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  • Die Gute Nachricht nach Matthäus
  • Mt 26,21-30

Pläne gegen Jesus

261Damit hatte Jesus die letzte seiner Reden beendet.

Später sagte er zu seinen Jüngern:

Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten.
Ursprünglich Frau von Urija, später Frau von König David und Mutter von König Salomo.
Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten.

2»Ihr wisst, dass in zwei Tagen das Passafest beginnt.

Dann wird der Menschensohn ausgeliefert werden

und gekreuzigt werden.«

Jüdisches Frühjahrsfest, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert.
Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck.
Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde.


Jüdisches Frühjahrsfest, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert.
Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck.
Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde. Felsspalte im Innern der Grabeskirche. Kreuz im Inneren der Grabeskirche.

3Da kamen die führenden Priester und die Ältesten des Volkes

im Palast des Obersten Priesters zusammen.

Sein Name war Kajaphas.

Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte.
Bezeichnung für ein Amt, das stets von älteren Männern ausgeübt wurde.
Er hatte die Aufsicht über alles, was den Tempel, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf.
Der Oberste Priester zu dieser Zeit hieß Kajaphas.
Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte.
Bezeichnung für ein Amt, das stets von älteren Männern ausgeübt wurde.
Er hatte die Aufsicht über alles, was den Tempel, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf.

4Gemeinsam fassten sie den Beschluss,

Jesus heimlich zu verhaften

und dann umzubringen.

5Aber sie sagten sich:

»Auf gar keinen Fall während des Festes,

damit es keine Unruhe im Volk gibt.«

Jesus wird gesalbt

6Jesus war in Betanien.

Er war zu Gast bei Simon, dem Aussätzigen.

Betanien liegt drei Kilometer südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs.
Bezeichnet verschiedene Arten von Hautkrankheiten.
Betanien liegt drei Kilometer südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs. Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Das Auftreten von Jesus nach dem Johannesevangelium
Bezeichnet verschiedene Arten von Hautkrankheiten.

7Da kam eine Frau zu Jesus.

Sie hatte ein Fläschchen mit teuerstem Salböl bei sich.

Als Jesus am Tisch lag und aß,

träufelte sie ihm das Salböl auf den Kopf.

Flüssigkeiten wie Öl, Wein oder Wasser wurde meist in großen Tonkrügen aufbewahrt und dann je nach Bedarf in kleinere Krüge oder Flaschen abgefüllt.
Eine Handlung, die besondere Wertschätzung zum Ausdruck bringt. Dabei wird ein mit wohlriechenden Gewürzen durchsetztes Öl über dem Kopf ausgegossen; vgl. Matthäus 26,7.
Bei festlichen Anlässen folgten die Juden zur Zeit von Jesus der griechisch-römischen Sitte und aßen im Liegen.
Flüssigkeiten wie Öl, Wein oder Wasser wurde meist in großen Tonkrügen aufbewahrt und dann je nach Bedarf in kleinere Krüge oder Flaschen abgefüllt. Verschiedene Ölgefäße.
Eine Handlung, die besondere Wertschätzung zum Ausdruck bringt. Dabei wird ein mit wohlriechenden Gewürzen durchsetztes Öl über dem Kopf ausgegossen; vgl. Matthäus 26,7.

8Als die Jünger das sahen,

ärgerten sie sich.

Sie sagten:

»Wozu diese Verschwendung?

9Man hätte es teuer verkaufen

und das Geld den Armen geben können.«


10Jesus bemerkte das

und sagte zu ihnen:

»Warum macht ihr der Frau das Leben schwer?

Sie hat etwas Gutes für mich getan.

11Es wird immer Arme bei euch geben.

Aber mich habt ihr nicht für immer bei euch.

12Sie hat mich im Voraus für mein Begräbnis gesalbt,

als sie dieses Öl über meinen Körper gegossen hat.

13Amen, das sage ich euch:

Überall in der Welt,

wo die Gute Nachricht von mir weitergesagt wird,

wird auch erzählt werden,

was sie getan hat.

So wird man sich immer an sie erinnern.«

Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!«
Griechisch »euangelion«; häufig mit »Evangelium« wiedergegeben. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff: »Gute Botschaft«, »Gute Nachricht«.
Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!«
Griechisch »euangelion«; häufig mit »Evangelium« wiedergegeben. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff: »Gute Botschaft«, »Gute Nachricht«.

