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  • Die Gute Nachricht nach Markus
  • Mk 14,25-1ff

Pläne gegen Jesus

141Es waren noch zwei Tage bis zum Passafest

und dem Fest der Ungesäuerten Brote.

Die führenden Priester und die Schriftgelehrten

suchten nach einer Möglichkeit,

Jesus heimlich zu verhaften

und dann umzubringen.

Jüdisches Frühjahrsfest, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert.
Erinnert an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Damals blieb keine Zeit, Sauerteigbrot zu backen, deshalb wird in dieser Festwoche nur ungesäuertes Brot gegessen.
Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte.
Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst.
Jüdisches Frühjahrsfest, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert.
Erinnert an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Damals blieb keine Zeit, Sauerteigbrot zu backen, deshalb wird in dieser Festwoche nur ungesäuertes Brot gegessen.
Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte.
Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst.

2Aber sie sagten sich:

»Auf gar keinen Fall während des Festes,

damit es keine Unruhe im Volk gibt.«

Jesus wird gesalbt

3Jesus war in Betanien.

Er war zu Gast bei Simon, dem Aussätzigen.

Als er sich zum Essen niedergelassen hatte,

kam eine Frau herein.

Sie hatte ein Fläschchen mit Salböl dabei.

Es war reines kostbares Nardenöl.

Sie brach das Fläschchen auf

und träufelte Jesus das Salböl auf den Kopf.

Betanien liegt drei Kilometer südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs.
Bezeichnet verschiedene Arten von Hautkrankheiten.
Flüssigkeiten wie Öl, Wein oder Wasser wurde meist in großen Tonkrügen aufbewahrt und dann je nach Bedarf in kleinere Krüge oder Flaschen abgefüllt.
Eine Handlung, die besondere Wertschätzung zum Ausdruck bringt. Dabei wird ein mit wohlriechenden Gewürzen durchsetztes Öl über dem Kopf ausgegossen; vgl. Matthäus 26,7.
Kostbares Öl, das aus den getrockneten Wurzeln und Stängeln der Narde gewonnen wird, einer Pflanze, die nur im Himalaya wächst.


Betanien liegt drei Kilometer südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs. Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Das Auftreten von Jesus nach dem Johannesevangelium
Bezeichnet verschiedene Arten von Hautkrankheiten.
Flüssigkeiten wie Öl, Wein oder Wasser wurde meist in großen Tonkrügen aufbewahrt und dann je nach Bedarf in kleinere Krüge oder Flaschen abgefüllt. Verschiedene Ölgefäße.
Eine Handlung, die besondere Wertschätzung zum Ausdruck bringt. Dabei wird ein mit wohlriechenden Gewürzen durchsetztes Öl über dem Kopf ausgegossen; vgl. Matthäus 26,7.
Kostbares Öl, das aus den getrockneten Wurzeln und Stängeln der Narde gewonnen wird, einer Pflanze, die nur im Himalaya wächst.

4Einige ärgerten sich darüber

und sagten zueinander:

»Wozu verschwendet sie das Salböl?

5Das Salböl war mehr als dreihundert Silberstücke wert.

Man hätte es verkaufen können

und das Geld den Armen geben.«

Sie überschütteten die Frau mit Vorwürfen.

Zur Zeit des Neuen Testaments ist eine Silbermünze der übliche Tageslohn eines Lohnarbeiters.


Zur Zeit des Neuen Testaments ist eine Silbermünze der übliche Tageslohn eines Lohnarbeiters. Silbermünze mit dem Abbild von König Herodes Agrippa I.

6Aber Jesus sagte:

»Lasst sie doch!

Warum macht ihr der Frau das Leben schwer?

Sie hat etwas Gutes an mir getan.

7Es wird immer Arme bei euch geben,

und ihr könnt ihnen helfen,

sooft ihr wollt.

Aber mich habt ihr nicht für immer bei euch.

8Die Frau hat getan, was sie konnte:

Sie hat meinen Körper im Voraus

für mein Begräbnis gesalbt.

In Markus 16,1 wird beschrieben, wie die Frauen, die Jesus nachgefolgt waren, zu seinem Grab gingen, um die Totensalbung vorzunehmen.

