Spende aus den mazedonischen Gemeinden mit, sodass Paulus nicht mehr für seinen Lebensunterhalt arbeiten musste. (Vgl. auch 2 Korinther 11,8-9 und Philipper 4,15-16.)

6Aber sie wollten nichts davon wissen

und spotteten darüber.

Da schüttelte Paulus den Staub aus seinen Kleidern

und sagte zu ihnen:

"Ihr habt es euch selbst zuzuschreiben,

wenn ihr zugrunde geht.

Mich trifft keine Schuld!

Von jetzt ab werde ich mich

an die Heiden wenden."

Wörtlich heißt es in Vers 6: "Euer Blut komme über euren Kopf".

7Paulus verließ die Synagoge.

Er lehrte nun im Haus eines Mannes namens Titius Justus,

der an den Gott Israels glaubte.

Sein Haus grenzte direkt an die Synagoge.

8Krispus, der Synagogenleiter,

und alle in seinem Haus

kamen zum Glauben an den Herrn.

Viele Korinther,

die davon hörten,

kamen ebenfalls zum Glauben

und ließen sich taufen.

Krispus war wahrscheinlich einer der ersten Christen in Korinth. Seine Taufe wird in 1 Korinther 1,14 erwähnt.

9Eines Nachts hatte Paulus eine Erscheinung.

Der Herr sagte zu ihm:

"Hab keine Angst!

Verkünde weiter die Gute Nachricht

und schweige nicht!

10Ich bin bei dir.

Niemand kann dir etwas anhaben.

Denn viele Menschen in dieser Stadt

sind dazu bestimmt,

an mich zu glauben."

Wörtlich heißt es in Vers 10: "Denn mir gehört ein großes Volk in dieser Stadt."

11Paulus blieb noch eineinhalb Jahre in Korinth

und lehrte dort das Wort Gottes.

Paulus wird vor dem Gouverneur Gallio angeklagt

12Dann wurde Gallio Gouverneur der Provinz Achaia.

Da taten sich die Juden gegen Paulus zusammen,

schleppten ihn vor den Richterstuhl

Gouverneur der römischen Provinz Achaia 51/52 oder 52/53 n. Chr. Die Gallio-Inschrift von Delphi.
Römische Provinz im südlichen Teil des heutigen Griechenland mit der Hauptstadt Korinth. Die Reisen des Paulus – 2. Reise Die Reisen des Paulus – 3. Reise
Ein besonderer Sessel, auf den sich der Gouverneur oder römische Bevollmächtigte setzte, wenn er eine Gerichtsverhandlung leitete. Die Tribüne für den Richterstuhl (Bema) von Korinth.

13und sagten:

"Dieser Mann verführt die Menschen dazu,

Gott auf eine Weise zu verehren,

die gegen das Gesetz verstößt."

14Noch ehe Paulus anfangen konnte,

sich zu verteidigen,

sagte Gallio zu den Juden:

"Wenn es hier um einen Rechtsbruch

oder ein Verbrechen ginge,

wäre es meine Pflicht,

euch Juden anzuhören.

15Es handelt sich aber wohl um Streitfragen,

die Lehrunterschiede, Personen

und euer eigenes Gesetz betreffen.

Dafür seid ihr selbst zuständig.

Über solche Dinge will ich nicht Richter sein!"

16Und er ließ sie vom Richterstuhl vertreiben.

17Die Leute, die dabeistanden,

packten den Synagogenleiter Sosthenes

und verprügelten ihn vor dem Richterstuhl.

Aber Gallio kümmerte sich nicht weiter darum.

Rückreise nach Jerusalem und Antiochia

18Paulus blieb noch einige Tage in Korinth.

Dann verabschiedete er sich von den Brüdern

und segelte nach Syrien.

Priszilla und Aquila begleiteten ihn.

Vorher hatte sich Paulus in Kenchreä

wegen eines Gelübdes die Haare abschneiden lassen.

Über den Inhalt des Gelübdes ist nichts bekannt, das Abschneiden der Haare zu Beginn der Zeit eines Gelübdes war jedoch in der griechischen Welt nicht unüblich. Vielleicht wollte Paulus damit seine Bitte um eine gute Reise bekräftigen.
Hafen südöstlich von Korinth am Saronischen Golf. Die Reisen des Paulus – 2. Reise

19Sie kamen nach Ephesus.

Dort ließ Paulus Priszilla und Aquila zurück.

Er selbst ging in die Synagoge

und sprach zu den Juden.

Bedeutende Hafenstadt am Ägäischen Meer im Westen Kleinasiens und Hauptstadt der römischen Provinz Asien. Die Ruinen der Celsusbibliothek in Ephesus. Ephesus war zur Zeit des Apostels Pauslus eine wichtige Hafenstadt, in der Paulus eine christliche Gemeinde gründete. Blick auf das Theater von Ephesus. Die Ruinen des Artemistempels von Ephesus. Blick auf die Reste der Johannesbasilika in Ephesus. Zeichnung der Artemis von Ephesus. Der Mittlere Osten – Oberflächengestalt Die Reisen des Paulus – 2. Reise Die Reisen des Paulus – 3. Reise

20Die baten ihn,

doch noch länger zu bleiben.

Aber Paulus lehnte ab.

21Er verabschiedete sich mit den Worten:

"Wenn Gott es will,

werde ich zu euch zurückkommen."

Dann fuhr er mit dem Schiff von Ephesus ab

22und ging in Cäsarea an Land.

Von dort zog er nach Jerusalem hinauf,

um die Gemeinde zu besuchen.

Dann reiste er weiter nach Antiochia.

Die dritte Missionsreise von Paulus und die Haft in Jerusalem und Cäsarea

Die dritte Missionsreise von Paulus

Apollos in Ephesus und Korinth

23In Antiochia blieb Paulus eine Zeit lang.

Dann brach er wieder auf

und reiste durch das Gebiet von Galatien

und durch Phrygien.

Überall bestärkte er die Jünger in ihrem Glauben.

24Inzwischen kam ein Jude nach Ephesus,

der Apollos hieß und aus Alexandria stammte.

Er war ein gebildeter Mann

und kannte sich sehr gut

in den Heiligen Schriften aus.

Von Alexander dem Großen gegründete Stadt am Nil im Nordwesten Ägyptens. Die Reisen des Paulus – 3. Reise Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom

25Er war im Weg des Herrn unterrichtet worden.

Voller Begeisterung sprach er von Jesus

und gab seinen Zuhörern alles über ihn

zuverlässig weiter.

Allerdings kannte er nur die Taufe durch Johannes.

26Er fing an,

unerschrocken in der Synagoge aufzutreten.

Priszilla und Aquila hörten ihn ebenfalls.

Sie luden ihn zu sich ein

und erklärten ihm den Weg Gottes noch genauer.

27Als Apollos dann in die Achaia reisen wollte,

ermutigten ihn die Brüder dazu.

Sie gaben ihm ein Empfehlungsschreiben mit,

in dem sie die Jünger dort baten,

ihn freundlich aufzunehmen.

Nach seiner Ankunft wurde er den Glaubenden

mit seiner besonderen Begabung eine große Hilfe.

28Mit Nachdruck widerlegte er die Juden

in öffentlichen Streitgesprächen.

Er bewies ihnen nämlich aus den Heiligen Schriften,

dass Jesus der Christus ist.

Paulus in Ephesus: Paulus begegnet einigen Jüngern von Johannes dem Täufer

191Damals, als Apollos in Korinth war,

zog Paulus über das Hochland

zum Meer hinunter nach Ephesus.

Dort fand er einige Jünger vor.

Das kleinasiatische Hochland, insbesondere Galatien und Phrygien.
Hier keine Christen, sondern Jünger von Johannes dem Täufer.

2Die fragte er:

"Habt ihr den Heiligen Geist empfangen,

als ihr zum Glauben gekommen seid?"

Sie antworteten ihm:

"Wir haben noch nicht einmal gehört,

dass es einen Heiligen Geist gibt."

3Paulus fragte weiter:

"Was für eine Taufe habt ihr denn empfangen?"

Sie erwiderten:

"Die Taufe durch Johannes."

4Da erklärte ihnen Paulus:

"Bei der Taufe des Johannes ging es darum,

sein Leben zu ändern.

Zugleich hat Johannes dem ganzen Volk gesagt,

sie sollen an den glauben,

der nach ihm kommt.

Das heißt an Jesus."

5Als die Jünger das hörten,

ließen sie sich im Namen von Jesus, dem Herrn, taufen.

6Dann legte Paulus ihnen die Hände auf

und der Heilige Geist kam auf sie.

Sie redeten in unbekannten Sprachen

und mit prophetischen Worten.

7Es waren etwa zwölf Männer.

Paulus in Ephesus: Ablehnung in der Synagoge und Umzug der Gemeinde

8Paulus ging regelmäßig in die Synagoge.

Drei Monate lang trat er unerschrocken dort auf.

Er redete mit den Leuten

und versuchte,

sie für das Reich Gottes zu gewinnen.

9Aber einige verschlossen sich der Botschaft

und wollten nichts von ihr wissen.

Als sie vor der ganzen Versammlung

schlecht über den neuen Weg redeten,

wandte Paulus sich von ihnen ab.

Er brachte auch die Jünger dazu,

sich von der Synagoge zu trennen.

Von da an redete er täglich

in der Schule des Tyrannus zu ihnen.

10Das tat er zwei Jahre lang.

So hörten alle Bewohner der Provinz Asien,

Juden wie Griechen,

das Wort des Herrn.

Paulus in Ephesus: Außergewöhnliche Wunder

11Gott wirkte durch Paulus außergewöhnliche Wunder.

12Man nahm sogar die Tücher und Schurze,

die er am Körper getragen hatte,

und legte sie den Kranken auf.

Dann verschwanden die Krankheiten

und die bösen Geister fuhren aus.

Ein vielseitig verwendbares Stück Stoff, ähnlich einem großen Taschentuch oder Handtuch.
Ein Stück Stoff, dass um die Hüfte gebunden wurde und den Unterkörper bedeckte.
Eine dämonische Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz.

Paulus in Ephesus: Begegnung mit falschen Geisterbeschwörern

13Es gab auch jüdische Geisterbeschwörer,

die durchs Land zogen.

Einige von ihnen versuchten sogar,

im Namen von Jesus, dem Herrn,

die bösen Geister auszutreiben.

Dazu riefen sie über den Besessenen aus:

"Ich beschwöre euch bei Jesus,

den Paulus verkündigt!"

Sie versuchten, böse Geister mit Hilfe von Beschwörungsformeln und Zaubersprüchen auszutreiben. Dabei verwendeten sie auch den Namen von Jesus.

14Einmal versuchten das auch

die sieben Söhne eines gewissen Skevas,

der zu den führenden jüdischen Priestern gehörte.

15Aber der böse Geist antwortete ihnen:

"Jesus kenne ich

und Paulus ist mir bekannt.

Aber ihr –

wer seid ihr eigentlich?"

16Der Besessene fiel über die beiden her.

Er überwältigte sie

und richtete sie übel zu.

Blutend und mit zerfetzten Kleidern

flohen sie aus dem Haus.

17Alle Bewohner von Ephesus,

Juden wie Griechen,

erfuhren von diesem Ereignis.

Voll Ehrfurcht priesen sie den Namen von Jesus,

dem Herrn.

18Viele, die zum Glauben gekommen waren,

kamen jetzt,

um ihr Unrecht zu bekennen.

Sie gaben offen zu,

dass sie früher Ähnliches getan hatten.

19Etliche, die Zauberei getrieben hatten,

brachten ihre Bücher herbei

und verbrannten sie öffentlich.

Man schätzte den Wert der verbrannten Bücher

auf insgesamt 50.000 Silberstücke.

Gemeint sind die Zauberbücher mit den entsprechenden magischen Anweisungen und Sprüchen.
Zur Zeit des Neuen Testaments ist eine Silbermünze der übliche Tageslohn eines Lohnarbeiters. Silbermünze mit dem Abbild von König Herodes Agrippa I.

20So breitete sich das Wort des Herrn unaufhaltsam aus

und wurde immer stärker.

