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  • Die Gute Nachricht nach Matthäus
  • Mt 9,13-1ff

Jesus vergibt Schuld und heilt

91Jesus stieg ins Boot

und fuhr auf die andere Seite des Sees hinüber.

Und er ging in die Stadt,

in der er wohnte.

Die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas berichten v.a. über das Wirken von Jesus in der Gegend um den See Gennesaret.
Gemeint ist Kafarnaum.


Die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas berichten v.a. über das Wirken von Jesus in der Gegend um den See Gennesaret. Ein Blick auf den See Gennesaret bei Tabgha. Ein Blick auf den See Gennesaret. Der See Gennesaret Das Land der Bibel – Oberflächengestalt Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Das Auftreten von Jesus nach dem Johannesevangelium

2Sieh doch:

Da brachten Leute einen Gelähmten zu ihm.

Er lag auf einer Trage.

Jesus sah, wie groß ihr Glaube war,

und sagte zu dem Gelähmten:

»Nur Mut, mein Kind!

Deine Schuld ist dir vergeben!«

»Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott.
Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet.
»Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott.
Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet.

3Und sieh doch:

Einige der Schriftgelehrten dachten:

»Das ist Gotteslästerung

Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst.
Meint das verächtliche Verhöhnen oder sogar Verfluchen des Gottesnamens.
Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst.
Meint das verächtliche Verhöhnen oder sogar Verfluchen des Gottesnamens.

4Jesus durchschaute ihre Gedanken.

Er sagte zu ihnen:

»Warum habt ihr so böse Gedanken?

5Was ist denn einfacher?

Zu sagen:

›Deine Schuld ist dir vergeben!‹,

oder zu sagen:

›Steh auf und geh umher!‹?

6Aber ihr sollt sehen,

dass der Menschensohn von Gott die Vollmacht hat,

hier auf der Erde

den Menschen ihre Schuld zu vergeben.«

Deshalb sagte Jesus zu dem Gelähmten:

»Steh auf,

nimm deine Trage

und geh nach Hause!«

Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck.
Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck.

7Da stand der Mann auf

und ging nach Hause.

8Die Volksmenge sah es

und erschrak.

Alle lobten Gott,

dass er den Menschen solche Vollmacht gegeben hat.

Jesus beruft Matthäus und isst mit den Zolleinnehmern

9Jesus ging von dort weiter.

Da sah er einen Mann an seiner Zollstation sitzen,

der hieß Matthäus.

Jesus sagte zu ihm:

»Komm, folge mir!«

Da stand er auf

und folgte ihm.

Jesus befindet sich in Kafarnaum (vgl. Matthäus 9,1).
Sie erhoben z.B. an Stadttoren im Auftrag der römischen Regierung auf Waren Zölle und wirtschafteten dabei auch in die eigene Tasche.
Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen.


Sie erhoben z.B. an Stadttoren im Auftrag der römischen Regierung auf Waren Zölle und wirtschafteten dabei auch in die eigene Tasche.

10Später war Jesus im Haus zum Essen.

Und sieh doch:

Viele Zolleinnehmer und andere mit Schuld beladene Menschen kamen dazu.

Sie aßen mit Jesus und seinen Jüngern.

Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war.
Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten.
Es ist nicht zu entscheiden, wessen Haus gemeint ist: das von Matthäus oder das Haus von Simon und Andreas, das Jesus in Kafarnaum als Standquartier diente (vgl. Markus 1,29 bzw. 2,1).


Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. Einfaches Familienhaus zur Zeit von Jesus. Dach eines größeren Hauses mit einer umgebenden Schutzmauer. Schematischer Grundriss eines Vierraumhauses
Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten.

11Als die Pharisäer das sahen,

sagten sie zu seinen Jüngern:

»Warum isst euer Lehrer mit Zolleinnehmern und solchen schuldbeladenen Menschen?«

Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm.
Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde. In den frühchristlichen Gemeinden Bezeichnung für ein Amt. Der Lehrer gibt die Überlieferung von Jesus weiter und lehrt die rechte Art und Weise zu leben.
Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm.
Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde. In den frühchristlichen Gemeinden Bezeichnung für ein Amt. Der Lehrer gibt die Überlieferung von Jesus weiter und lehrt die rechte Art und Weise zu leben.

12Jesus hörte das

und gab ihnen zur Antwort:

»Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt,

sondern die Kranken.