Judas wird zum Verräter

14Danach ging einer der Zwölf

es war Judas Iskariot –

zu den führenden Priestern.

Gemeint sind die zwölf Jünger, die während seiner Wirkungszeit immer bei Jesus waren.

15Er fragte:

»Was gebt ihr mir dafür,

dass ich euch Jesus in die Hände liefere?«

Sie zahlten ihm dreißig Silberstücke.

Zur Zeit des Neuen Testaments ist eine Silbermünze der übliche Tageslohn eines Lohnarbeiters.
Zur Zeit des Neuen Testaments ist eine Silbermünze der übliche Tageslohn eines Lohnarbeiters. Silbermünze mit dem Abbild von König Herodes Agrippa I.

16Von da an suchte Judas nach einer günstigen Gelegenheit,

um ihnen Jesus in die Hände zu liefern.

Vorbereitungen zum Passamahl

17Es war der erste Tag vom Fest der Ungesäuerten Brote.

Da kamen die Jünger zu Jesus und fragten:

»Wo sollen wir das Passamahl für dich vorbereiten?«

Erinnert an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Damals blieb keine Zeit, Sauerteigbrot zu backen, deshalb wird in dieser Festwoche nur ungesäuertes Brot gegessen.
Erinnert an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Damals blieb keine Zeit, Sauerteigbrot zu backen, deshalb wird in dieser Festwoche nur ungesäuertes Brot gegessen.

18Jesus antwortete:

»Geht in die Stadt zu dem und dem Mann –

richtet ihm aus:

›Der Lehrer lässt dir sagen:

Die Zeit, die Gott für mich bestimmt hat, ist da.

Ich will bei dir das Passamahl feiern

zusammen mit meinen Jüngern.‹«

Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde. In den frühchristlichen Gemeinden Bezeichnung für ein Amt. Der Lehrer gibt die Überlieferung von Jesus weiter und lehrt die rechte Art und Weise zu leben.
Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde. In den frühchristlichen Gemeinden Bezeichnung für ein Amt. Der Lehrer gibt die Überlieferung von Jesus weiter und lehrt die rechte Art und Weise zu leben.

19Die Jünger machten alles so,

wie Jesus ihnen aufgetragen hatte.

Und sie bereiteten das Passamahl vor.

Jesus feiert mit seinen zwölf Jüngern das Passamahl

20Als es Abend geworden war,

ließ sich Jesus mit den zwölf Jüngern zum Essen nieder.

21Während sie aßen,

sagte er zu ihnen:

»Amen, das sage ich euch:

Einer von euch wird mich verraten.«

22Die Jünger waren tief betroffen.

Jeder einzelne von ihnen fragte Jesus:

»Doch nicht etwa ich, Herr?«

23Jesus antwortete:

»Der sein Brot mit mir in die Schale taucht,

der wird mich verraten.

Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel
Schalen waren im Land der Bibel als Haushaltsgefäße für vielfältige Zwecke im Gebrauch.
Wörtlich lautet der Vers 23: Jesus antwortete: »Der seine Hand mit mir in die Schale taucht, der wird mich verraten.« Noch heute ist es bei traditionellen Gastmahlen üblich, dass alle am Mahl Teilnehmenden aus einer Schüssel essen.
Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel Verschiedene Brotsorten aus biblischen Zeiten.
Schalen waren im Land der Bibel als Haushaltsgefäße für vielfältige Zwecke im Gebrauch. Eine Schale aus Keramik.

24Der Menschensohn muss sterben.

So ist es in den Heiligen Schriften angekündigt.

Wie schrecklich für den Menschen,

der den Menschensohn verrät.

Er wäre besser nie geboren worden!«

Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind.
Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind. Lesen der Heiligen Schrift mit »Deuter«

25Da sagte Judas,

der ihn verraten wollte,

zu Jesus:

»Doch nicht etwa ich, Rabbi

Jesus antwortete:

»Du sagst es!«

Aramäisch für »mein Herr/mein Meister«; zur Zeit von Jesus ein Titel für angesehene Lehrer.