Paulus in Ephesus: Entschluss zur Reise nach Jerusalem und Rom

21Nach diesen Ereignissen entschloss sich Paulus,

über Mazedonien und die Achaia

nach Jerusalem zu reisen.

Damals erklärte er:

"Nachdem ich dort gewesen bin,

muss ich endlich auch Rom besuchen."

22Zwei seiner Helfer, Timotheus und Erastus,

sandte er nach Mazedonien voraus.

Er selbst blieb noch eine Zeit lang in der Provinz Asien.

Paulus in Ephesus: Der Aufstand der Silberschmiede

23In dieser Zeit kam es in Ephesus

wegen des neuen Wegs zu schweren Unruhen.

24Es gab dort nämlich einen Silberschmied namens Demetrius,

der silberne Nachbildungen vom Tempel der Artemis herstellte.

Damit verschaffte er auch

den anderen Kunsthandwerkern vor Ort

ein gutes Einkommen.

Kunsthandwerker, der auf die Herstellung von Silberarbeiten spezialisiert ist.
Ursprünglich griechische Göttin der Jagd (lateinisch Diana). In Ephesus Fruchtbarkeitsgöttin. Zeichnung der Artemis von Ephesus.
Handwerker, die für die Ausübung ihrer Tätigkeit künstlerische Fähigkeiten benötigen, z. B. Silberschmiede, Möbelschreiner oder Töpfer.

25Sie und die Arbeiter,

die für sie tätig waren,

rief Demetrius einmal zusammen

und sagte:

"Männer, ihr wisst:

Unser ganzer Wohlstand hängt an diesem Geschäft.

26Wie ihr seht und hört,

hat dieser Paulus die Leute verrückt gemacht –

nicht nur hier in Ephesus,

sondern fast in der ganzen Provinz Asien.

Er redet ihnen ein,

dass es keine Götter gibt,

die von Menschenhand gemacht sind.

27Damit ist aber nicht nur die Gefahr verbunden,

dass unser ganzes Gewerbe in Verruf kommt.

Vielmehr droht dadurch die Bedeutung des Tempels

der großen Göttin Artemis zu schwinden.

Ja, es wird noch so weit kommen,

dass die Göttin selbst nicht mehr geachtet wird –

sie, die man in der ganzen Provinz Asien

und überall in der Welt verehrt!"

28Als die Männer das hörten,

packte sie die Wut

und sie schrien:

"Groß ist die Artemis von Ephesus!"

29Die ganze Stadt geriet in Aufruhr

und die Leute stürmten ins Theater.

Dorthin schleppten sie auch zwei Reisegefährten des Paulus,

Gaius und Aristarch aus Mazedonien.

Freilufttheater mit halbrundem Zuschauerraum. Das Theater diente gelegentlich auch als Versammlungsstätte einer Stadt. Blick auf das Theater von Ephesus.

30Als Paulus selbst zu der Volksversammlung gehen wollte,

hielten die Jünger ihn zurück.

31Einige hohe Beamte der Provinzverwaltung,

die mit ihm befreundet waren,

schickten Boten,

um ihn zu warnen:

"Lass dich nur nicht im Theater blicken!"

Abgeordneter in der Versammlung der bedeutendsten Städte der Provinz Asien. Die Versammlung tagte in Ephesus. Die Asiarchen hatten zahlreiche religiöse und gesellschaftliche Verpflichtungen.

32Dort schrien alle wild durcheinander.

Denn in der Versammlung herrschte große Verwirrung.

Die meisten wussten nicht einmal,

warum man überhaupt zusammengekommen war.

33Die Juden schickten Alexander nach vorn.

Einige aus der Menge erklärten ihm noch,

was er sagen sollte.

Alexander bat mit einer Handbewegung um Ruhe

und wollte vor der Volksversammlung

mit einer Verteidigungsrede beginnen.

34Aber als die Leute merkten,

dass er Jude war,

schrien sie alle wie aus einem Mund:

"Groß ist die Artemis von Ephesus!"

Das ging ungefähr zwei Stunden lang so.

35Schließlich gelang es dem Stadtschreiber,

die Menge zu beruhigen.

Er rief:

"Ihr Männer von Ephesus!

Alle Welt weiß doch,

dass die Stadt Ephesus

über den Tempel der großen Artemis wacht.

Und dass wir hier ihr Standbild aufbewahren,

das vom Himmel gefallen ist.

Hoher Stadtbeamter, der für die Durchführung der Stadtversammlung zuständig ist.

36Das kann keiner bestreiten!

Beruhigt euch also

und lasst euch zu nichts hinreißen.

37Ihr habt diese Männer hergeschleppt.

Sie haben weder unseren Tempel bestohlen

noch unsere Göttin gelästert.

Meint das verächtliche Verhöhnen oder sogar Verfluchen der Artemis.

38Wenn Demetrius und seine Handwerker

Anklage gegen jemanden erheben wollen,

dann sollen sie vor Gericht gehen.

Dafür sind die Gouverneure zuständig.

Vor ihnen können die Gegner ihren Streit austragen.

39Wenn ihr aber noch andere Anliegen habt,

muss das auf einer ordnungsgemäßen Versammlung

geklärt werden.

40Angesichts der heutigen Vorkommnisse

besteht nämlich die Gefahr,

dass man uns wegen Aufruhrs verklagt.

Es gibt ja nicht einmal eine Begründung

für diesen Volksauflauf hier."

Mit diesen Worten löste er die Versammlung auf.

Paulus reist durch Mazedonien und Griechenland -- Rückkehr nach Troas

201Als der Tumult sich gelegt hatte,

rief Paulus die Jünger zusammen

und machte ihnen Mut.

Dann verabschiedete er sich,

um nach Mazedonien zu reisen.

2Er zog von Ort zu Ort

und nutzte jede Gelegenheit,

um die Glaubenden zu ermutigen.

Schließlich kam er nach Griechenland

Gemeint ist das Gebiet der römische Provinz Achaia im südlichen Teil des heutigen Griechenland. Die Reisen des Paulus – 3. Reise

3und blieb drei Monate dort.

Dann wollte er mit dem Schiff

nach Syrien weiterfahren.

Aber die Juden planten einen Anschlag gegen ihn.

Deshalb entschloss er sich

zum Rückweg über Mazedonien.

4Seine Begleiter waren:

Sopater aus Beröa, der Sohn von Pyrrhus,

Aristarch und Sekundus aus Thessalonich,

Gaius aus Derbe und Timotheus,

außerdem Tychikus und Trophimus aus der Provinz Asien.

Sie waren Vertreter ihrer Gemeinden und begleiteten Paulus nach Jerusalem, um die Spendengelder zu überbringen.

5Diese beiden fuhren voraus

und warteten in Troas auf uns.

6Wir anderen stachen

nach dem Fest der Ungesäuerten Brote

von Philippi aus in See.

Nach fünf Tagen stießen wir in Troas wieder zu ihnen

und verbrachten sieben Tage dort.

Paulus in Troas: Tod und Auferweckung von Eutychus

7Am ersten Tag der Woche versammelten wir uns,

um das Brot zu brechen.

Paulus sprach zu den Versammelten.

Weil er am folgenden Tag abreisen wollte,

zog sich seine Rede bis Mitternacht hin.

Frühchristliche Bezeichnung für die Feier des Abendmahls.

8In unserem Versammlungsraum im oberen Stockwerk

brannten zahlreiche Fackeln.

Eine Stange mit einem Gefäß, in dem ein in Öl getränkter Lappen brannte.

9In der Fensteröffnung saß ein junger Mann namens Eutychus.

Als Paulus so lange sprach,

wurde er vom Schlaf übermannt.

Und er stürzte im Schlaf aus dem dritten Stock in die Tiefe.

Als man ihn aufhob,

war er tot.

10Paulus ging hinunter.

Er warf sich über ihn,

schlang die Arme um ihn

und sagte:

"Macht euch keine Sorgen,

er lebt!"

11Paulus ging wieder hinauf.

Er brach das Brot in Stücke

und aß mit ihnen.

Dann redete er noch lange zu den Versammelten.

Schließlich brach der Tag an

und Paulus machte sich auf den Weg.

12Der Junge aber lebte.

Für die Versammelten war das eine große Ermutigung.

Reise von Troas nach Milet

13Wir bestiegen ein Schiff

und fuhren voraus nach Assos.

Dort sollten wir Paulus an Bord nehmen.

Das hatte er so angeordnet,

weil er selbst den Landweg nehmen wollte.

Hafenstadt in Mysien im Westen der heutigen Türkei. Das antike Theater in der Stadt Assos. Die Reisen des Paulus – 3. Reise

14Als er in Assos wieder zu uns stieß,

nahmen wir ihn an Bord.

Dann fuhren wir weiter nach Mitylene.

Hafen der Insel Lesbos im Ägäischen Meer vor der Küste Kleinasiens. Die Reisen des Paulus – 3. Reise

15Von dort segelten wir am nächsten Tag weiter

und kamen bis vor die Küste von Chios.

Am Tag darauf legten wir in Samos an

und noch einen Tag später erreichten wir Milet.

Insel im Ägäischen Meer vor der Westküste Kleinasiens, der heutigen Türkei. Sonnenuntergang auf Chios, Griechenland.
Insel im Ägäischen Meer, südwestlich vor Ephesus gelegen. Blick über Samos. Die Reisen des Paulus – 3. Reise
Hafenstadt an der Westküste Kleinasiens. Hauptstadt der römischen Provinz Asia. Das Theater von Milet in der heutigen Türkei. Die Reisen des Paulus – 3. Reise

16Paulus hatte nämlich beschlossen,

an Ephesus vorbeizufahren.

Er wollte in der Provinz Asien keine Zeit verlieren.

Er beeilte sich,

weil er am Pfingsttag möglichst in Jerusalem sein wollte.

Wörtlich heißt es in Vers 16: "am fünfzigsten Tag". Gemeint ist der fünfzigste (Griechisch: _Pentekoste_, aus dem das deutsche Wort _Pfingsten_ entstanden ist) Tag nach dem . An diesem Tag wird das gefeiert.

Paulus in Milet: Paulus spricht zum Abschied zu den Gemeindeältesten von Ephesus

17Von Milet aus schickte Paulus

eine Nachricht nach Ephesus.

Darin bat er die Gemeindeältesten,

zu ihm zu kommen.

18Als sie eingetroffen waren,

sagte er zu ihnen:

"Ihr wisst ja,

wie ich die ganze Zeit

bei euch gelebt habe –

vom ersten Tag an,

nachdem ich in der Provinz Asien angekommen war.

19Ich habe dem Herrn gedient,

ohne an mich selbst zu denken.

Tränen und schwere Prüfungen gehörten dazu.

Denn die Juden stellten sich gegen mich.

20Ich habe nichts verschwiegen,

was für euer Heil wichtig ist.

Im Gegenteil:

Ich habe euch alles verkündet

und euch alles gelehrt –

sowohl öffentlich

als auch in den Häusern.

Gemeint sind die Häuser, in denen sich die Gemeinde traf.

21Ich habe Juden und Griechen beschworen,

zu Gott umzukehren

und an Jesus, unseren Herrn, zu glauben.

22Seht doch!

Ich muss jetzt nach Jerusalem gehen.

Der Heilige Geist zwingt mich dazu.

Ich weiß nicht,

was dort mit mir geschehen wird.

Wörtlich heißt es in Vers 22: "jetzt muss ich, durch den Geist gefesselt, nach gehen".

23Ich weiß nur das:

In jeder Stadt kündigt der Heilige Geist mir an,

dass Fesseln und Leid auf mich warten.

24Doch was liegt schon an meinem Leben!

Es kommt nur darauf an,

dass ich mein Ziel erreiche.

Ich habe den Auftrag zu erfüllen,

den Jesus, der Herr, mir übertragen hat:

Zeuge zu sein für die Gute Nachricht,

dass Gott uns seine Gnade schenkt!

Wörtlich heißt es in Vers 24: Es kommt nur darauf an, dass ich meinen Lauf vollende." Gemeint ist der Lauf im sportlichen Wettkampf.

25Und nun seht!

Ich weiß:

Ihr werdet mich nicht mehr wiedersehen –

keiner von euch,

denen ich einst

das Reich Gottes verkündet habe.