9Amen, das sage ich euch:

Überall in der Welt,

wo die Gute Nachricht weitergesagt wird,

wird auch erzählt werden,

was sie getan hat.

So wird man sich immer an sie erinnern.«

Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!«
Griechisch »euangelion«; häufig mit »Evangelium« wiedergegeben. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff: »Gute Botschaft«, »Gute Nachricht«.
Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!«
Griechisch »euangelion«; häufig mit »Evangelium« wiedergegeben. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff: »Gute Botschaft«, »Gute Nachricht«.

Judas wird zum Verräter

10Judas Iskariot, einer der Zwölf,

ging zu den führenden Priestern.

Er wollte ihnen Jesus in die Hände liefern.

Gemeint sind die zwölf Jünger, die während seiner Wirkungszeit immer bei Jesus waren.

11Als sie das hörten,

waren sie hoch erfreut

und versprachen,

ihm Geld dafür zu geben.

Von da an suchte Judas nach einer günstigen Gelegenheit,

um ihnen Jesus in die Hände zu liefern.

Vorbereitungen zum Passamahl

12Es war der erste Tag vom Fest der Ungesäuerten Brote.

Das ist der Tag,

an dem man die Passalämmer schlachtete.

Da sagten die Jünger zu Jesus:

»Wo sollen wir hingehen

und das Passamahl für dich vorbereiten?«

Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten.
Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten.

13Jesus schickte zwei seiner Jünger los.

Er sagte zu ihnen:

»Geht in die Stadt.

Dort werdet ihr einem Menschen begegnen,

der einen Wasserkrug trägt.

Folgt ihm!

Gemeint ist Jerusalem.
Flüssigkeiten wie Öl, Wein oder Wasser wurde meist in großen Tonkrügen aufbewahrt und dann je nach Bedarf in kleinere Krüge oder Flaschen abgefüllt.
Flüssigkeiten wie Öl, Wein oder Wasser wurde meist in großen Tonkrügen aufbewahrt und dann je nach Bedarf in kleinere Krüge oder Flaschen abgefüllt. Eine Auswahl verschiedener Wasser- und Weinkrüge

14Wenn er ein Haus betritt,

sagt zu dem Eigentümer:

›Der Lehrer lässt fragen:

Wo ist der Raum,

in dem ich mit meinen Jüngern

das Passamahl feiern kann?‹

Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war.
Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde. In den frühchristlichen Gemeinden Bezeichnung für ein Amt. Der Lehrer gibt die Überlieferung von Jesus weiter und lehrt die rechte Art und Weise zu leben.
Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. Einfaches Familienhaus zur Zeit von Jesus. Dach eines größeren Hauses mit einer umgebenden Schutzmauer. Schematischer Grundriss eines Vierraumhauses
Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde. In den frühchristlichen Gemeinden Bezeichnung für ein Amt. Der Lehrer gibt die Überlieferung von Jesus weiter und lehrt die rechte Art und Weise zu leben.

15Er wird euch einen großen Raum im ersten Stock zeigen.

Der ist mit Polstern ausgestattet

und für das Fest hergerichtet.

Dort bereitet alles für uns vor.«


16Da machten sich die Jünger auf den Weg

und gingen in die Stadt.

Sie fanden alles genau so,

wie Jesus es ihnen gesagt hatte.

Und sie bereiteten das Passamahl vor.

Jesus feiert mit seinen zwölf Jüngern das Passamahl

17Als es Abend geworden war,

kam Jesus mit den zwölf Jüngern dorthin.

Jesus feiert das Passafest mit seinen Jüngern in einem bestimmten Haus in Jerusalem (vgl. Markus 16,13-16).


18Während sie am Tisch lagen und aßen,

sagte Jesus:

»Amen, das sage ich euch:

Einer von euch wird mich verraten,

einer, der hier mit mir isst.«

Bei festlichen Anlässen folgten die Juden zur Zeit von Jesus der griechisch-römischen Sitte und aßen im Liegen.

19Die Jünger waren tief betroffen.

Einer nach dem anderen fragte Jesus:

»Doch nicht etwa ich?«

20Jesus antwortete ihnen:

»Es ist einer von euch zwölf –

der sein Brot mit mir in die Schale taucht.

Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel
Schalen waren im Land der Bibel als Haushaltsgefäße für vielfältige Zwecke im Gebrauch.
Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel Verschiedene Brotsorten aus biblischen Zeiten.
Schalen waren im Land der Bibel als Haushaltsgefäße für vielfältige Zwecke im Gebrauch. Eine Schale aus Keramik.

21Der Menschensohn muss sterben.

So ist es in den Heiligen Schriften angekündigt.

Wie schrecklich für den Menschen,

der den Menschensohn verrät.

Er wäre besser nie geboren worden.«

Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck.
Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind.


Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck.
Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind. Lesen der Heiligen Schrift mit »Deuter«

22Beim Essen nahm Jesus ein Brot.

Er lobte Gott

und dankte ihm dafür.

Dann brach er das Brot in Stücke

und gab es seinen Jüngern.

Er sagte:

»Nehmt, das ist mein Leib.«


23Dann nahm er den Becher.

Er sprach das Dankgebet,

gab ihn seinen Jüngern

und sie tranken alle daraus.

Zu jedem Haushalt gehörten neben Tellern und Krügen auch Becher, die meist aus Ton gearbeitet waren.
In der jüdischen Familie eröffnet der Hausvater die Mahlzeit mit dem Dank an Gott.
Zu jedem Haushalt gehörten neben Tellern und Krügen auch Becher, die meist aus Ton gearbeitet waren. Trinkschalen aus alttestamentlicher Zeit Trinkkelche aus alttestamentlicher Zeit Silberne Trinkgefäße aus Ägypten Becher aus neutestamentlicher Zeit.
In der jüdischen Familie eröffnet der Hausvater die Mahlzeit mit dem Dank an Gott.

24Und Jesus sagte zu ihnen:

»Das ist mein Blut.

Es steht für den Bund,

den Gott mit den Menschen schließt.

Mein Blut wird für die vielen vergossen werden.

Im Blut ist nach biblischer Auffassung das Leben enthalten. Alles Blut gehört in besonderer Weise Gott, weil er allein Leben schaffen kann.
Eine gegenseitige Verpflichtung zwischen zwei Partnern, die durch einen förmlichen Vertrag geregelt sein kann.
Im Blut ist nach biblischer Auffassung das Leben enthalten. Alles Blut gehört in besonderer Weise Gott, weil er allein Leben schaffen kann.
Eine gegenseitige Verpflichtung zwischen zwei Partnern, die durch einen förmlichen Vertrag geregelt sein kann. Landschaft mit dem Dankopfer Noahs

25Amen, das sage ich euch:

Ich werde nun keinen Wein mehr trinken.

Erst an dem Tag werde ich neu davon trinken,

wenn Gott sein Reich vollendet hat

Wein gehörte im Land der Bibel zu den alltäglichen Nahrungsmitteln. Zugleich symbolisiert er Lebensfreude und Wohlstand.
Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«.
Wörtlich lautet der Vers: »Ich werde nun keinen Wein mehr trinken bis zu dem Tag, an dem ich neu davon trinke, wenn Gott sein Reich vollendet hat.«


Wein gehörte im Land der Bibel zu den alltäglichen Nahrungsmitteln. Zugleich symbolisiert er Lebensfreude und Wohlstand. Weinrebe mit Trauben.
Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«.

26Jesus und seine Jünger sangen die Dankpsalmen.

Dann gingen sie hinaus zum Ölberg.

Nach dem Passamahl werden die Psalmen 114–118 gesungen.
Ein Berg etwa 1 km östlich von Jerusalem.
Ein Berg etwa 1 km östlich von Jerusalem. Der Ölbaumgarten Getsemani am Ölberg bei Jerusalem. Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Das Auftreten von Jesus nach dem Johannesevangelium Die erste christliche Mission Plan der Stadt Jerusalem zur Zeit von Jesus.