Aramäisch für »mein Herr/mein Meister«; zur Zeit von Jesus ein Titel für angesehene Lehrer.

26Beim Essen nahm Jesus ein Brot.

Er lobte Gott

und dankte ihm dafür.

Dann brach er das Brot in Stücke

und gab es seinen Jüngern.

Er sagte:

»Nehmt und esst!

Das ist mein Leib.«


27Dann nahm er den Becher.

Er sprach das Dankgebet

und gab ihn seinen Jüngern.

Er sagte:

»Trinkt alle daraus!

Zu jedem Haushalt gehörten neben Tellern und Krügen auch Becher, die meist aus Ton gearbeitet waren.
In der jüdischen Familie eröffnet der Hausvater die Mahlzeit mit dem Dank an Gott.
Zu jedem Haushalt gehörten neben Tellern und Krügen auch Becher, die meist aus Ton gearbeitet waren. Trinkschalen aus alttestamentlicher Zeit Trinkkelche aus alttestamentlicher Zeit Silberne Trinkgefäße aus Ägypten Becher aus neutestamentlicher Zeit.
In der jüdischen Familie eröffnet der Hausvater die Mahlzeit mit dem Dank an Gott.

28Das ist mein Blut.

Es steht für den Bund,

den Gott mit den Menschen schließt.

Mein Blut wird für die vielen vergossen werden

zur Vergebung ihrer Schuld.

Im Blut ist nach biblischer Auffassung das Leben enthalten. Alles Blut gehört in besonderer Weise Gott, weil er allein Leben schaffen kann.
Eine gegenseitige Verpflichtung zwischen zwei Partnern, die durch einen förmlichen Vertrag geregelt sein kann.
Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet.
Im Blut ist nach biblischer Auffassung das Leben enthalten. Alles Blut gehört in besonderer Weise Gott, weil er allein Leben schaffen kann.
Eine gegenseitige Verpflichtung zwischen zwei Partnern, die durch einen förmlichen Vertrag geregelt sein kann. Landschaft mit dem Dankopfer Noahs
Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet.

29Das sage ich euch:

Ich werde von jetzt ab keinen Wein mehr trinken.

Erst an dem Tag werde ich mit euch neu davon trinken,

wenn mein Vater sein Reich vollendet hat.«

Wein gehörte im Land der Bibel zu den alltäglichen Nahrungsmitteln. Zugleich symbolisiert er Lebensfreude und Wohlstand.
Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«.


Wein gehörte im Land der Bibel zu den alltäglichen Nahrungsmitteln. Zugleich symbolisiert er Lebensfreude und Wohlstand. Weinrebe mit Trauben.
Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«.

30Jesus und seine Jünger sangen die Dankpsalmen.

Dann gingen sie hinaus zum Ölberg.

Nach dem Passamahl werden die Psalmen 114–118 gesungen.
Ein Berg etwa 1 km östlich von Jerusalem.
Ein Berg etwa 1 km östlich von Jerusalem. Der Ölbaumgarten Getsemani am Ölberg bei Jerusalem. Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Das Auftreten von Jesus nach dem Johannesevangelium Die erste christliche Mission Plan der Stadt Jerusalem zur Zeit von Jesus.

Jesus sagt das Versagen von Petrus voraus

31Da sagte Jesus zu seinen Jüngern:

»Ihr werdet euch alle von mir abwenden –

noch in dieser Nacht.

Denn so steht es in den Heiligen Schriften:

›Ich werde den Hirten töten

und die Schafe seiner Herde werden auseinanderlaufen.‹

Jesus bezieht an dieser Stelle eine Aussage des Propheten Sacharja (vgl. Sacharja 13,7) auf sich und das Verhalten seiner Jünger während seiner Verhaftung und Hinrichtung, die nun unmittelbar bevorsteht.
Wie kaum ein anderer ist der Beruf des Hirten in der Alltagswelt des Alten Orient verankert.
Wie kaum ein anderer ist der Beruf des Hirten in der Alltagswelt des Alten Orient verankert. Ein Hirt mit seinen Schafen und Ziegen. Hirt mit Schafherde.