26Deshalb erkläre ich heute feierlich vor euch:

Mich trifft keine Schuld,

wenn einer von euch verloren geht.

Wörtlich heißt es in Vers 26: "Ich bin rein vom Blut aller."

27Denn ich habe nichts verschwiegen.

Im Gegenteil:

Ich habe euch alles verkündet,

was Gott vorhat.

28Gebt Acht auf euch selbst

und auf die ganze Herde.

Der Heilige Geist hat sie eurer Aufsicht und Leitung anvertraut!

Hütet die Gemeinde Gottes,

die er durch sein eigenes Blut erworben hat.

Wörtlich heißt es in Vers 28: "Der Heilige Geist hat euch zu ihren bestellt!"
D. h. durch den Tod und die Auferstehung von Jesus.

29Ich weiß:

Wenn ich fort bin,

werden reißende Wölfe bei euch eindringen

und über die Herde herfallen.

30Sogar aus euren eigenen Reihen

werden Männer auftreten,

die falsche Lehren verkünden.

So wollen sie die Jünger irreführen

und auf ihre Seite ziehen.

31Passt also auf!

Denkt stets daran:

Drei Jahre lang habe ich mich bemüht,

jedem Einzelnen von euch den rechten Weg zu zeigen –

bei Tag und bei Nacht

und oft unter Tränen.

32Jetzt vertraue ich euch Gott

und der Botschaft von seiner Gnade an.

Sie hat die Kraft, euch im Glauben zu festigen.

Durch sie werdet ihr das Erbe erhalten,

das Gott für alle Heiligen bestimmt hat.

Ursprünglich der Anteil jedes einzelnen Israeliten am gesamten Land eines Stammes (). Hier das Leben in Gottes Reich und in unmittelbarer Gemeinschaft mit ihm.

33Ich habe nie jemanden

um Silber, Gold oder Kleidung gebeten.

34Ihr wisst selbst:

Den Lebensunterhalt für mich und meine Begleiter

habe ich mit meinen eigenen Händen verdient.

35Ich habe es euch in jeder Hinsicht vorgemacht:

Wir müssen genauso hart arbeiten,

damit wir uns auch um die Bedürftigen kümmern können.

Dabei sollen wir uns immer an das erinnern,

was der Herr Jesus dazu gesagt hat:

'Geben ist seliger als Nehmen.'"

Bei dem Zitat handelt es sich um ein Wort von Jesus, dass so nicht in den Evangelien überliefert ist. (Vgl. aber Lukas 6,30-31.)

36Nach diesen Worten kniete Paulus

zusammen mit allen Anwesenden nieder

und betete.

37Da brachen sie alle in lautes Weinen aus,

fielen Paulus um den Hals

und küssten ihn.

38Am meisten tat ihnen weh,

dass er gesagt hatte:

"Ihr werdet mich nicht mehr wiedersehen."

Schließlich begleiteten sie ihn zum Schiff.

Das Zitat steht in Apostelgeschichte 20,25.

Von Milet nach Tyrus: Die Jünger warnen Paulus vor der Reise nach Jerusalem

211Dann, nach dem Abschied

von den Gemeindeältesten aus Ephesus,

stachen wir von Milet aus in See.

Wir fuhren auf direktem Weg nach Kos.

Am nächsten Tag erreichten wir Rhodos

und von dort aus Patara.

Kleine Insel im Ägäischen Meer. Die Reisen des Paulus – 3. Reise
Insel im Ägäischen Meer, östlich von Kreta. Der Mittlere Osten – Oberflächengestalt Die Reisen des Paulus – 3. Reise
Hafenstadt in Lyzien im Südwesten Kleinasiens. Hauptstsadt der römischen Provinz Lyzien und Pamphylien. Das Theater von Patara. Die Reisen des Paulus – 3. Reise

2Dort fanden wir ein Schiff,

das nach Phönizien fuhr.

Wir gingen an Bord

und legten ab.

3Wir sichteten Zypern,

ließen es aber links liegen

und nahmen Kurs auf Syrien.

In Tyrus gingen wir an Land,

denn dort sollte das Schiff die Ladung löschen.

4Wir machten die Jünger ausfindig

und blieben sieben Tage bei ihnen.

Aufgrund einer Eingebung,

die vom Heiligen Geist kam,

warnten sie Paulus dringend davor,

nach Jerusalem weiterzureisen.

5Als unser Aufenthalt zu Ende ging,

brachen wir zur Weiterreise auf.

Alle Jünger zusammen mit ihren Frauen und Kindern

begleiteten uns bis vor die Stadt.

Am Strand knieten wir nieder

und beteten.

6Dann verabschiedeten wir uns voneinander

und bestiegen das Schiff,

während sie nach Hause zurückkehrten.

Von Tyrus nach Cäsarea: Der Prophet Agabus warnt Paulus

7Von Tyrus fuhren wir nach Ptolemaïs,

wo unsere Schiffsreise endete.

Wir besuchten die Brüder dort,

blieben aber nur einen Tag bei ihnen.

Hafenstadt im Nordwesten des heutigen Israel, heute "Akkon". Die Reisen des Paulus – 3. Reise

8Am nächsten Morgen brachen wir auf

und zogen zu Fuß weiter nach Cäsarea.

Dort suchten wir das Haus des Philippus auf,

der die Gute Nachricht verkündete.

Er war einer der Sieben,

und wir blieben bei ihm.

Gemeint sind die sieben Männer, die von den Aposteln als Helfer ausgewählt wurden, vgl. Apostelgeschichte 6,1-6.

9Philippus hatte vier Töchter.

Sie waren nicht verheiratet

und hatten die Gabe,

als Prophetinnen zu reden.

10Wir hielten uns einige Tage in Cäsarea auf.

Während dieser Zeit kam ein Prophet namens Agabus

aus Judäa dorthin

Von Agabus wird bereits in Apostelgeschichte 11,27-28 berichtet.

11und suchte uns auf.

Er nahm Paulus den Gürtel ab,

fesselte sich damit selbst die Hände und Füße

und sagte:

"So spricht der Heilige Geist:

'Den Mann, dem dieser Gürtel gehört,

werden die Juden in Jerusalem genauso fesseln.

Und dann werden sie ihn

an die Heiden ausliefern!'"

12Als wir das hörten,

flehten wir und die Gemeinde dort Paulus an:

"Geh nicht nach Jerusalem!"

13Aber Paulus antwortete:

"Warum weint ihr

und macht mir das Herz schwer?

Ich bin nicht nur bereit,

mich in Jerusalem

für den Herrn Jesus fesseln zu lassen.

Ich bin auch bereit,

für ihn zu sterben."

Wörtlich heißt es in Vers 13: "Ich nicht nur bereit, mich in für den des fesseln zu lassen."

14Er ließ sich nicht umstimmen.

Schließlich gaben wir es auf

und sagten:

"Der Wille des Herrn soll geschehen!"

Paulus in Jerusalem

Paulus in Jerusalem: Die Gemeindeältesten fordern Rücksicht auf das Misstrauen gesetzestreuer Christen

15Bald darauf machten wir uns für die Reise fertig

und zogen hinauf nach Jerusalem.

16Einige Jünger aus Cäsarea begleiteten uns.

Sie wollten uns zu Mnason aus Zypern bringen,

einem Jünger aus der Anfangszeit.

Der sollte uns als Gäste bei sich aufnehmen.

17Als wir nach Jerusalem kamen,

wurden wir von den Brüdern herzlich empfangen.

18Am nächsten Tag ging Paulus mit uns zu Jakobus.

Auch die Gemeindeältesten waren alle dabei.

19Paulus begrüßte sie.

Dann berichtete er in allen Einzelheiten,

was Gott durch seinen Dienst

unter den Heiden bewirkt hatte.

Der Dienst, den er als Apostel geleistet hatte.

20Als sie das hörten,

lobten sie Gott.

Doch dann sagten sie zu Paulus:

"Du musst bedenken, Bruder,

wie viele Tausende von Juden

zum Glauben gekommen sind.

Sie alle halten sich streng an das Gesetz.

21Aber jetzt hat man ihnen erzählt:

Du würdest alle Juden in der Fremde dazu auffordern,

sich von Mose abzuwenden.

Du hättest gesagt,

sie sollten ihre Kinder

nicht mehr beschneiden lassen.

Und sie müssten nicht länger

nach den Vorschriften des Gesetzes leben.

Wörtlich heißt es in Vers 21: "Du würdest alle , die bei den leben, dazu auffordern, sich von Mose abzuwenden."
Gemeint ist: vom Gesetz des Mose, also von den Vorschriften und Lebensregeln des Alten Testaments.

22Was sollen wir jetzt machen?

Sie werden auf jeden Fall erfahren,

dass du hier bist.

23Wir raten dir Folgendes:

Wir haben hier vier Männer,

die ein Gelübde abgelegt haben.

Ein Versprechen vor Gott, etwas Bestimmtes zu tun. Wahrscheinlich das Gelübde, als Nasiräer (Gottgeweihter) zu leben, keinen Alkohol zu trinken und sich die Haare nicht schneiden zu lassen.

24Tu dich mit ihnen zusammen

und vollziehe gemeinsam mit ihnen

die vorgeschriebene Reinigung.

Übernimm die Kosten,

die für sie anfallen,

damit sie sich die Haare schneiden lassen können.

Dann werden alle erkennen,

dass die Berichte über dich falsch sind

und du das Gesetz einhältst.

Nach seiner Reise durch die Länder der Heiden galt Paulus als unrein. Er musste bestimmte Handlungen vornehmen und Opfer darbringen. Dann war er wieder rein und durfte am religiösen Leben teilnehmen.
Zum Abschluss der Nasiräerzeit mussten umfangreiche und kostspielige Opfer dargebracht werden. Indem Paulus die Kosten dafür übernimmt, kann er unter Beweis stellen, dass er am Gesetz des Mose festhält.
Das Schneiden der Haare markierte für alle sichtbar das Ende der Zeit als Nasiräer.

25Wegen der Heiden,

die zum Glauben gekommen sind,

haben wir ja schon eine Entscheidung getroffen.

In einem Brief haben wir ihnen geschrieben,

dass sie sich vor folgenden Dingen hüten sollen:

Sie sollen kein Fleisch von Tieren essen,

die als Opfer für Götzen geschlachtet wurden.

Sie sollen kein Blut zu sich nehmen

und kein Fleisch von Tieren essen,

die nicht ausgeblutet sind.

Und sie sollen nicht mit Verwandten schlafen."

26Daraufhin tat Paulus sich mit den Männern zusammen.

Am folgenden Tag begann er,

gemeinsam mit ihnen

die vorgeschriebene Reinigung zu vollziehen.

Er ging zum Tempel

und meldete,

wann die Zeit ihres Gelübdes ablief.

Dann sollte für jeden von ihnen

das vorgeschriebene Opfer dargebracht werden.

Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. Blick auf ein Modell des Tempels in Jerusalem zur Zeit von Jesus. Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Das Auftreten von Jesus nach dem Johannesevangelium Die erste christliche Mission Plan der Stadt Jerusalem zur Zeit von Jesus.

Paulus in Jerusalem: Paulus wird im Tempel verhaftet

27Als die sieben Tage fast vorüber waren,

erblickten Juden,

die aus der Provinz Asien kamen,

Paulus im Tempel.

Sie hetzten die Volksmenge auf

und packten ihn.

28Dabei schrien sie:

"Männer von Israel,

helft uns!

Das ist der Übeltäter!

Mit seinen Lehren hetzt er in aller Welt

gegen das Volk,

gegen das Gesetz

und gegen diesen Ort hier.

Jetzt hat er sogar Griechen in den Tempel mitgebracht

und dadurch diesen heiligen Ort entweiht."

Gemeint ist das Volk Israel.
Gemeint ist der Tempel.

29Sie hatten Paulus nämlich kurz zuvor

zusammen mit Trophimus aus Ephesus

in der Stadt gesehen.

Jetzt dachten sie,

dass Paulus ihn in den Tempel mitgenommen hätte.

30Bald war die ganze Stadt auf den Beinen.

Aus allen Richtungen lief das Volk zusammen.

Die Leute stürzten sich auf Paulus

und zerrten ihn aus dem Tempel.