Jesus sagt das Versagen von Petrus voraus

27Jesus sagte zu seinen Jüngern:

»Ihr werdet euch alle von mir abwenden,

wie es in den Heiligen Schriften steht:

›Ich werde den Hirten töten,

und die Schafe werden auseinanderlaufen.‹

Jesus bezieht an dieser Stelle eine Aussage des Propheten Sacharja (vgl. Sacharja 13,7) auf sich und das Verhalten seiner Jünger während seiner Verhaftung und Hinrichtung, die nun unmittelbar bevorsteht.
Wie kaum ein anderer ist der Beruf des Hirten in der Alltagswelt des Alten Orient verankert.
Wie kaum ein anderer ist der Beruf des Hirten in der Alltagswelt des Alten Orient verankert. Ein Hirt mit seinen Schafen und Ziegen. Hirt mit Schafherde.

28Aber nach meiner Auferstehung vom Tod

werde ich euch nach Galiläa vorausgehen.«

Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene.


Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene. Das Land der Bibel – Oberflächengestalt Geburt, Kindheit und Taufe von Jesus Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Das Auftreten von Jesus nach dem Johannesevangelium Die erste christliche Mission

29Aber Petrus widersprach ihm:

»Auch wenn sie sich alle von dir abwenden –

ich nicht.«

30Jesus antwortete ihm:

»Amen, das sage ich dir:

Heute, in dieser Nacht,

noch bevor der Hahn zweimal kräht,

wirst du dreimal abstreiten,

dass du mich kennst.«

31Aber Petrus behauptete noch fester:

»Sogar wenn ich mit dir sterben muss

– ich werde nie abstreiten,

dich zu kennen.«

Das Gleiche sagten auch alle anderen.

Jesus betet im Garten Getsemani

32Jesus und seine Jünger kamen zu einem Garten,

der Getsemani hieß.

Dort sagte Jesus zu seinen Jüngern:

»Bleibt hier sitzen,

während ich bete

Der Name Getsemani bedeutet »Ölkelter« und bezeichnet einen Garten mit Olivenbäumen. Er lag außerhalb von Jerusalem am westlichen Abhang des Ölbergs.
Reden des Menschen mit Gott.


Der Name Getsemani bedeutet »Ölkelter« und bezeichnet einen Garten mit Olivenbäumen. Er lag außerhalb von Jerusalem am westlichen Abhang des Ölbergs. Der Ölbaumgarten Getsemani am Ölberg bei Jerusalem. Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Plan der Stadt Jerusalem zur Zeit von Jesus.
Reden des Menschen mit Gott.

33Er nahm Petrus, Jakobus und Johannes mit sich.

Plötzlich überfielen ihn Angst und Schrecken,

34und er sagte zu ihnen:

»Ich bin ganz verzweifelt.

Am liebsten wäre ich tot.

Wartet hier und bleibt wach.«


35Er selbst ging noch ein paar Schritte weiter.

Dort warf er sich zu Boden

und bat Gott,

ihm diese schwere Stunde zu ersparen,

wenn es möglich ist.

36Er sagte:

»Abba, mein Vater,

für dich ist alles möglich.

Nimm doch diesen Becher fort,

damit ich ihn nicht trinken muss!

Aber nicht, was ich will,

soll geschehen,

sondern was du willst!«

Aramäisch für »lieber Vater«.
Der Becher steht für das Leiden, das Jesus bevorsteht (vgl. Markus 10,38 und Markus 14,36).


Aramäisch für »lieber Vater«.

37Jesus kam zu den drei Jüngern zurück

und sah, dass sie eingeschlafen waren.

Da sagte er zu Petrus:

»Simon, du schläfst?

Konntest du nicht diese eine Stunde wach bleiben?

38Bleibt wach und betet,

damit ihr die kommende Prüfung besteht.

Der Geist ist willig,

aber die menschliche Natur ist zu schwach.«

Gemeint ist: Ihr wollt es zwar, ...


39Dann ging er noch einmal weg

und betete mit den gleichen Worten wie vorher.


40Als er zurückkam,

sah er, dass seine Jünger wieder eingeschlafen waren.

Denn die Augen waren ihnen zugefallen.

Und sie wussten nicht,

was sie ihm antworten sollten.


41Beim dritten Mal, als Jesus zurückkam,

sagte er zu ihnen:

»Schlaft ihr immer noch

und ruht euch aus?

Es ist so weit!

Die Stunde ist da!