32Aber nach meiner Auferstehung vom Tod

werde ich euch nach Galiläa vorausgehen.«

Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben bei Gott in seinem Reich.
Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene.
Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben bei Gott in seinem Reich.
Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene. Das Land der Bibel – Oberflächengestalt Geburt, Kindheit und Taufe von Jesus Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Das Auftreten von Jesus nach dem Johannesevangelium Die erste christliche Mission

33Aber Petrus widersprach ihm:

»Auch wenn sie sich alle von dir abwenden –

ich werde es ganz bestimmt nicht tun!«

»Petrus« ist die griechische Übersetzung des aramäischen Namens »Kephas«. Beides bedeutet »Fels«. Es ist der Beiname des Apostels Simon.
»Petrus« ist die griechische Übersetzung des aramäischen Namens »Kephas«. Beides bedeutet »Fels«. Es ist der Beiname des Apostels Simon.

34Jesus antwortete ihm:

»Amen, das sage ich dir:

In dieser Nacht,

noch bevor der Hahn kräht,

wirst du dreimal abstreiten,

dass du mich kennst.«

35Darauf sagte Petrus zu Jesus:

»Sogar wenn ich mit dir sterben muss –

ich werde nicht abstreiten, dich zu kennen.«

Das Gleiche sagten auch die anderen Jünger.

Jesus betet im Garten Getsemani

36Dann kam Jesus mit seinen Jüngern zu einem Garten,

der Getsemani hieß.

Dort sagte er zu seinen Jüngern:

»Bleibt hier sitzen.

Ich gehe dort hinüber

und bete

Der Name Getsemani bedeutet »Ölkelter« und bezeichnet einen Garten mit Olivenbäumen. Er lag außerhalb von Jerusalem am westlichen Abhang des Ölbergs.
Reden des Menschen mit Gott.


Der Name Getsemani bedeutet »Ölkelter« und bezeichnet einen Garten mit Olivenbäumen. Er lag außerhalb von Jerusalem am westlichen Abhang des Ölbergs. Der Ölbaumgarten Getsemani am Ölberg bei Jerusalem. Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Plan der Stadt Jerusalem zur Zeit von Jesus.
Reden des Menschen mit Gott.

37Er nahm Petrus

und die beiden Söhne des Zebedäus mit.

Plötzlich wurde er sehr traurig

und Schrecken überfiel ihn.

Gemeint sind Johannes und Jakobus; vgl. Matthäus 4,21.

38Da sagte er zu ihnen:

»Ich bin ganz verzweifelt.

Am liebsten wäre ich tot.

Wartet hier und wacht mit mir.«

39Jesus selbst ging noch ein paar Schritte weiter.

Dort warf er sich zu Boden und betete:

»Mein Vater,

wenn es möglich ist,

erspare es mir,

diesen Becher auszutrinken!

Aber nicht wie ich will, soll es geschehen,

sondern wie du willst!«

Der Becher steht für das Leiden, das Jesus bevorsteht (vgl. Matthäus 20,22).


40Jesus kam zu den drei Jüngern zurück

und sah, dass sie eingeschlafen waren.

Da sagte er zu Petrus:

»Könnt ihr nicht diese eine Stunde

mit mir wach bleiben?

41Bleibt wach und betet,

damit ihr die kommende Prüfung besteht!

Der Geist ist willig,

aber die menschliche Natur ist zu schwach.«


42Dann ging er ein zweites Mal einige Schritte weg

und betete:

»Mein Vater,

Wenn es nicht anders möglich ist,

trinke ich diesen Becher.

Es soll geschehen,

was du willst.«

Der Becher steht für das Leiden, das Jesus bevorsteht (vgl. Markus 10,38 und Markus 14,36).

43Als er zurückkam, sah er,

dass seine Jünger wieder eingeschlafen waren,

die Augen waren ihnen zugefallen.


44Jesus ließ sie schlafen.

Wieder ging er weg

und betete ein drittes Mal mit den gleichen Worten wie vorher.

45Dann ging er zu den Jüngern zurück

und sagte zu ihnen:

»Schlaft ihr immer noch

und ruht euch aus?

Seht doch:

Die Stunde ist da!

Jetzt wird der Menschensohn ausgeliefert

an Menschen, die voller Schuld sind.

46Steht auf,

wir wollen gehen.