Hinter ihm wurden sofort die Tore geschlossen.

Die Tore zum Vorhof der Heiden.

31Die Leute waren drauf und dran,

Paulus totzuschlagen.

Da erreichte den Kommandanten der römischen Garnison

die Meldung:

"Ganz Jerusalem ist in Aufruhr!"

Wörtlich: "Führer einer Tausendschaft". Militärischer Rang im römischen Heer; in Apostelgeschichte 21 der Kommandant der römischen Garnison in Jerusalem.

32Er befahl sofort einen Trupp Soldaten

und Hauptleute zu sich

und eilte hinunter zu dem Volksauflauf.

Als die Leute den Kommandanten mit seiner Truppe sahen,

ließen sie davon ab,

auf Paulus einzuschlagen.

Von der Burg Antonia, wo die Garnison stationiert war, zum Tempelplatz.

33Der Kommandant trat näher heran.

Er nahm Paulus fest

und befahl,

ihn mit zwei Ketten zu fesseln.

Dann erkundigte er sich bei den Leuten:

"Wer ist der Mann?

Was hat er getan?"

34Die Leute schrien alle durcheinander.

In dem Tumult konnte der Kommandant

nichts Genaues in Erfahrung bringen.

Deshalb befahl er,

Paulus in die Festung zu bringen.

Gemeint ist wahrscheinlich die Burg Antonia nördlich des Tempels. Dort war die römische Garnison in Jerusalem stationiert.

35Die Treppe hinauf musste Paulus sogar

von den Soldaten getragen werden.

So heftig war der Ansturm der Leute.

Die Burg Antonia, wo die römische Garnison stationiert war, war über zwei große Treppen mit dem äußeren Vorhof des Tempels verbunden.

36Das ganze Volk drängte nach

und schrie:

"Weg mit ihm!"

Paulus in Jerusalem: Paulus darf zum Volk sprechen

37Als man Paulus dann in die Festung bringen wollte,

fragte er den Kommandanten:

"Kann ich dich kurz sprechen?"

Der Kommandant antwortete:

"Du sprichst Griechisch?

38Dann bist du also gar nicht der Ägypter,

der hier vor einiger Zeit einen Aufstand angezettelt hat?

Du warst es also gar nicht,

der die viertausend Aufständischen

in die Wüste hinausgeführt hat?"

39Paulus erwiderte:

"Nein,

ich bin ein Jude aus Tarsus in Zilizien

und Bürger dieser recht bedeutenden Stadt.

Ich bitte dich:

Erlaube mir,

zum Volk zu sprechen!"

40Der Kommandant gab die Erlaubnis.

Paulus stellte sich auf die Treppe

und bat das Volk mit einer Handbewegung um Ruhe.

Da wurde es ganz still,

und Paulus begann auf Hebräisch zu reden:

Paulus in Jerusalem: Paulus erzählt von seiner Vergangenheit als Christenverfolger

221"Ihr Brüder und Väter!

Hört, was ich euch jetzt

zu meiner Verteidigung zu sagen habe!"

2Als sie hörten,

dass er auf Hebräisch zu ihnen sprach,

verhielten sie sich noch ruhiger.

Paulus fuhr fort:

3"Ich bin ein Jude.

Geboren wurde ich in Tarsus in Zilizien,

aber aufgewachsen bin ich hier in Jerusalem.

Mein Lehrer war Gamaliel.

Von ihm erhielt ich meinen Unterricht,

genau wie es dem Gesetz unserer Vorfahren entspricht.

Mit großem Eifer habe ich Gott gedient,

so wie ihr alle es heute tut.

Wörtlich heißt es in Vers 3: "Ich wurde zu Füßen Gamaliels unterrichtet." Zur Zeit des Neuen Testaments war es üblich, dass die Schüler sich beim Unterricht um ihren Lehrer versammelten und ihm zu Füßen saßen.

4Ich habe den neuen Weg bis aufs Blut verfolgt.

Männer und Frauen habe ich festnehmen

und ins Gefängnis werfen lassen.

5Der Oberste Priester

und die Ältesten können das bestätigen.

Von ihnen habe ich sogar

schriftliche Vollmachten bekommen.

Damit bin ich zu unseren jüdischen Brüdern

nach Damaskus gereist,

um dort die Anhänger des neuen Wegs festzunehmen.

Ich sollte sie als Gefangene

zur Bestrafung nach Jerusalem bringen."

Bezeichnung für ein Amt, das stets von älteren Männern ausgeübt wurde.

Paulus in Jerusalem: Paulus erzählt von seiner Berufung

6"Unterwegs, kurz vor Damaskus, geschah es:

Um die Mittagszeit umstrahlte mich plötzlich

ein helles Licht vom Himmel.

gibt hier in freier Erzählung das Geschehen von Apostelgeschichte 9,1-19a wieder.

7Ich stürzte zu Boden

und hörte eine Stimme,

die zu mir sagte:

'Saul, Saul, warum verfolgst du mich?'

8Ich antwortete:

'Wer bist du, Herr?'

Er sagte zu mir:

'Ich bin Jesus der Nazoräer,

den du verfolgst.'

Beschreibung der Herkunft von Jesus aus Nazaret; vielleicht auch eine alte Bezeichnung für Jesus als Messias (Christus)

9Meine Begleiter sahen zwar das Licht.

Aber die Stimme dessen,

der zu mir sprach,

hörten sie nicht.

10Ich fragte:

'Was soll ich tun, Herr?'

Der Herr sagte zu mir:

'Steh auf,

geh nach Damaskus.

Dort wirst du alles erfahren,

was Gott dir aufträgt.'

11Die strahlende Herrlichkeit dieses Lichts

hatte mich blind gemacht.

Deshalb musste ich von meinen Begleitern

an der Hand geführt werden.

So kam ich nach Damaskus.

Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor.

12Dort lebte ein gewisser Hananias.

Er war ein frommer Mann

und hielt sich streng an das Gesetz.

Bei allen Juden in der Stadt war er hoch angesehen.

13Der kam zu mir

und sagte:

'Saul, Bruder,

du sollst wieder sehen können!'

Und im selben Augenblick konnte ich wieder sehen

und blickte ihn an.

14Er sagte:

'Der Gott unserer Vorfahren hat dich dazu bestimmt,

seinen Willen zu erkennen.

Du selbst sollst den Gerechten sehen

und seine Stimme hören.

Gemeint ist Jesus, der vor Gott als gerecht dasteht.

15Denn du wirst als Zeuge für ihn auftreten.

Dann wirst du allen Menschen weitersagen,

was du gesehen und gehört hast.

16Was zögerst du noch?

Steh auf,

lass dich taufen!

Rufe seinen Namen an

und lass dich reinwaschen von deiner Schuld!'

17Als ich dann wieder

nach Jerusalem zurückgekehrt war

und im Tempel betete,

hatte ich eine Erscheinung.

18Ich sah den Herrn.

Er sagte zu mir:

'Beeile dich!

Verlasse unverzüglich Jerusalem.

Denn hier wird man nicht annehmen,

was du als Zeuge über mich berichtest.'

19Ich antwortete:

'Herr, sie wissen doch genau,

was ich denen, die an dich glaubten, angetan habe.

Ich war es doch,

der sie ins Gefängnis werfen

und in den Synagogen auspeitschen ließ.

20Und ich stand dabei,

als das Blut deines Zeugen Stephanus vergossen wurde.

Ich war mit allem einverstanden

und passte sogar auf die Kleider seiner Mörder auf.'

Der Bericht von der des Stephanus steht in Apostelgeschichte 7,54-8,1a.

21Aber der Herr sagte zu mir:

'Geh,

ich will dich zu den Heiden senden,

die in der Ferne leben.'"

Paulus in Jerusalem: Paulus löst Tumult aus und stellt sich unter den Schutz des römischen Bürgerrechts

22Bis zu diesen Worten

hatten die Leute Paulus ruhig zugehört.

Aber jetzt fingen sie an zu schreien:

"Weg mit ihm!

So einer muss von der Erde verschwinden.

Er darf nicht am Leben bleiben!"

23Sie tobten,

rissen sich die Kleider vom Leib

und warfen Staub in die Luft.

Das Zerreißen der Kleider war ursprünglich ein Ausdruck von Trauer und Schmerz (vgl. 2 Samuel 1,11-12), z.B. über eine Gotteslästerung.

24Der Kommandant befahl,

Paulus in die Festung zu bringen.

Er ordnete an,

ihn unter Peitschenhieben zu verhören.

So wollte er herausfinden,

warum seinetwegen unter den Leuten

so ein Tumult entstanden war.

25Paulus war schon zur Auspeitschung festgebunden.

Da sagte er zu dem Hauptmann,

der die Aufsicht führte:

"Dürft ihr denn einen römischen Bürger auspeitschen,

noch dazu ohne ordentliches Gerichtsverfahren?"

26Als der Hauptmann das hörte,

lief er zum Kommandanten

und meldete ihm:

"Was willst du jetzt tun?

Dieser Mann ist ein römischer Bürger!"

27Da ging der Kommandant zu Paulus

und fragte ihn:

"Sag mir:

Bist du wirklich ein römischer Bürger?"

Paulus antwortete:

"Ja."

28Der Kommandant sagte:

"Ich habe für dieses Bürgerrecht

ein Vermögen bezahlt."

Paulus entgegnete:

"Ich besitze es sogar von Geburt an."

29Die Männer, die ihn verhören sollten,

ließen sofort von ihm ab.

Und der Kommandant bekam es mit der Angst zu tun.

Denn nun war ihm bewusst,

dass Paulus ein römischer Bürger war.

Und er hatte ihn fesseln lassen!

In Apostelgeschichte 21,33 wird berichtet, dass der mit zwei Ketten fesseln ließ. Damit hatte er gegen römisches Recht verstoßen.

Paulus in Jerusalem: Paulus vor dem jüdischen Rat

30Am folgenden Tag wollte der Kommandant

sich Klarheit darüber verschaffen,

was die Juden Paulus vorwarfen.

Er ließ ihm die Ketten abnehmen

und gab Befehl,

die führenden Priester

und den ganzen jüdischen Rat zusammenzurufen.

Dann ließ er Paulus hinunterführen

und ihnen gegenüberstellen.

231Paulus blickte die Mitglieder des jüdischen Rats fest an

und sagte:

"Ihr Brüder!

Bis zum heutigen Tag habe ich immer so gelebt,

dass ich vor Gott ein reines Gewissen habe."

Zur Zeit von Jesus die oberste Behörde des Judentums.

2Aber der Oberste Priester Hananias befahl den Ratsmitgliedern,

die in der Nähe von Paulus standen,

ihm auf den Mund zu schlagen.

3Da sagte Paulus zu ihm:

"Gott wird dich schlagen,

du Scheinheiliger!

Du willst nach dem Gesetz über mich Gericht halten?

Dabei missachtest du doch selbst das Gesetz,

wenn du mich schlagen lässt!"

Wörtlich heißt es in Vers 3: "du weiß getünchte Wand!" Die weiß getünchte Wand ist ein Bild für einen scheinheiligen Menschen: Die weiße Farbe ist nur Fassade und verdeckt die Risse in der Wand.

4Die umstehenden Ratsmitglieder fuhren ihn an:

"Wie kannst du es wagen,

den Obersten Priester Gottes zu beleidigen!"

5Paulus entschuldigte sich:

"Brüder,

ich wusste nicht,

dass er der Oberste Priester ist.

In der Heiligen Schrift steht ja:

'Du sollst ein Oberhaupt deines Volkes

nicht verfluchen!'"

Das Zitat stammt aus 2 Mose/Exodus 22,27-28.

6Paulus wusste,

dass der jüdische Rat teils aus Sadduzäern

und teils aus Pharisäern bestand.

Deshalb rief er in die Versammlung hinein:

"Ihr Brüder!

ich bin Pharisäer

und komme aus einer Pharisäerfamilie.

Ich stehe hier vor Gericht,

weil ich hoffe,

dass die Toten auferstehen!"

Eine jüdische Religionspartei, der die vornehmen Priesterfamilien und Vertreter der führenden Gesellschaftsschicht angehörten.