13Überlegt doch einmal,

was es bedeutet,

wenn Gott sagt:

›Ich will, dass ihr barmherzig seid,

und nicht, dass ihr mir irgendwelche Opfer bringt!‹

Ich bin nicht gekommen,

um die Gerechten zur Umkehr zu rufen,

sondern die Menschen,

die voller Schuld sind.«

Jesus zitiert an dieser Stelle aus dem Alten Testament Hosea 6,6.
Jesus zitiert an dieser Stelle Hosea 6,6. Dort prangert der Prophet an, dass Gott sich die Liebe seines Volkes wünscht und nicht das Darbringen von Opfern.
Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes.
Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes.

Es ist nicht die Zeit zu fasten

14Danach kamen die Jünger von Johannes zu Jesus.

Sie fragten:

»Warum fasten wir und die Pharisäer so oft,

aber deine Jünger nicht?«

Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor.
Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor.

15Jesus antwortete ihnen:

»Sollen die Hochzeitsgäste etwa trauern,

solange der Bräutigam bei ihnen ist?

Aber es wird eine Zeit kommen,

da wird der Bräutigam aus ihrer Mitte gerissen.

Dann werden sie fasten.

Der Bräutigam ist hier ein Bild für Jesus. Schon jetzt blickt Jesus auf seine Leidenszeit voraus.
Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken.


Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken.

16Niemand näht ein neues Stück Stoff auf einen alten Mantel.

Denn der neue Stoff wird vom Mantel abreißen

und der Riss wird größer als vorher.

Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt.
Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. Wanderer mit Mantel, Stab und Sandalen.

17Niemand füllt neuen Wein in alte Weinschläuche.

Sonst platzen die Schläuche.

Der Wein läuft aus

und die Schläuche werden unbrauchbar.

Nein: Neuer Wein gehört in neue Schläuche,

so bleiben beide erhalten.«

Wein gehörte im Land der Bibel zu den alltäglichen Nahrungsmitteln. Zugleich symbolisiert er Lebensfreude und Wohlstand.
In aus Tierhäuten zusammengenähten Schläuchen transportierte man im Altertum Flüssigkeiten wie Wasser und Wein.
Wein gehörte im Land der Bibel zu den alltäglichen Nahrungsmitteln. Zugleich symbolisiert er Lebensfreude und Wohlstand. Weinrebe mit Trauben.
In aus Tierhäuten zusammengenähten Schläuchen transportierte man im Altertum Flüssigkeiten wie Wasser und Wein. Mit Wasser oder Wein gefüllte Schläuche.

Jesus heilt eine Frau und weckt ein Mädchen vom Tod auf

18Während Jesus mit den Jüngern von Johannes sprach,

sieh doch:

Da kam einer der Synagogenleiter dazu.

Er warf sich vor ihm nieder und sagte:

»Meine kleine Tochter ist gerade gestorben.

Bitte komm mit

und lege ihr deine Hand auf –

dann wird sie wieder lebendig.«

Er ist für die Ordnung in der Synagoge und den richtigen Ablauf des Gottesdienstes am Sabbat verantwortlich. Der Synagogenleiter ist ehrenamtlich tätig.
Er ist für die Ordnung in der Synagoge und den richtigen Ablauf des Gottesdienstes am Sabbat verantwortlich. Der Synagogenleiter ist ehrenamtlich tätig.

19Jesus stand auf

und folgte ihm.

Auch seine Jünger kamen mit.


20Und sieh doch:

Da kam eine Frau von hinten an Jesus heran,

die seit zwölf Jahren an Blutungen litt.

Sie berührte eine Quaste seines Mantels.

Fäden aus Wolle, die durch ein Loch im Gewand gezogen und dann verknotet wurden, sodass die Fäden sichtbar herunterhingen.
Fäden aus Wolle, die durch ein Loch im Gewand gezogen und dann verknotet wurden, sodass die Fäden sichtbar herunterhingen.

21Denn sie sagte sich:

»Wenn ich nur seinen Mantel berühre,

werde ich gesund.«

22Jesus drehte sich um.

Als er sie sah,

sagte er:

»Fasse Mut, meine Tochter!

Dein Glaube hat dich gerettet!«

Von diesem Augenblick an war die Frau gesund.


23Dann kam Jesus in das Haus des Synagogenleiters.

Er sah die Flötenspieler

und die aufgeregten Menschen.