Seht doch,

der mich verrät,

ist schon da!«

Jesus wird verhaftet

47Noch während er das sagte,

sieh doch:

Judas, einer der Zwölf, näherte sich ihm.

Mit ihm kam eine große Truppe,

die mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet war.

Die führenden Priester und Ratsältesten hatten sie geschickt.

Unter einem Schwert hat man sich in biblischer Zeit einen zweischneidigen Kurzdolch vorzustellen.
Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren.
Unter einem Schwert hat man sich in biblischer Zeit einen zweischneidigen Kurzdolch vorzustellen. Zweischneidiger Kurzdolch. Römischer Soldat in Rüstung.
Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren.

48Der Verräter hatte mit den Männern

ein Erkennungszeichen ausgemacht:

»Wem ich einen Kuss gebe,

der ist es.

Nehmt ihn fest!«

Auch zur Zeit von Jesus war es unter Männern üblich, sich durch einen »Begrüßungskuss« oder auch »Bruderkuss« auf die Wange willkommen zu heißen.

49Judas ging sofort auf Jesus zu.

Er sagte:

»Sei gegrüßt, Rabbi

Dann gab er ihm einen Kuss.

50Doch Jesus sagte zu ihm:

»Mein Freund, dazu bist du gekommen?«

Da traten die Männer heran,

packten Jesus und nahmen ihn fest.


51Und sieh doch:

Einer von denen,

die bei Jesus waren,

streckte die Hand aus

und zog sein Schwert.

Er schlug nach dem Anführer der Truppe des Obersten Priesters

und hieb ihm ein Ohr ab.

52Da sagte Jesus:

»Steck dein Schwert wieder zurück an seinen Platz.

Denn alle, die zum Schwert greifen,

werden auch durch das Schwert umkommen.

53Weißt du nicht,

dass ich meinen Vater um Hilfe bitten kann?

Dann schickt er mir sofort mehr als zwölf Legionen Engel.

Größte Abteilung des römischen Heeres, 4000–6000 Mann. Ausdruck für eine sehr hohe Zahl.
Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes.
Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes.

54Aber wie kann sich dann erfüllen,

was in den Heiligen Schriften steht?

Es muss alles so kommen.«


55In derselben Stunde sagte Jesus zu der Menschenmenge:

»Mit Schwertern und Knüppeln

seid ihr hier angerückt,

um mich gefangen zu nehmen

wie einen Verbrecher!

Täglich habe ich im Tempel gesessen

und zu den Menschen gesprochen.

Dabei habt ihr mich nicht festgenommen.

Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes.
Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. Blick auf ein Modell des Tempels in Jerusalem zur Zeit von Jesus. Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Das Auftreten von Jesus nach dem Johannesevangelium Die erste christliche Mission Plan der Stadt Jerusalem zur Zeit von Jesus.

56Aber alles ist so geschehen,

damit in Erfüllung geht,

was die Propheten in den Heiligen Schriften

über mich gesagt haben


Da ließen ihn alle Jünger im Stich

und ergriffen die Flucht.

Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.
Jesus bezieht sich hier auf eine Stelle aus dem Buch des Propheten Jesaja (vgl. Jesaja 52,13–53,12) bzw. auf verschiedene Stellen aus den Psalmen (vgl. Psalm 22,2-19; bzw. Psalm 69,5-22).
Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.

Jesus vor dem jüdischen Rat

57Die Männer,

die Jesus gefangen nahmen,

brachten ihn zu Kajaphas,

dem Obersten Priester.

Dort hatten sich die Schriftgelehrten

und Ratsältesten schon versammelt.

Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst.
Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst.

58Petrus folgte Jesus in einiger Entfernung

bis zum Palast des Obersten Priesters.

Er ging in den Innenhof des Palastes hinein

und setzte sich zu den Männern.

Denn er wollte sehen,

wie die Sache ausging.

Gemeint sind die Männer, die Jesus verhaftet haben.


59Die führenden Priester

und der ganze jüdische Rat suchten

nach einer falschen Zeugenaussage,

die Jesus belastete.

Das sollte ihnen einen Vorwand liefern,

damit sie ihn zum Tod verurteilen konnten.

Zur Zeit von Jesus die oberste Behörde des Judentums.
Zur Zeit von Jesus die oberste Behörde des Judentums.