7Kaum hatte Paulus das gesagt,

brach zwischen den Pharisäern

und den Sadduzäern ein Streit los.

Die ganze Versammlung spaltete sich in zwei Lager.

8Die Sadduzäer behaupten nämlich:

"Es gibt keine Auferstehung

ebenso wenig wie Engel oder Geister."

Die Pharisäer dagegen bekennen sich zu alldem.

9So kam es zu einer lautstarken Auseinandersetzung.

Schließlich standen einige Schriftgelehrte auf,

die zur Partei der Pharisäer gehörten.

Sie vertraten den Standpunkt:

"Wir können diesem Mann nichts vorwerfen.

Vielleicht hat ja tatsächlich ein Geist

oder ein Engel mit ihm gesprochen."

Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst.

10Der Streit wurde immer heftiger.

Am Ende befürchtete der Kommandant,

dass Paulus zwischen den Parteien zerrissen würde.

Er ließ eine Abteilung Soldaten kommen.

Die sollten Paulus aus der Menge herausholen

und ihn wieder in die Festung bringen.

11In der folgenden Nacht

erschien der Herr dem Paulus

und sagte:

"Nur Mut!

Denn wie du in Jerusalem

für mich als Zeuge aufgetreten bist,

so sollst du auch in Rom mein Zeuge sein!"

Paulus in Jerusalem: Verschwörung gegen Paulus

12Am nächsten Morgen taten sich einige Juden

zu einem Anschlag gegen Paulus zusammen.

Sie legten einen feierlichen Eid ab:

"Wir wollen weder essen noch trinken,

bis wir Paulus getötet haben."

13Mehr als vierzig Männer beteiligten sich an dieser Verschwörung.

14Sie gingen zu den führenden Priestern und den Ältesten

und sagten:

"Wir haben einen feierlichen Eid geschworen,

nichts zu uns zu nehmen,

bis wir Paulus getötet haben.

15Geht jetzt mit dem ganzen jüdischen Rat zum Kommandanten.

Bittet ihn,

euch Paulus noch einmal vorführen zu lassen –

als ob ihr seinen Fall genauer untersuchen wolltet.

Wir halten uns dann bereit,

ihn umzubringen,

bevor er hier ankommt."

16Aber der Sohn der Schwester von Paulus

hörte von dem geplanten Anschlag.

Er verschaffte sich Zutritt zur Festung

und berichtete Paulus davon.

17Paulus rief einen Hauptmann herbei

und bat:

"Bring diesen jungen Mann zum Kommandanten.

Er hat eine Nachricht für ihn."

18Der Hauptmann brachte den Neffen zum Kommandanten

und sagte:

"Der Gefangene Paulus hat mich rufen lassen

und mich gebeten,

diesen jungen Mann zu dir zu bringen.

Er hat dir etwas zu berichten."

19Der Kommandant zog ihn zur Seite

und erkundigte sich:

"Was hast du mir zu melden?"

20Der Neffe sagte:

"Die Juden haben vereinbart,

dich um etwas zu bitten.

Du sollst Paulus morgen noch einmal

dem jüdischen Rat vorführen –

angeblich,

um seinen Fall noch genauer zu untersuchen.

21Lass dich auf keinen Fall darauf ein!

Denn mehr als vierzig von ihnen

planen einen Anschlag gegen Paulus.

Sie haben einen Eid abgelegt,

weder zu essen noch zu trinken,

bis sie Paulus umgebracht haben.

Sie halten sich schon bereit

und warten nur noch auf deine Zusage."

22Der Kommandant ließ den jungen Mann gehen

und wies ihn an:

"Verrate keinem Menschen,

dass du mir diesen Plan enthüllt hast."

Der Kommandant schreibt an den römischen Bevollmächtigten Felix

23Der Kommandant rief zwei Hauptleute zu sich

und gab ihnen den Befehl:

"Zweihundert Soldaten sollen sich

zum Abmarsch nach Cäsarea bereitmachen,

dazu noch siebzig Reiter

und zweihundert Leichtbewaffnete.

Zur dritten Nachtstunde ist Aufbruch.

21:00 Uhr.

24Besorgt auch Reittiere für Paulus,

und bringt ihn sicher zu Felix,

dem römischen Bevollmächtigten."

römischer Bevollmächtigter in Judäa und Samaria 52-60 n. Chr.
Verwalter einer Region oder Provinz im Auftrag des römischen Reiches oder des Kaisers.

25Außerdem schrieb der Kommandant einen Brief

mit folgendem Inhalt:

26"Klaudius Lysias

an den hochverehrten Bevollmächtigten Felix.

Sei gegrüßt!

27Diesen Mann hatten die Juden in ihre Gewalt gebracht

und wollten ihn umbringen.

Ich schritt mit meinen Soldaten ein,

um ihn in Sicherheit zu bringen –

zumal ich erfahren habe,

dass er römischer Bürger ist.

28Weil ich herausfinden wollte,

was sie ihm vorwarfen,

führte ich ihn dem jüdischen Rat vor.

29Es stellte sich heraus,

dass sich ihre Vorwürfe

nur auf Streitfragen über ihr Gesetz beziehen.

Es liegt keine Anklage gegen ihn vor,

die ein Todesurteil oder eine Gefängnisstrafe rechtfertigt.

30Doch dann wurde mir gemeldet,

dass gegen den Mann ein Anschlag geplant ist.

Deshalb schicke ich ihn umgehend zu dir.

Ich habe auch die Kläger angewiesen,

ihre Anschuldigungen bei dir vorzutragen."

Paulus wird zu Felix nach Cäsarea gebracht

31Die Soldaten übernahmen Paulus wie befohlen

und brachten ihn noch in der Nacht bis nach Antipatris.

Stadt im Südwesten Samariens, etwa auf halbem Weg zwischen Jerusalem und Cäsarea am Meer. Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom

32Am nächsten Tag kehrten die Fußtruppen

in ihre Festung zurück,

während die Reiter mit Paulus weiterzogen.

33In Cäsarea übergaben sie dem römischen Bevollmächtigten den Brief

und führten ihm Paulus vor.

34Felix las den Brief

und fragte Paulus:

"Aus welcher Provinz stammst du?"

"Aus Zilizien",

bekam er zur Antwort.

35Da erklärte Felix,

"Ich werde dich vernehmen,

sobald auch deine Ankläger hier sind."

Dann befahl er,

Paulus im Palast des Herodes,

dem sogenannten Prätorium,

gefangen zu halten.

Der Amtssitz des römischen Bevollmächtigten in Cäsarea. Der Palast war ursprünglich von Herodes dem Großen erbaut worden.

Paulus in Haft in Cäsarea

Die führenden Juden klagen Paulus vor Felix an

241Fünf Tage später kam der Oberste Priester Hananias nach Cäsarea.

Einige Älteste und ein Anwalt,

ein gewisser Tertullus, begleiteten ihn.

Sie erhoben Anklage gegen Paulus bei Felix,

dem römischen Bevollmächtigten.

2Nachdem man Paulus gerufen hatte,

begann Tertullus mit seiner Anklagerede:

"Verehrter Felix!

Dein Verdienst ist es,

dass wir schon so lange in Frieden leben.

Und deiner Umsicht verdanken wir

wichtige Reformen für dieses Volk.

Gemeint ist das jüdische Volk, das unter der Herrschaft Roms steht.

3Das erkennen wir immer und überall

in tiefster Dankbarkeit an.

4Doch um dich nicht unnötig aufzuhalten,

bitte ich dich:

Schenke uns kurz dein geneigtes Ohr.

5Wir haben festgestellt:

Dieser Mann ist gefährlich wie die Pest.

Als Anführer der Nazoräersekte

stiftet er Unruhe unter allen Juden auf der ganzen Welt.

6Er hat sogar versucht,

den Tempel zu entweihen.

Dabei haben wir ihn festgenommen.

[...]

Einige Handschriften fügen hinzu: "Wir wollten ihn nach unserem eigenen Gesetz verurteilen."

7[...]

Einige Handschriften fügen hinzu: "Aber der Kommandant Lysias hat ihn mit Gewalt aus unseren Händen befreit."

8[...]

Wenn du ihn verhörst,

wirst du selbst sehen,

warum wir ihn anklagen."

Einige Handschriften fügen hinzu: "Und Lysias hat befohlen: 'Wer eine Anklage gegen ihn hat, soll sich an dich wenden.'"

9Die Juden unterstützten Tertullus

und erklärten:

"Genauso verhält es sich!"

Paulus verteidigt sich vor Felix

10Der römische Bevollmächtigte forderte Paulus

mit einem Zeichen zum Reden auf

und Paulus erwiderte:

"Ich weiß,

dass du seit vielen Jahren

als Richter über dieses Volk amtierst.

Deshalb gehe ich voller Zuversicht

an meine Verteidigung.

11Ich bin erst vor zwölf Tagen

nach Jerusalem gekommen

um im Tempel zu beten.

Das kannst du leicht überprüfen.

12Niemand hat mich dort Streitgespräche führen sehen

oder einen Aufstand anzetteln –

weder im Tempel

noch in den Synagogen

noch irgendwo sonst in der Stadt.

13Für nichts von dem,

was mir hier vorgeworfen wird,

können sie dir Beweise vorlegen.

14Das allerdings gebe ich vor dir offen zu:

Ich diene dem Gott unserer Vorfahren so,

wie es dem neuen Weg entspricht.

Sie bezeichnen ihn als Sekte.

Aber ich glaube an alles,

was im Gesetz und bei den Propheten steht.

15Und ich setze die gleiche Hoffnung auf Gott

wie diese Leute hier:

die Hoffnung auf die Auferstehung der Toten.

Gott wird sowohl die Menschen auferwecken,

die seinen Willen tun,

als auch diejenigen,

die ihn ablehnen.

Wörtlich heißt es in Vers 15: "sowohl die Gerechten als auch die Ungerechten".

16Aus diesem Grund bemühe auch ich mich,

immer ein reines Gewissen zu haben –

vor Gott und vor den Menschen.

17Nach vielen Jahren bin ich wieder

nach Jerusalem zurückgekehrt.

Ich hatte Geldspenden für mein Volk dabei

und wollte Gott Opfer darbringen.

18Dabei hat man mich im Tempel gesehen.

Die vorgeschriebene Reinigung

hatte ich bereits vollzogen.

Weder war ich von einer Menschenmenge umringt

noch in einen Tumult verwickelt.

Wörtlich heißt es in Vers 18: "Ich hatte mich bereits ." D. h. hatte sich nach eigener Auskunft schon den nötigen Reinigungsriten unterzogen. Nach seiner Reise durch die Länder der Heiden galt als . Er musste bestimmte Handlungen vornehmen und darbringen. Dann war er wieder und durfte am religiösen Leben teilnehmen.

19Bei den Leuten, die mich gesehen hatten,

handelte es sich um Juden aus der Provinz Asien.

Sie sollten eigentlich jetzt vor dir stehen

und Anklage erheben,

wenn sie mir etwas vorzuwerfen haben!

20Du kannst aber auch diese Männer hier fragen.

Welches Vergehen haben sie denn festgestellt,

als ich vor dem jüdischen Rat verhört wurde?

21Es kann sich höchstens um einen einzigen Satz handeln.

Damals, als ich vor ihnen stand,

habe ich ausgerufen:

'Ich stehe heute vor eurem Gericht,

weil ich glaube,

dass die Toten auferstehen!'"

Vgl. Apostelgeschichte 23,6. Der ganze Bericht vom Verhör des vor dem steht in Apostelgeschichte 23,1-11.

Felix vertagt die Verhandlung und gewährt Hafterleichterung

22Felix wusste über den neuen Weg ziemlich genau Bescheid.

Er vertagte die Verhandlung mit den Worten:

"Ich werde euren Fall entscheiden,

sobald Kommandant Lysias da ist."

23Er befahl dem zuständigen Hauptmann,

Paulus weiter in Gewahrsam zu halten,

aber die Haft zu erleichtern.

Und keiner von seinen Freunden

sollte daran gehindert werden,

sich um ihn zu kümmern.

Felix und Drusilla bei Paulus. Der Prozess wird verschleppt

24Einige Tage später erschien Felix

zusammen mit seiner Frau Drusilla,

die Jüdin war.