Seht doch,

jetzt wird der Menschensohn ausgeliefert

an Menschen, die voller Schuld sind.

Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet.
Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet.

42Steht auf,

wir wollen gehen.

Seht doch,

der mich verrät,

ist schon da.«

Jesus wird verhaftet

43Noch während Jesus das sagte,

näherte sich Judas, einer der Zwölf.

Mit ihm kam eine Truppe,

die mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet war.

Die führenden Priester, Schriftgelehrten

und Ratsältesten hatten sie geschickt.

Unter einem Schwert hat man sich in biblischer Zeit einen zweischneidigen Kurzdolch vorzustellen.
Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren.
Unter einem Schwert hat man sich in biblischer Zeit einen zweischneidigen Kurzdolch vorzustellen. Zweischneidiger Kurzdolch. Römischer Soldat in Rüstung.
Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren.

44Der Verräter hatte mit den Männern

ein Erkennungszeichen ausgemacht:

»Wem ich einen Kuss gebe,

der ist es.

Nehmt ihn fest

und führt ihn gut bewacht ab.«

45Judas ging sofort auf Jesus zu,

sagte »Rabbi«

und gab ihm einen Kuss.

Aramäisch für »mein Herr/mein Meister«; zur Zeit von Jesus ein Titel für angesehene Lehrer.
Aramäisch für »mein Herr/mein Meister«; zur Zeit von Jesus ein Titel für angesehene Lehrer.

46Da packten sie Jesus

und nahmen ihn fest.

47Einer von denen, die dabeistanden,

zog sein Schwert.

Er schlug nach dem Anführer der Truppe des Obersten Priesters

und hieb ihm ein Ohr ab.

Er hatte die Aufsicht über alles, was den Tempel, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf.


Er hatte die Aufsicht über alles, was den Tempel, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf.

48Jesus sagte zu den Männern:

»Mit Schwertern und Knüppeln

seid ihr hier angerückt,

um mich gefangen zu nehmen

wie einen Verbrecher!

49Täglich habe ich bei euch im Tempel

zu den Menschen gesprochen.

Dabei habt ihr mich nicht festgenommen.

Aber alles geschieht so,

damit in Erfüllung geht,

was in den Heiligen Schriften steht

Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes.
In Jesaja 52,13–53,12 wird beschrieben, welchen Weg der Mensch gehen muss, durch den Gott sein Volk retten will.


Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. Blick auf ein Modell des Tempels in Jerusalem zur Zeit von Jesus. Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Das Auftreten von Jesus nach dem Johannesevangelium Die erste christliche Mission Plan der Stadt Jerusalem zur Zeit von Jesus.

50Da ließen ihn alle Jünger im Stich

und ergriffen die Flucht.

51Nur ein junger Mann blieb bei ihm.

Der trug einen Umhang aus Leinen auf dem bloßen Körper.

Auch ihn wollten sie festnehmen.

Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt.
Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. Wanderer mit Mantel, Stab und Sandalen.

52Aber da ließ er seinen Umhang fallen

und rannte nackt davon.

Jesus vor dem jüdischen Rat

53Die Männer brachten Jesus zum Obersten Priester.

Dort versammelten sich alle führenden Priester,

Ratsältesten und Schriftgelehrten.

54Petrus folgte Jesus in einiger Entfernung

bis zum Palast des Obersten Priesters.

Im Innenhof des Palastes setzte er sich zu den Männern

und wärmte sich am Feuer.

Gemeint sind die Männer, die Jesus verhaftet haben.


55Die führenden Priester

und der ganze jüdische Rat suchten nach einer Zeugenaussage,

die Jesus belastete,

damit sie ihn zum Tod verurteilen konnten.

Aber sie fanden nichts.

Zur Zeit von Jesus die oberste Behörde des Judentums.
Zur Zeit von Jesus die oberste Behörde des Judentums.

56Viele machten falsche Aussagen gegen ihn,

aber ihre Aussagen widersprachen sich.

57Einige, die Jesus mit ihren falschen Aussagen belasteten, sagten:

58»Wir haben gehört,

wie er gesagt hat:

›Ich werde diesen Tempel niederreißen,

der von den Menschen gemacht ist.