60Obwohl viele falsche Aussagen machten,

fanden sie nichts.

Zum Schluss traten zwei Zeugen auf.

61Sie sagten:

»Er hat behauptet:

›Ich kann den Tempel Gottes niederreißen

und in drei Tagen wieder aufbauen.‹«

62Da stand der Oberste Priester auf

und fragte Jesus:

»Hast du nichts zu sagen zu dem,

was diese Leute gegen dich vorbringen?«

63Aber Jesus schwieg.

Daraufhin sagte der Oberste Priester:

»Ich nehme dich unter Eid:

Bei dem lebendigen Gott –

sag uns,

bist du der Christus,

der Sohn Gottes

Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen.
Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt.
Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen.
Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt.

64Jesus antwortete ihm:

»Du sagst es.

Aber ich sage euch:

Von jetzt an werdet ihr sehen,

wie der Menschensohn an der rechten Seite Gottes sitzt,

der Macht über alles hat.

Und wie er auf den Wolken des Himmels erscheint.«

Der Platz rechts neben einem Herrscher ist für seinen Stellvertreter bestimmt.
Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.


Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.

65Da zerriss der Oberste Priester sein Gewand

und sagte:

»Er hat Gott gelästert!

Wozu brauchen wir noch Zeugen?

Seht doch:

Ihr habt die Gotteslästerung selbst gehört!

Das Zerreißen der Kleider war ursprünglich ein Ausdruck von Trauer und Schmerz (vgl. 2. Samuel 1,11-12). In der jüdischen Justiz vollzog es ein Richter, wenn er eine Gotteslästerung hörte.
Meint das verächtliche Verhöhnen oder sogar Verfluchen des Gottesnamens.
Meint das verächtliche Verhöhnen oder sogar Verfluchen des Gottesnamens.

66Was ist euer Urteil?«

Sie antworteten:

»Er ist schuldig

und muss sterben.«


67Dann spuckten sie ihm ins Gesicht

und schlugen ihn mit Fäusten.

Einige gaben ihm Ohrfeigen.

68Sie forderten ihn auf:

»Du bist doch ein Prophet,

du Christus!

Sag uns:

Wer hat dich geschlagen?«

Petrus bestreitet, dass er Jesus kennt

69Petrus saß draußen im Hof.

Da kam ein Dienstmädchen des Obersten Priesters auf ihn zu

und sagte:

»Du warst doch auch mit diesem Jesus aus Galiläa zusammen!«

Gemeint ist der Innenhof des Palastes vom Obersten Priester (vgl. Matthäus 26,58).

70Petrus stritt das ab vor allen,

die dabei waren,

und sagte:

»Ich weiß nicht,

wovon du da sprichst.«


71Dann ging er in das Torgebäude hinaus.

Dort sah ihn ein anderes Dienstmädchen.

Sie sagte zu denen,

die dort standen:

»Der war auch mit diesem Jesus von Nazaret zusammen.«

Der Ort, in dem Jesus vermutlich aufgewachsen ist. Zu seiner Zeit war Nazaret ein kleines und unbedeutendes Dorf.
Der Ort, in dem Jesus vermutlich aufgewachsen ist. Zu seiner Zeit war Nazaret ein kleines und unbedeutendes Dorf. Panoramabild: Blick auf die heutige Stadt Nazaret. Blick auf die heutige Stadt Nazaret. Geburt, Kindheit und Taufe von Jesus Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Das Auftreten von Jesus nach dem Johannesevangelium Die erste christliche Mission

72Aber Petrus stritt es wieder ab

und schwor:

»Ich kenne diesen Menschen nicht!«


73Kurz darauf sagten andere,

die dabeistanden:

»Natürlich gehörst du auch zu denen.

Deine Sprache verrät dich.«

Petrus spricht einen galiläisch-aramäischen Dialekt.

74Da legte Petrus einen Schwur ab:

»Gott soll mich strafen, wenn ich lüge!

Ich kenne diesen Menschen nicht.«

In demselben Moment krähte der Hahn.

75Da erinnerte sich Petrus an das,

was Jesus gesagt hatte:

»Noch bevor der Hahn kräht,

wirst du dreimal abstreiten,

dass du mich kennst.«

Und er lief hinaus

und weinte heftig.

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