Er ließ Paulus herbeibringen.

Dann hörte er sich an,

was Paulus über den Glauben an Christus Jesus sagte.

Tochter von Herodes Agrippa I.

25Aber Paulus sprach zuletzt auch

über ein Leben nach Gottes Geboten,

über Enthaltsamkeit

und über das bevorstehende Gericht.

Da erschrak Felix

und sagte:

"Für heute kannst du gehen.

Wenn ich Zeit habe,

lasse ich dich wieder holen."

Wörtlich heißt es in Vers 25: "Aber sprach zuletzt auch über ".

26Gleichzeitig hoffte er,

von Paulus Geld zu bekommen.

Deshalb ließ er ihn noch öfter zu sich bringen

und unterhielt sich mit ihm.

27Zwei Jahre später wurde Felix

durch Porzius Festus abgelöst.

Felix wollte den Juden noch einen Gefallen erweisen.

Deshalb sorgte er dafür,

dass Paulus weiterhin im Gefängnis blieb.

Nachfolger von Felix als römischer Bevollmächtigter in Judäa und Samaria 60-62 n. Chr.

Festus nimmt den Prozess gegen Paulus wieder auf

251Drei Tage nach seinem Amtsantritt

reiste Festus von Cäsarea

hinauf nach Jerusalem.

2Die führenden Priester

und die angesehensten Männer des jüdischen Volkes

erneuerten bei ihm ihre Anklage gegen Paulus.

Sie baten den römischen Bevollmächtigten

3um einen Beweis für sein Wohlwollen:

Er sollte Paulus wieder nach Jerusalem verlegen lassen.

Sie planten nämlich einen Anschlag gegen Paulus

und wollten ihn unterwegs umbringen lassen.

4Aber Festus antwortete:

"Paulus bleibt in Cäsarea in Gewahrsam.

Ich selbst werde in Kürze dorthin zurückkehren.

5Diejenigen von euch,

die dafür zuständig sind",

fuhr er fort,

"können ja mit mir mitkommen.

Wenn der Mann tatsächlich etwas Unrechtes getan hat,

sollen sie dort Anklage gegen ihn erheben."

6Festus blieb nur acht oder zehn Tage in Jerusalem.

Dann zog er nach Cäsarea hinab.

Gleich am nächsten Tag

eröffnete er die Gerichtsverhandlung

und ließ Paulus vorführen.

Wörtlich heißt es in Vers 6: "Gleich am nächsten Tag setzte er sich auf den Richterstuhl". Das Sitzen auf dem Richterstuhl war notwendige Formalität, damit eine gerichtlichte Entscheidung Rechtskraft erhielt.

7Als er vor Gericht erschien,

umringten ihn die Juden,

die aus Jerusalem herabgekommen waren.

Sie brachten viele schwere Anschuldigungen gegen ihn vor,

die sie aber nicht beweisen konnten.

8Paulus verteidigte sich:

"Ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen –

weder gegen das Gesetz der Juden

noch gegen den Tempel

noch gegen den Kaiser."

9Festus wollte den Juden aber einen Gefallen erweisen.

Deshalb fragte er Paulus:

"Willst du nach Jerusalem hinaufgehen?

Dort könnte in meiner Gegenwart

ein Urteil in dieser Sache gefällt werden."

10Aber Paulus erwiderte:

"Ich stehe hier vor dem kaiserlichen Gericht

und vor ihm muss mein Fall entschieden werden.

Ich habe den Juden kein Unrecht getan,

wie du sehr wohl weißt.

11Wenn ich wirklich ein Unrecht

oder ein todeswürdiges Verbrechen begangen habe,

bin ich bereit zu sterben.

Wenn aber ihre Anschuldigungen nicht haltbar sind,

darf niemand mich ihnen

aus reiner Gefälligkeit ausliefern.

Ich verlange,

dass mein Fall vor den Kaiser kommt."

Als römischer Bürger hatte Paulus das Recht, direkt an den Kaiser zu appellieren bzw. bei ihm Berufung einzulegen.

12Daraufhin besprach sich Festus mit seinen Beratern

und antwortete:

"Du wolltest,

dass dein Fall vor den Kaiser kommt.

Also sollst du zum Kaiser gebracht werden!"

Festus informiert König Agrippa über den Fall Paulus

13Einige Zeit später kamen Agrippa

und seine Schwester Berenike nach Cäsarea,

um Festus einen Antrittsbesuch abzustatten.

Der Sohn von Herodes Agrippa I. Er herrschte in der Zeit von 50-94 n.Chr. u.a. über die Städte Tiberias und Tarichäa am See Gennesaret. Münze mit Abbild von Herodes Agrippa II.
Tochter von Herodes Agrippa I und Schwester von Herodes Agippa II.

14Nachdem sie schon einige Tage dort verbracht hatten,

legte Festus dem König den Fall des Paulus vor:

"Felix hat hier einen Mann als Gefangenen zurückgelassen.

15Als ich in Jerusalem war,

erhoben die führenden Priester

und die Ältesten der Juden Anklage gegen ihn.

Sie drängten mich,

ihn zu verurteilen.

16Ich antwortete ihnen:

'Es ist bei den Römern nicht üblich,

einen Angeklagten einfach

aus reiner Gefälligkeit auszuliefern.

Der Angeklagte muss zuerst den Anklägern

persönlich gegenübergestellt werden.

Dabei muss er Gelegenheit erhalten,

sich gegen die Anklage zu verteidigen.'

17Daraufhin kamen einige von ihnen hierher.

Ich habe dann unverzüglich

für den nächsten Tag eine Gerichtsverhandlung angesetzt

und ließ den Mann vorführen.

18Bei der Gegenüberstellung

brachten die Ankläger aber keine Beschuldigungen

wegen irgendwelcher schwerer Vergehen vor.

Das hatte ich eigentlich erwartet.

19Es ging lediglich um einige Streitfragen,

die ihre eigene Religion betreffen.

Und um einen gewissen Jesus,

der längst tot ist.

Aber Paulus behauptet,

dass er lebt.

20In solchen Dingen

kenne ich mich nicht genügend aus.

Deshalb fragte ich Paulus:

'Willst du nicht nach Jerusalem gehen,

und den Fall dort entscheiden lassen?'

21Aber Paulus legte dagegen Berufung ein.

Er wollte bis zu einer Entscheidung Seiner kaiserlichen Majestät

in Haft bleiben.

Also befahl ich,

ihn weiter in Haft zu halten,

bis ich ihn zum Kaiser schicken kann."

22Da sagte Agrippa zu Festus:

"Ich würde den Mann gern einmal selbst hören."

"Morgen sollst du dazu Gelegenheit haben",

antwortete Festus.

23Am folgenden Tag erschienen Agrippa und Berenike

festlich gekleidet

und mit großem Gefolge.

Begleitet von den Kommandanten

und den angesehensten Männern der Stadt,

betraten sie den Audienzsaal.

Auf Befehl von Festus

wurde Paulus der Versammlung vorgeführt.

Die Kommandanten der fünf Kohorten, die in Cäsarea stationiert waren.

24Dann ergriff Festus das Wort:

"König Agrippa!

Meine Gäste!

Hier seht ihr den Mann,

dessentwegen mich die ganze jüdische Bevölkerung

so sehr bedrängt hat.

Sowohl in Jerusalem als auch hier in Cäsarea

haben sie lauthals gefordert:

'Er darf nicht am Leben bleiben!'

25Ich habe jedoch festgestellt,

dass er gar nichts getan hat,

worauf die Todesstrafe steht.

Er hat aber selbst verlangt,

dass sein Fall vor Seine kaiserliche Majestät kommt.

Deshalb habe ich beschlossen,

ihn zum Kaiser zu schicken.

26Ich weiß allerdings kaum etwas Stichhaltiges,

was ich meinem Herrn über ihn schreiben könnte.

Deshalb habe ich ihn euch,

und vor allem dir, König Agrippa,

vorführen lassen.

Nach der Vernehmung werde ich wohl in der Lage sein,

einen Bericht zu verfassen.

D. h. dem römischen Kaiser.

27Denn ich finde es unsinnig,

einen Gefangenen nach Rom zu schicken,

ohne die Gründe dafür anzugeben."

Paulus spricht zu König Agrippa

261Agrippa sagte zu Paulus:

"Es ist dir erlaubt,

in eigener Sache zu sprechen."

Da hob Paulus die Hand

und begann seine Verteidigungsrede:

2"Die Juden bringen schwere Anschuldigungen

gegen mich vor.

Deshalb schätze ich mich glücklich,

König Agrippa,

dass ich mich heute vor dir verteidigen kann.

3Das gilt umso mehr,

als du dich mit den Vorschriften

und Streitfragen der Juden hervorragend auskennst.

Bitte, höre mich geduldig an!

4Seit meiner Jugend habe ich

mitten unter meinem Volk in Jerusalem gelebt.

Alle Juden wissen,

wie ich mein Leben von klein auf geführt habe.

5Sie kennen mich von früher.

Und wenn sie wollen,

können sie jederzeit bezeugen:

Ich habe nach der Richtung unserer Religion gelebt,

die es mit der Frömmigkeit am genauesten nimmt.

Denn ich war Pharisäer.

6Jetzt stehe ich vor Gericht,

weil ich auf das hoffe,

was Gott unseren Vorfahren versprochen hat.

Es geht um die Auferstehung der Toten, vgl. Apostelgeschichte 13,32-33 und Apostelgeschichte 24,14-15.

7Die zwölf Stämme unseres Volkes

dienen Gott ununterbrochen

bei Tag und bei Nacht.

Denn sie hoffen,

dass sie die Erfüllung dieser Zusage erleben.

Mein König!

Und gerade wegen dieser Hoffnung

werde ich von den Juden angeklagt.

8Warum haltet ihr es für unglaubwürdig,

dass Gott Tote auferweckt?

9Ich selbst hatte ja zunächst geglaubt,

das Bekenntnis zu Jesus, dem Nazoräer,

mit allen Mitteln bekämpfen zu müssen.

Wörtlich lautet der Vers 9: "Ich selbst hatte ja zunächst geglaubt, den von , dem , mit allen Mitteln bekämpfen zu müssen".

10Das habe ich auch in Jerusalem getan.

Ausgestattet mit einer Vollmacht der führenden Priester

brachte ich viele der Heiligen ins Gefängnis.

Und wenn sie zum Tod verurteilt werden sollten,

stimmte ich dafür.

Wörtlich heißt es in Vers 10: "Und wenn sie zum Tod verurteilt werden sollten, gab ich meinen Stein gegen sie ab." Für die Abstimmung über ein Urteil wurden kleine Steinchen verwendet, in diesem Fall schwarze für die Verurteilung und weiße für Freispruch.

11Ich suchte sie in sämtlichen Synagogen.

Immer wieder versuchte ich,

sie mithilfe von Strafen zu zwingen,

ihrem Glauben abzuschwören.

Mein Hass auf sie war grenzenlos.

Deshalb verfolgte ich sie sogar

bis in die Städte außerhalb des Landes.

Wörtlich heißt es in Vers 11: "Immer wieder versuchte ich, sie durch Strafen zur Lästerung zu zwingen".

12In dieser Absicht reiste ich dann nach Damaskus.

Ich hatte die Vollmacht

und das Einverständnis der führenden Priester.

13Unterwegs, mein König,

um die Mittagszeit,

sah ich plötzlich vom Himmel her

ein Licht aufleuchten.

Es war heller als der Glanz der Sonne

und umstrahlte mich und meine Begleiter.

14Wir stürzten alle zu Boden.

Da hörte ich eine Stimme,

die auf Hebräisch zu mir sagte:

'Saul, Saul, warum verfolgst du mich?

Du wehrst dich vergeblich gegen den Stachelstock!'

Wörtlich heißt es in Vers 14: "Du schlägst vergeblich gegen den Stachelstock aus." Das Bild kommt aus der damals gängigen Praxis, Zugtiere mit einem anzutreiben.
Bis zu 2,50 m langer Stecken mit Metallspitze, der zum Antreiben von Rindern oder Ochsen verwendet wird. Ochsengespann und Treiber mit Stachelstock.

15Da fragte ich:

"Wer bist du, Herr?"