Und in drei Tagen werde ich einen anderen bauen,

der nicht von Menschen gemacht ist.‹«

59Aber auch ihre Aussagen widersprachen sich.


60Da stand der Oberste Priester auf

und trat in die Mitte.

Er fragte Jesus:

»Hast du nichts zu sagen zu dem,

was diese Leute gegen dich vorbringen?«

61Aber Jesus schwieg

und sagte kein Wort.

Da stellte der Oberste Priester ihm noch eine Frage:

»Bist du der Christus,

der Sohn unseres Gottes,

den wir verehren?«

Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen.
Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt.
Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen.
Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt.

62Da sagte Jesus:

»Ich bin es,

und ihr werdet sehen,

wie der Menschensohn an der rechten Seite Gottes sitzt,

der Macht über alles hat,

und wie er mit den Wolken des Himmels erscheint.«

Der Platz rechts neben einem Herrscher ist für seinen Stellvertreter bestimmt.


63Da zerriss der Oberste Priester sein Gewand

und sagte:

»Wozu brauchen wir noch Zeugen?

Das Zerreißen der Kleider war ursprünglich ein Ausdruck von Trauer und Schmerz (vgl. 2. Samuel 1,11-12). In der jüdischen Justiz vollzog es ein Richter, wenn er eine Gotteslästerung hörte.

64Ihr habt die Gotteslästerung gehört.

Was ist euer Urteil?«

Sie erklärten einstimmig:

»Er ist schuldig

und muss sterben.«

Meint das verächtliche Verhöhnen oder sogar Verfluchen des Gottesnamens.


Meint das verächtliche Verhöhnen oder sogar Verfluchen des Gottesnamens.

65Da fingen einige an, ihn anzuspucken.

Sie warfen ihm ein Tuch über den Kopf,

schlugen ihn mit Fäusten

und riefen:

»Sag, wer es war,

du Prophet

Und auch die Männer,

die Jesus verhaftet hatten,

schlugen ihn.

Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.
Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.

Petrus bestreitet, dass er Jesus kennt

66Petrus war noch immer unten im Hof.

Da kam ein Dienstmädchen des Obersten Priesters dazu.

67Sie sah Petrus,

der sich am Feuer wärmte,

und betrachtete ihn genauer.

Dann sagte sie:

»Du warst doch auch

mit diesem Jesus von Nazaret zusammen!«

Der Ort, in dem Jesus vermutlich aufgewachsen ist. Zu seiner Zeit war Nazaret ein kleines und unbedeutendes Dorf.
Der Ort, in dem Jesus vermutlich aufgewachsen ist. Zu seiner Zeit war Nazaret ein kleines und unbedeutendes Dorf. Panoramabild: Blick auf die heutige Stadt Nazaret. Blick auf die heutige Stadt Nazaret. Geburt, Kindheit und Taufe von Jesus Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Das Auftreten von Jesus nach dem Johannesevangelium Die erste christliche Mission

68Petrus stritt das ab und sagte:

»Ich habe keine Ahnung,

wovon du da sprichst.«

Und er ging hinaus auf den Vorhof des Palastes.

In dem Moment krähte der Hahn.


69Als ihn das Dienstmädchen dort wieder sah,

fing sie noch einmal damit an

und sagte zu denen, die dabeistanden:

»Der gehört auch zu ihnen.«

70Aber Petrus stritt es wieder ab.

Kurz darauf sagten dann auch die anderen,

die dabei waren, zu Petrus:

»Natürlich gehörst du zu denen!

Du bist doch auch aus Galiläa

71Da legte Petrus einen Schwur ab:

»Gott soll mich strafen, wenn ich lüge!

Ich kenne diesen Menschen nicht,

von dem ihr redet.«


72In demselben Moment krähte der Hahn zum zweiten Mal.

Da erinnerte sich Petrus an das,

was Jesus zu ihm gesagt hatte:

»Noch bevor der Hahn zweimal kräht,

wirst du dreimal abstreiten,

dass du mich kennst.«

Und er fing an zu weinen.

Während die Jünger mit Jesus das Passafest als ihr letztes gemeinsames Mahl feierten, hatte Jesus Petrus angekündigt, was passieren sollte (vgl. Markus 14,30).

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