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Die verlorenen Originale
Jede Abschrift ist wichtig!
Das Alte Testament wurde auf Hebräisch abgefasst, nur einige jüngere Teile sind auf Aramäisch geschrieben. Das Aramäische ist mit dem Hebräischen verwandt. Es war die Amtssprache im gesamten Perserreich und diente auch den Juden als Umgangssprache. Auch Jesus sprach Aramäisch. Die Originalsprache des Neuen Testaments ist Griechisch. Die ursprünglichen Handschriften sind jedoch alle verloren gegangen. Aber es gibt Abschriften, die nur wenig jünger sind als die Originale.
Höhlen als Fundorte
Solche Abschriften wurden in Klosterbibliotheken gefunden, im Wüstensand oder in Höhlen. Am bekanntesten sind die Funde aus den Höhlen bei Qumran am Toten Meer. Seit 1947 hat man dort viele wertvolle Buchrollen des Alten Testaments entdeckt. Sie waren vor fast zweitausend Jahren geschrieben und in Tonkrügen verborgen worden.
Der kleinste Schnipsel kann helfen!
Allerdings ist es selten, dass heute noch einmal eine bislang unbekannte, vollständige Abschrift entdeckt wird. Häufig sind es nur größere oder kleinere Teile, manchmal sind die erhaltenen Teile nicht größer als eine Briefmarke! Auch wenn es nur ein kleines Stück ist, kann es dabei helfen Fehler aufzuspüren, die sich beim Abschreiben des Bibeltexts einschleichen konnten.
Die älteste erhaltene Stelle des Neuen Testaments umfasst 118 griechische Buchstaben auf einem Fetzen Papyrus. Es ist ein Ausschnitt - oder besser Ausriss - aus dem Johannesevangelium (Kapitel 18, Verse 31-33.37-38). Gefunden wurde das sogenannte Papyrus "P52" in Ägypten.
Allerdings bleiben Ort und Zeit des Fundes im Dunkeln; erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde er 1935. Heute ist es im Ryland-Museum in Manchester zu bewundern.
Das Besondere daran ist die Datierung: Nach Meinung der Wissenschaft stammt es aus der Zeit um 125 nach Christus. Ein Beleg dafür, wie früh Abschriften der Evangelien im Umlauf waren - mehr aber auch nicht.
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