Der Herr antwortete:

"Ich bin Jesus,

den du verfolgst.

16Doch jetzt steh auf!

Stell dich auf deine Füße!

Denn ich bin dir erschienen,

um dich in meinen Dienst zu nehmen.

Du sollst als Zeuge auftreten für das,

was du heute gesehen hast

und was du noch sehen wirst.

17Ich schütze dich vor deinem Volk

und vor den Heiden.

Ich sende dich zu ihnen,

18damit du ihnen die Augen öffnest.

Sie sollen sich aus der Dunkelheit

dem Licht zuwenden.

Und von der Gewalt des Satans weg

sollen sie sich zu Gott bekehren.

Durch den Glauben an mich

soll ihnen ihre Schuld vergeben werden.

Und sie sollen ihren Anteil

am Erbe der Heiligen erhalten.'

Das Licht ist das erste Werk in Gottes Schöpfung. Im übertragenen Sinn bedeutet das Licht Leben, während Dunkelheit für den Tod steht. Im Neuen Testament wird Jesus als Licht der Welt bezeichnet, weil die Menschen durch ihn das ewige Leben erhalten.

19Deshalb, König Agrippa,

habe ich der himmlischen Erscheinung

widerspruchslos gehorcht.

20Ich war dann zuerst in Damaskus und Jerusalem,

später in ganz Judäa und bei den Heiden.

Überall habe ich die Menschen aufgefordert:

'Ändert euer Leben

und bekehrt euch zu Gott!

Handelt so,

wie es eurem neuen Leben entspricht!'

21Nur deswegen haben die Juden

mich im Tempel festgenommen

und versucht,

mich zu töten.

22Aber Gott kam mir bis heute zur Hilfe.

Deshalb stehe ich hier als sein Zeuge

vor den einfachen Leuten wie vor den Mächtigen.

Ich rede von nichts anderem als von dem,

was die Propheten und Mose angekündigt haben:

23Der Christus muss leiden

und als Erster vom Tod auferstehen.

Dann wird er meinem Volk und den Heiden

die Botschaft vom Licht verkünden."

JesusLukas 22,1-23,56Markus 14,1-15,47Matthäus 26,1-27,66

Die Reaktion von Festus und Agrippa auf die Rede von Paulus

24Als Paulus mit seiner Verteidigung

an diesem Punkt angelangt war,

rief Festus laut dazwischen:

"Du bist verrückt, Paulus!

Das viele Studieren treibt dich in den Wahnsinn."

25Paulus antwortete:

"Ich bin nicht verrückt, verehrter Festus.

Was ich sage,

ist wahr und vernünftig.

26Der König weiß über diese Dinge Bescheid.

Mit ihm kann ich auch ganz offen darüber reden.

Denn ich bin überzeugt,

dass ihm nichts davon entgangen ist.

Schließlich hat das alles nicht

in irgendeinem verborgenen Winkel stattgefunden.

Die Ereignisse im Zusammenhang mit der Kreuzigung und Auferstehung von Jesus.

27König Agrippa,

glaubst du den Propheten?

Ich weiß,

dass du ihnen glaubst!"

Gemeint ist: "Glaubst du, dass eintrifft, was die Propheten angekündigt haben?"

28Agrippa sagte zu Paulus:

"Es fehlt nicht viel,

und du überzeugst mich noch,

als Christ aufzutreten!"

29Paulus entgegnete:

"Ich bete zu Gott,

dass du wirst,

was ich schon bin.

Und nicht nur du!

Nein, ich bete,

dass früher oder später alle,

die mich heute hören,

mir gleich werden –

die Fesseln natürlich ausgenommen!"

30Der König und der römische Bevollmächtigte erhoben sich

und mit ihnen auch Berenike und die anderen.

31Während sie den Saal verließen,

unterhielten sie sich:

"Dieser Mann tut nichts,

wofür er den Tod oder das Gefängnis verdient."

32Und Agrippa sagte zu Festus:

"Der Mann könnte freigelassen werden,

wenn er nicht verlangt hätte,

dass sein Fall vor den Kaiser kommt."

Paulus auf dem Weg nach Rom

Die Schiffsreise nach Rom

Die Schiffsreise nach Rom: Mühevoller Beginn

271Unsere Abreise nach Italien

war also beschlossen.

Man übergab Paulus und einige andere Gefangene

einem Hauptmann der kaiserlichen Kohorte namens Julius.

Im römischen Reich häufig Ehrentitel einer militärischen Einheit von Soldaten aus der jeweiligen Region. Eine Kohorte bestand aus etwa 500 bis 1000 Mann.

2Wir gingen an Bord eines Schiffes aus Adramyttion.

Es sollte die Häfen an der Küste der Provinz Asien anlaufen.

Dann legten wir ab.

Der Mazedonier Aristarch aus Thessalonich begleitete uns.

Hafenstadt an der Küste von Mysien im Westen der heutigen Türkei. Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom
Mitarbeiter und Begleiter von Paulus, der aus Thessalonich in Mazedonien stammte.

3Am nächsten Tag erreichten wir Sidon.

Julius war Paulus gegenüber sehr entgegenkommend.

Er erlaubte ihm,

seine Freunde aufzusuchen

und sich von ihnen

mit allem Nötigen versorgen zu lassen.

4Nachdem wir von dort wieder aufgebrochen waren,

segelten wir im Schutz von Zypern weiter.

Denn der Wind stand gegen uns.

D. h. auf der Ostseite der Insel um Zypern herum.

5Wir durchquerten das Meer vor Zilizien und Pamphylien

und erreichten schließlich Myra in Lyzien.

Stadt in Lyzien nahe der Küste im Südwesten Kleinasiens. Der Hafen von Myra in der heutigen Türkei. Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom
Gebiet im Südwesten Kleinasiens. Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom

6Dort fand der Hauptmann ein Schiff aus Alexandria,

das nach Italien fuhr,

und brachte uns an Bord.

7Viele Tage lang machten wir nur wenig Fahrt

und kamen mit Mühe und Not bis vor Knidos.

Dann zwang uns der Wind,

den Kurs zu ändern.

Deshalb segelten wir im Schutz von Kreta

an Kap Salmone vorbei.

Küstenstadt im Südwesten Kleinasiens an der Küste von Karien. Blick auf den Hafen von Knidos, eine Küstenstadt in der heutigen Türkei. Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom
Größte griechische Mittelmeerinsel im Süden des Ägäischen Meeres. Der Mittlere Osten – Oberflächengestalt Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom
Vermutlich ein Kap an der östlichen Spitze Kretas. Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom

8Wir fuhren unter widrigen Umständen an der Küste entlang.

Schließlich erreichten wir die Bucht von Kaloi Limenes,

nicht weit von der Stadt Lasäa.

Hafenstadt an der Südküste von Kreta. Blick über die Bucht von Kaloi Limenes. Eingang zur Paulusgrotte bei Kaloi Limenes. Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom
Stadt an der Südküste von Kreta. Blick auf die Ausgrabungen von Lasäa. Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom

Die Schiffsreise nach Rom: Paulus warnt vor der Weiterfahrt

9Inzwischen war viel Zeit verstrichen

und die Schifffahrt bereits unsicher geworden.

Auch das Herbstfasten war schon vorüber.

Deshalb warnte Paulus die Besatzung:

Gemeint ist das Fasten am jüdischen Versöhnungstag, der im September/Oktober gefeiert wird und ungefähr mit dem Beginn der für die Seefahrt ungeeigneten Jahreszeit zusammenfällt.

10"Männer!

Ich sehe voraus,

dass eine Weiterfahrt sehr riskant ist.

Wir setzen damit nicht nur die Ladung

und das Schiff aufs Spiel,

sondern auch unser Leben."

11Aber der Hauptmann schenkte dem Steuermann

und dem Schiffseigentümer mehr Vertrauen

als den Worten des Paulus.

Der Eigentümer des Schiffes oder ein Vertreter der Reederei, der auf dem Schiff mitfuhr und als Kapitän oder Steuermann die Route des Schiffes bestimmen konnte.

12Außerdem war der Hafen zum Überwintern ungeeignet.

Deshalb beschloss die Mehrheit der Besatzung,

wieder in See zu stechen.

Man wollte versuchen,

Phönix zu erreichen

um dort zu überwintern.

Das ist ein Hafen auf Kreta,

der nur nach Südwesten und Nordwesten hin offen ist.

Dadurch war er vor den gefürchteten Winterstürmen aus Nordost und Ost geschützt.
Hafen an der Südküste von Kreta. Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom

Die Schiffsreise nach Rom: Irrfahrt im Sturm

13Als ein leichter Südwind aufkam,

hielten die Seeleute ihr Vorhaben

schon fast für geglückt.

Sie lichteten den Anker

und fuhren so dicht wie möglich

an der Küste Kretas entlang.

Schiffsgerät aus Holz und Eisen, in der Regel ein Balken mit zwei Armen und einem Querbalken, mit dem das Schiff auf dem Meeresboden festgemacht wird. Zeichnung von römischen Münzen mit der Abbildung eines Ankers.

14Aber schon bald brach von der Insel her

ein schwerer Sturm los,

der gefürchtete Nordost.

15Das Schiff wurde mitgerissen.

Und weil wir nicht gegen den Wind ankamen,

gaben wir das Schiff dem Sturm preis

und ließen uns treiben.

16Eine Zeit lang befanden wir uns

im Schutz einer kleinen Insel namens Kauda.

Hier gelang es uns mit Mühe und Not,

das Beiboot einzuholen.

Normalerweise wurde das Beiboot damals im Schlepptau mitgeführt.
Kleine Insel südlich von Kreta. Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom
kleines Boot, dass auf dem Schiff mitgeführt wurde, um an Land überzusetzen oder den Anker einzuholen.

17Die Seeleute zogen es an Bord.

Anschließend spannten sie Taue um den Rumpf,

um das Schiff zu sichern.

Und weil sie fürchteten,

in die Große Syrte zu geraten,

brachten sie den Treibanker aus.

So ließen sie das Schiff treiben.

Einbuchtung der nordafrikanischen Mittelmeerküste vor der Gegend um Zyrene, die wegen ihrer Untiefen gefürchtet war. Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom
ein an einem Seil befestigter größerer Gegenstand, z.B. ein Sack, der das Abdriften oder die Vorwärtsbewegung eines Schiffes verhindern soll.

18Der Sturm setzte uns hart zu.

Deshalb warfen die Seeleute am folgenden Tag

die Ladung über Bord.

19Und am dritten Tag

beförderten sie eigenhändig

die Schiffsausrüstung ins Meer.

20Tagelang zeigten sich weder Sonne noch Sterne.

Der Sturm tobte unvermindert weiter.

Am Ende verloren wir jede Hoffnung auf Rettung.

Die Schiffsreise nach Rom: Paulus ermutigt die Besatzung

21Niemand war mehr in der Lage,

etwas zu essen.

Schließlich trat Paulus in ihre Mitte

und sagte:

"Ihr hättet besser auf mich gehört, Männer,

und wärt nicht von Kreta losgefahren.

Dann wären uns solche Gefahren

und alle Verluste erspart geblieben.

22Doch jetzt rate ich euch:

Lasst den Mut nicht sinken!

Keiner von euch wird umkommen,

nur das Schiff geht verloren.

23Denn heute Nacht stand plötzlich

ein Engel vor mir –

ein Engel des Gottes,

dem ich gehöre

und dem ich diene.

24Er sagte:

'Hab keine Angst, Paulus!

Du musst noch vor den Kaiser treten.

Sieh doch!

Deinetwegen schenkt Gott auch all denen das Leben,

die mit dir auf dem Schiff sind.'

25Fasst also Mut, Männer!

Ich vertraue Gott,

dass alles genau so kommen wird,

wie er es mir gesagt hat.

26Wir müssen allerdings an einer Insel stranden."

Die Schiffsreise nach Rom: Schiffbruch vor Malta

27Wir trieben nun schon die vierzehnte Nacht

auf dem Adriatischen Meer umher.

Gegen Mitternacht vermuteten die Seeleute

Land in der Nähe.

Zur Zeit des Neuen Testaments der Teil des Mittelmeeres zwischen Italien, Griechenland und Nordafrika. Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom

28Sie warfen das Lot aus

und maßen eine Tiefe von 20 Faden.

