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  • Ri 16,1-318,5537

Simson und Delila

164Simson verliebte sich in eine Frau,

die aus dem Sorek-Tal stammte und Delila hieß.

Übersetzt »Traubental«, ein weites und fruchtbares Tal im Hügelland zwischen Mittelmeerküste und dem Gebirge Juda.
Philisterin und Geliebte Simsons.
Übersetzt »Traubental«, ein weites und fruchtbares Tal im Hügelland zwischen Mittelmeerküste und dem Gebirge Juda.

5Da gingen die Stadtfürsten der Philister zu ihr

und forderten sie auf:

»Mach ihm schöne Augen!

Entlocke ihm sein Geheimnis:

Woher kommt seine große Kraft?

Wie können wir ihn überwältigen,

ihn fesseln und in unsere Gewalt bringen?

Jeder von uns zahlt dir 1100 Silberstücke.«

Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag im heutigen Gazastreifen.
Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag im heutigen Gazastreifen. Darstellung des Kopfes und der Haartracht eines Philisters.

6Da sagte Delila zu Simson:

»Ach bitte, verrate mir:

Woher kommt deine große Kraft?

Womit kann man dich fesseln und besiegen?«

7Simson antwortete:

»Man kann mich mit sieben Bogensehnen fesseln,

die frisch und noch nicht getrocknet sind.

Dann ist es aus mit meiner Kraft,

und ich bin wie alle anderen Menschen.«

Zum Spannen des Bogens wurden Sehnen aus tierischem Gewebe verwendet. Sie waren besonders zug- und reißfest.

8Die Stadtfürsten der Philister brachten ihr

also sieben Bogensehnen.

Die waren frisch und noch nicht getrocknet.

Damit fesselte sie ihn.

9Aber hinten im Schlafzimmer war einer,

der alles heimlich beobachtete.

Delila rief Simson zu:

»Die Philister überfallen dich, Simson!«

Da zerriss er die Bogensehnen wie Bindfäden,

die bei der Berührung mit Feuer reißen.

Das Geheimnis seiner Kraft wurde nicht bekannt.


10Delila sagte zu Simson:

»Du hast mich getäuscht und mir Lügen erzählt.

Doch jetzt verrate mir:

Womit kann man dich fesseln?«

Held, der durch seine langen Haare wundersame Kräfte besaß. Er regierte Israel als Richter.
Held, der durch seine langen Haare wundersame Kräfte besaß. Er regierte Israel als Richter.

11Er antwortete: »So geht’s!

Man kann mich mit neuen Stricken fesseln,

die noch zu keiner Arbeit benutzt worden sind.

Dann ist es aus mit meiner Kraft,

und ich bin wie alle anderen Menschen.«

12Delila beschaffte sich also neue Stricke

und fesselte ihn damit.

Dann rief sie ihm zu:

»Die Philister überfallen dich, Simson!«

Aber hinten im Schlafzimmer war einer,

der alles heimlich beobachtete.

Da riss Simson die Stricke von seinen Armen,

als wären es dünne Fäden.


13* Delila sagte zu Simson:

»Bis jetzt hast du mich nur getäuscht

und mir nichts als Lügen erzählt.

Verrate mir, womit man dich fesseln kann!«

Er antwortete:

»Du nimmst die sieben Locken meines Haares.

Die verflichst du mit den Kettfäden am Webstuhl

und machst sie mit einem Pflock im Boden fest.

Dann ist es aus mit meiner Kraft,

und ich bin wie alle anderen Menschen.«

Da wiegte Delila ihn in den Schlaf

und verflocht die sieben Locken seines Haares

mit den Kettfäden.

Der ausführliche Text, der hier abgedruckt ist, wurde nur in der griechischen Übersetzung überliefert.
Mit dem Webstuhl fest verbundene Fäden, die längs gespannt sind. In sie wird der Webfaden quer eingeflochten.
Auf dem Boden liegende Vorrichtung zum Herstellen eines Tuchs oder Teppichs. Später gibt es auch senkrecht stehende Webstühle.
Auf dem Boden liegende Vorrichtung zum Herstellen eines Tuchs oder Teppichs. Später gibt es auch senkrecht stehende Webstühle.

14Diese befestigte sie mit einem Pflock im Boden.

Dann rief sie ihm zu:

»Die Philister überfallen dich, Simson!«

Da fuhr er aus dem Schlaf hoch

und riss den Pflock aus dem Boden

samt Webstuhl und Kettfäden.

15Sie sprach zu ihm:

»Wie kannst du sagen: Ich liebe dich!

Aber du sagst mir nicht, was du weißt.

Schon dreimal hast du mich jetzt getäuscht

und mir nicht verraten:

Woher kommt deine große Kraft?«

Simson verrät das Geheimnis seiner Kraft

16So fragte sie ihn Tag für Tag.

Sie quälte ihn und machte ihm das Leben zur Hölle.

17Da vertraute er ihr sein Geheimnis an und sagte:

»Mir wurden noch nie die Haare geschnitten.

Denn ich bin seit meiner Geburt Gott geweiht.

Wenn mir die Haare geschnitten werden,

verlässt mich meine Kraft und ich werde schwach.

Dann bin ich nur noch wie alle anderen Menschen.«

18Delila merkte gleich,

dass er ihr sein Geheimnis anvertraut hatte.

Sie ließ die Stadtfürsten der Philister rufen:

»Jetzt müsst ihr kommen!