Trauer wurde zu dieser Zeit u.a. durch Musik ausgedrückt. Deshalb kamen Flötenspieler, um besondere Trauerlieder zu spielen.

24Er sagte:

»Geht hinaus!

Das Mädchen ist nicht tot,

sondern es schläft nur.«

Da lachten die Leute ihn aus.

25Er aber warf die Volksmenge hinaus.

Dann ging er hinein zu dem Mädchen

und ergriff seine Hand –

da stand es auf.

26Die Nachricht darüber

breitete sich in der ganzen Gegend aus.

Jesus heilt zwei Blinde

27Von dort ging Jesus weiter.

Zwei Blinde folgten ihm.

Sie riefen:

»Hab Erbarmen mit uns,

du Sohn Davids

Das Haus des Ortsvorstehers von Kafarnaum; vgl. Matthäus 9,18-26.
Der Begriff bezeichnet sowohl das leibliche Kind als auch jemand, der einem Menschen in besonderer Weise nahe steht.
David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.).
David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.).

28Jesus ging ins Haus.

Doch auch dorthin folgten sie ihm.

Da sagte Jesus zu den Blinden:

»Glaubt ihr,

dass ich euch helfen kann?«

Sie antworteten ihm:

»Ja, Herr!«

29Und er berührte ihre Augen

und sagte:

»Wie ihr geglaubt habt,

soll euch geschehen.«

30Da wurden ihnen die Augen geöffnet.

Jesus befahl ihnen streng:

»Seht zu, dass niemand etwas davon erfährt!«

31Aber sie gingen hinaus

und erzählten von Jesus

in der ganzen Gegend.

Jesus heilt einen Stummen

32Die geheilten Männer waren gegangen.

Sieh doch:

Da brachten Leute einen stummen Mann zu Jesus –

der war von einem Dämon besessen.

Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz.
Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz.

33Jesus vertrieb den Dämon

und der Mann begann zu sprechen.

Die Volksmenge wunderte sich

und sagte:

»So etwas hat man in Israel noch nicht gesehen.«

Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk.
Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk.

34Aber die Pharisäer sagten:

»Der höchste der Dämonen hilft ihm,

andere Dämonen auszutreiben.«

Jesus beruft zwölf Jünger zu Aposteln

35Jesus zog durch alle Städte und Dörfer des Landes.

Er lehrte in ihren Synagogen

und verkündete die Gute Nachricht vom Himmelreich.

Und er heilte jede Krankheit und jedes Leiden.

Versammlungsstätte jüdischer Gemeinden.
Griechisch »euangelion«; häufig mit »Evangelium« wiedergegeben. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff: »Gute Botschaft«, »Gute Nachricht«.
Wörtliche Übersetzung »Königsherrschaft der Himmel«.


Versammlungsstätte jüdischer Gemeinden. Blick auf die Ruine der Synagoge von Kafarnaum. Die Synagoge von Kafarnaum aus dem 4. Jahrhundert.
Griechisch »euangelion«; häufig mit »Evangelium« wiedergegeben. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff: »Gute Botschaft«, »Gute Nachricht«.
Wörtliche Übersetzung »Königsherrschaft der Himmel«.

36Jesus sah die große Volksmenge

und bekam Mitleid mit den Menschen.

Denn sie waren erschöpft und hilflos –

wie Schafe,

die keinen Hirten haben.

Wie kaum ein anderer ist der Beruf des Hirten in der Alltagswelt des Alten Orient verankert.
Wie kaum ein anderer ist der Beruf des Hirten in der Alltagswelt des Alten Orient verankert. Ein Hirt mit seinen Schafen und Ziegen. Hirt mit Schafherde.

37Deshalb sagte er zu seinen Jüngern:

»Hier ist eine große Ernte,

aber es gibt nur wenige Erntearbeiter.

Die Getreideernte fand im Land der Bibel in der Zeit von April bis Juni statt. In den Monaten August und September wurden die Früchte wie Feigen, Trauben und Granatäpfel und im Oktober schließlich die Oliven geerntet.
Die Getreideernte fand im Land der Bibel in der Zeit von April bis Juni statt. In den Monaten August und September wurden die Früchte wie Feigen, Trauben und Granatäpfel und im Oktober schließlich die Oliven geerntet. Ägyptische Darstellung der Getreideernte.

38Bittet also den Herrn dieser Ernte,

dass er Arbeiter auf sein Erntefeld schickt!«

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