Kurz darauf warfen sie erneut das Lot aus

und maßen 15 Faden.

Maß für die Wassertiefe. Ein Faden entspricht etwa 1,85 Meter. Bei 20 Faden sind das also ca. 37 Meter Wassertiefe.
Maß für die Wassertiefe. Ein Faden entspricht etwa 1,85 Meter. Bei 15 Faden sind das also ca. 28 Meter Wassertiefe.
Bleigewicht an einem langen Faden zur Bestimmung der Wassertiefe.

29Sie fürchteten,

wir könnten auf ein Riff auflaufen.

Deshalb warfen sie vom Heck vier Anker aus

und wünschten sehnlichst den Tag herbei.

30Die Seeleute versuchten sogar,

vom Schiff zu fliehen.

Unter dem Vorwand,

auch vom Bug aus Anker werfen zu wollen,

ließen sie das Beiboot zu Wasser.

31Doch Paulus warnte den Hauptmann und die Soldaten:

"Wenn die Seeleute nicht an Bord bleiben,

habt ihr keine Aussicht auf Rettung!"

32Da kappten die Soldaten die Taue

und ließen das Beiboot davontreiben.

33Bis in die Morgendämmerung hinein

redete Paulus allen zu,

etwas zu essen.

Er sagte:

"Ihr harrt nun schon vierzehn Tage aus.

Die ganze Zeit über

habt ihr keine richtige Mahlzeit zu euch genommen.

34Deshalb bitte ich euch:

Esst etwas.

Das habt ihr nötig,

wenn ihr gerettet werden wollt.

Keinem von euch wird auch nur ein Haar gekrümmt."

35Nachdem er das gesagt hatte,

nahm er Brot

und sprach vor aller Augen das Dankgebet.

Dann brach er das Brot in Stücke

und fing an zu essen.

Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel Verschiedene Brotsorten aus biblischen Zeiten.
In der jüdischen Familie eröffnet der Hausvater die Mahlzeit mit dem Dank an Gott.

36Da fassten alle wieder Mut

und aßen ebenfalls.

37Wir waren insgesamt 276 Leute

auf dem Schiff.

38Alle aßen sich satt.

Dann machten sie das Schiff noch einmal leichter,

indem sie die Getreidevorräte ins Meer schütteten.

Getreide (vor allem Weizen) diente als Grundnahrungsmittel zum Backen von Brot und wurde überall in den fruchtbaren Regionen vom Land der Bibel angebaut. Reifes Getreidefeld.

39Endlich wurde es Tag.

Die Seeleute sahen eine Küste,

die ihnen unbekannt war.

Sie entdeckten aber eine Bucht mit einem flachen Strand.

Sie wollten versuchen,

das Schiff dort auf Grund zu setzen.

40Sie kappten die Ankertaue

und ließen die Anker im Meer zurück.

Zugleich lösten sie die Haltetaue der Steuerruder.

Dann setzten sie das Vorsegel

und hielten mit dem Wind auf den Strand zu.

41Doch sie gerieten auf eine Sandbank

und das Schiff lief auf Grund.

Der Bug bohrte sich so tief in den Sand,

dass sie festsaßen.

Unter der Gewalt der Wellen

begann das Heck auseinanderzubrechen.

42Da beschlossen die Soldaten,

die Gefangenen zu töten,

damit keiner schwimmend entkommen konnte.

43Aber der Hauptmann wollte Paulus retten

und hinderte sie an ihrem Vorhaben.

Er ließ zuerst alle, die es konnten,

von Bord springen

und an Land schwimmen.

44Die Übrigen folgten teils auf Planken,

teils auf anderen Schiffstrümmern.

So gelang es allen,

sich an Land zu retten.

Auf der Insel Malta

Auf der Insel Malta: Paulus wird vom Schlangenbiss gerettet

281Nach unserer Rettung erfuhren wir,

dass die Insel Malta hieß.

Mittelmeerinsel südlich von Sizilien. Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom

2Die Einheimischen waren überaus freundlich zu uns.

Sie zündeten ein Feuer an

und holten uns alle dazu.

Denn es hatte angefangen zu regnen

und es war kalt.

Wörtlich heißt es in Vers 2: "Die Barbaren waren überaus freundlich zu uns." Der Bergriff "Barbar" ist nicht abwertend gemeint. Er bezeichnet einfach Menschen, die kein Griechisch sprechen.

3Paulus sammelte einen Arm voll trockenes Holz

und warf es auf das Feuer.

Da schoss eine Schlange daraus hervor

und biss sich an seiner Hand fest.

Sie war von der Hitze aufgescheucht worden.

Schlangen kommen im Land der Bibel sehr häufig vor, da das Klima und der Boden für sie besonders geeignet sind. Eine Palästina-Viper.

4Als die Einheimischen das Tier

an seiner Hand hängen sahen,

sagten sie zueinander:

"Dieser Mensch muss ein Mörder sein.

Aus dem Meer konnte er sich retten.

Aber seiner gerechten Strafe

kann er nicht entkommen!"

5Doch Paulus schüttelte das Tier ins Feuer

und nahm keinen Schaden.

6Die Einheimischen warteten darauf,

dass sein Körper anschwellen

oder dass Paulus plötzlich tot umfallen würde.

Sie beobachteten ihn noch längere Zeit.

Als dann aber weiter nichts Besonderes geschah,

änderten sie ihre Meinung.

Jetzt sagten sie:

"Er ist ein Gott!"

Auf der Insel Malta: Paulus heilt den Vater des Publius

7In der Nähe unseres Lagers lagen die Landgüter,

die dem Patron der Insel, Publius, gehörten.

Der nahm uns freundlich auf,

und wir waren drei Tage lang seine Gäste.

angesehener Bewohner Maltas, der eine führende Stellung auf der Insel einnahm.

8Damals lag der Vater des Publius

mit Fieber und Durchfall im Bett.

Paulus ging zu ihm hinein,

betete,

legte ihm die Hände auf

und machte ihn so gesund.

9Daraufhin kamen auch

alle anderen Kranken der Insel herbei

und wurden geheilt.

10Sie überschütteten uns mit Ehrungen aller Art.

Und als wir abreisten,

rüsteten sie uns mit allem aus,

was wir für die Reise benötigten.

Paulus in Rom

Von Malta nach Rom

11Nach drei Monaten fuhren wir mit einem Schiff weiter,

das auf der Insel überwintert hatte.

Es kam aus Alexandria

und trug den Namen "Die Dioskuren".

Die Zwillinge Castor und Pollux. Sie wurden in der griechisch-römischen Antike als Schutzgötter der Seefahrt verehrt. Deshalb trugen viele Schiffe ihr Bild auf dem Bug.

12Wir liefen Syrakus an,

wo wir drei Tage blieben.

Hafenstadt im Südosten von Sizilien. Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom

13Dann lichteten wir die Anker

und fuhren nach Rhegion.

Am nächsten Tag kam Südwind auf,

und in nur zwei Tagen gelangten wir nach Puteoli.

Hafen an der Südspitze von Italien, gegenüber von Sizilien. Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom
Hafenstadt am Golf von Neapel im Westen Italiens. Moderner Hafen von Puteoli im Golf von Neapel. Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom

14Dort trafen wir auf Brüder.

Sie luden uns ein,

sieben Tage bei ihnen zu bleiben.

Und so erreichten wir schließlich Rom:

15Die Brüder dort hatten schon

von unserer Ankunft gehört.

Einige kamen uns bis zum Markt von Appius entgegen,

andere bis zu den Drei Tavernen.

Als Paulus sie sah,

dankte er Gott

und gewann neue Zuversicht.

Marktplatz an der Appiusstraße 65 km südlich von Rom. Gedenktafel am antiken Forum Appii. Die antike Via Appia. Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom
Ort südlich von Rom. Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom

16Als wir dann in Rom waren,

erhielt Paulus die Erlaubnis,

sich eine eigene Wohnung zu nehmen.

Nur ein Soldat blieb als Wache bei ihm.

Die Bewachung durch einen Soldaten war im römischen Recht eine mögliche Form der Gefangenschaft. Paulus trug dabei wohl leichte Handfesseln. Normalerweise bestand die Bewachung aus zwei Soldaten.

Paulus in Rom: Begegnung mit den Juden der Stadt

17Dann, drei Tage später,

lud Paulus die angesehensten Juden zu sich ein.

Als sie alle versammelt waren,

sagte er zu ihnen:

"Ihr Brüder!

Ich habe nichts getan,

was sich gegen unser Volk richtet

oder gegen die Vorschriften unserer Vorfahren verstößt.

Trotzdem wurde ich in Jerusalem festgenommen

und an die Römer ausgeliefert.

18Die Römer haben mich verhört

und wollten mich wieder freilassen.

Denn es lag nichts gegen mich vor,

wofür ich den Tod verdient hätte.

19Doch weil die Juden dagegen Einspruch erhoben,

musste ich verlangen,

dass mein Fall vor den Kaiser kommt.

Ich hatte dabei aber nicht die Absicht,

mein eigenes Volk zu verklagen.

Vgl. den Bericht vom Prozess gegen in Apostelgeschichte 25,1-12.

20Das ist der Grund,

weshalb ich euch zu mir gebeten habe:

Ich wollte mit euch reden.

Denn ich trage diese Ketten nur deshalb,

weil ich die Hoffnung Israels teile.

Die Hoffnung auf die Auferstehung der Toten, die sich in Jesus schon erfüllt hat.

21Die Juden erwiderten:

"Wir haben aus Judäa keinen Brief erhalten,

in dem von dir die Rede gewesen wäre.

Es ist auch kein Bruder gekommen,

der einen Bericht mitgebracht

oder schlecht über dich geredet hätte.

22Wir halten es aber für angebracht,

von dir zu hören,

was für Ansichten du vertrittst.

Denn von dieser Glaubensrichtung ist uns nur bekannt,

dass sie überall auf Widerspruch stößt."

Die junge christliche Gemeinde.

23Sie vereinbarten ein weiteres Treffen

und kamen erneut zu ihm in die Wohnung.

Es waren noch mehr Leute als beim ersten Mal

und sie blieben von frühmorgens bis abends.

Paulus setzte sich mit ihnen auseinander

und legte vor ihnen Zeugnis ab

über das Reich Gottes.

Er wies sie auf die Ankündigungen

im Gesetz des Mose und bei den Propheten hin,

um sie für Jesus zu gewinnen.

Zur Zeit von Paulus eine gebräuchliche Bezeichnung für die Heilige Schrift.

24Ein Teil von ihnen ließ sich durch seine Worte überzeugen.

Aber die anderen schenkten ihm keinen Glauben.

25Sie gingen auseinander,

ohne sich einig geworden zu sein.

Paulus schloss mit dem einen Wort:

"Zu Recht hat der Heilige Geist

durch den Propheten Jesaja

zu euren Vorfahren gesagt:

Das Zitat stammt aus Jesaja 6,9-10.

26'Geh zu diesem Volk

und verkünde ihm:

Ihr sollt mit offenen Ohren hören,

aber nichts verstehen.

Ihr sollt mit offenen Augen sehen,

aber nichts erkennen.

27Das Herz dieses Volkes ist verschlossen.

Sie halten sich die Ohren zu

und schließen ihre Augen.

Denn ihre Augen sollen nichts sehen

und ihre Ohren sollen nichts hören

und ihr Herz soll nichts verstehen –

damit sie nicht zu Gott umkehren

und ich, ihr Gott, sie heile.'

28Darum sollt ihr wissen:

Das Heil, das Gott uns schenkt,

wurde zu den Heiden gesandt.

Und die werden es annehmen!"

29[...]

Zahlreiche Handschriften fügen hinzu: "Als Paulus das gesagt hatte, gingen die Juden weg und stritten heftig miteinander."

Paulus in Rom: Paulus verkündet ungehindert Gottes Botschaft

30Paulus blieb volle zwei Jahre in seiner Mietwohnung.

Er hieß alle willkommen,

die zu ihm kamen.

31Er verkündete ihnen das Reich Gottes

und lehrte sie alles über Jesus Christus, den Herrn

mutig und offen

und völlig ungehindert.

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