Er hat mir alles gesagt, was er weiß.«

Die Stadtfürsten der Philister kamen zu ihr

und brachten die versprochenen Silberstücke mit.

19Delila aber ließ Simson in ihrem Schoß einschlafen.

Dann rief sie einen Mann herbei.

Der schnitt ihm die sieben Locken seines Haares ab.

So erreichte sie, dass er überwältigt werden konnte.

Denn seine Kraft hatte ihn verlassen.

20Sie rief: »Die Philister überfallen dich, Simson

Da fuhr er aus dem Schlaf hoch und dachte noch:

Auch diesmal werde ich davonkommen wie schon so oft

und meine Fesseln abschütteln.

Er wusste ja nicht, dass ihn der HERR verlassen hatte.

Gemeint ist, dass Simson seine Kraft verloren hat, die ihm von Gott gegeben wurde.

21Die Philister aber packten ihn

und stachen ihm die Augen aus.

Dann führten sie ihn nach Gaza

und legten ihn in eiserne Ketten.

Im Gefängnis musste er die Handmühle drehen.

Bedeutende Handelsstadt im südlichen Küstengebiet Palästinas.
Besteht aus einem flachen Unterstein und einem faustgroßen, runden Oberstein. Durch Drehen des Obersteins wird das Korn zwischen den Steinen zermahlen.
Bedeutende Handelsstadt im südlichen Küstengebiet Palästinas.
Besteht aus einem flachen Unterstein und einem faustgroßen, runden Oberstein. Durch Drehen des Obersteins wird das Korn zwischen den Steinen zermahlen. Ägypter beim Mahlen von Getreide. Zwei Araberinnen beim Getreidemahlen.

22Doch sein Haar begann wieder zu wachsen,

nachdem es abgeschnitten worden war.

Simson rächt sich an den Philistern

23Die Stadtfürsten der Philister kamen zusammen,

um ihrem Gott Dagon ein großes Opfer darzubringen.

Sie wollten ein Freudenfest feiern und sagten:

»Unser Gott hat Simson, unseren Feind,

in unsere Gewalt gegeben!«

Wettergott, der mit dem Hervorbringen des Getreides in Verbindung gebracht wird. Er wurde von den Philistern verehrt.
Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch, Geschenke) für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer schafft Gemeinschaft mit Gott. In der Regel wird das Opfer auf einem Altar verbrannt.
Wettergott, der mit dem Hervorbringen des Getreides in Verbindung gebracht wird. Er wurde von den Philistern verehrt.
Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch, Geschenke) für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer schafft Gemeinschaft mit Gott. In der Regel wird das Opfer auf einem Altar verbrannt. Schlachtung eines Opfertieres

24Als die Leute Simson sahen,

priesen sie ihren Gott und sangen:

»Unser Gott gab ihn in unsere Gewalt –

unseren Feind, der unser Land verwüstet

und so viele von uns erschlagen hat.«


25Als das Fest immer vergnügter wurde,

sagten sie: »Holt doch Simson her!

Wir wollen unseren Spaß mit ihm haben.«

Sie ließen Simson aus dem Gefängnis holen.

Er musste sich vor ihnen zum Narren machen.

Dann stellte man ihn zwischen die Säulen.

Bei größeren Gebäuden wurde das Dach von frei stehenden Pfeilern aus Holz oder Stein getragen.
Bei größeren Gebäuden wurde das Dach von frei stehenden Pfeilern aus Holz oder Stein getragen.

26Ein Bursche führte ihn an der Hand.

Den bat Simson: »Lass mich kurz los!

Ich will die Säulen ertasten, die das Haus tragen.

Dann kann ich mich an sie lehnen.«

27Das Haus war voll von Männern und Frauen.

Auch alle Stadtfürsten der Philister waren dort.

Zuletzt hatten noch etwa 3000 Männer und Frauen

auf dem Dach Platz gefunden.

Sie alle wollten zuschauen,

wie Simson sich zum Narren machte.


28Da rief Simson zum HERRN und betete:

»Ach HERR, mein Gott, denk doch an mich!

Gib mir meine Kraft wieder, nur dies eine Mal!

Ich will mich an den Philistern rächen –

wenigstens für eines meiner Augen.«

29Simson ertastete die beiden Säulen,

die das Haus in der Mitte trugen.

Er stemmte sich gegen sie –

den rechten Arm gegen die eine Säule,

den linken gegen die andere.

30Simson sagte:

»So gehe ich in den Tod

zusammen mit den Philistern.«

Dann setzte er seine ganze Kraft ein.

Da stürzte das Haus zusammen –

über den Stadtfürsten und über allen Leuten,

die sich darin befanden.

Man zählte die Toten,

die er mit sich in den Tod gerissen hatte.

Es waren mehr als die Erschlagenen,

die er zu Lebzeiten getötet hatte.


31Seine Brüder kamen mit der Familie seines Vaters.

Sie nahmen seinen Leichnam

und trugen ihn ins Gebirge.

Dort begruben sie ihn im Grab seines Vaters Manoach.

Es lag zwischen Zora und Eschtaol.

Simson hatte Israel zwanzig Jahre lang regiert.

Vater Simsons. Er lebte mit seiner Frau in dem Ort Zora, vgl. Richter 13.
Zwei Ortschaften im Hügelland, ca. 25 km westlich von Jerusalem.

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